Schlager-Star Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals ist tot: Vermutung zur Todesursache

Schlager-Star Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals ist tot: Vermutung zur Todesursache
„Ich bin schwer schockiert.“Bürgermeister Klaus Korneder (SPD)

Grasbrunn trauert um Alt-Bürgermeister Wilhelm Dresel

Grasbrunn - Tief betroffen reagierten gestern die Kommunalpolitiker in Grasbrunn auf den Tod von Altbürgermeister und Ehrenbürger Wilhelm Dresel (CSU). Der 82-Jährige verstarb in der Nacht auf Montag völlig unerwartet an Herzversagen.

Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) erreichte die traurige Nachricht in seinem Familienurlaub am Gardasee: „Ich bin schwer schockiert. Wir haben uns gerade vor meinem Urlaub noch am Sportpark gesehen und einige Worte gewechselt. Er machte den Eindruck wie immer. Die Gemeinde verliert in Willi Dresel einen Ehrenbürger, der diese Bezeichnung verdient hatte. Er hat die Geschicke der Gemeinde über Jahrzehnte maßgeblich geführt und geleitet. Ich bin auch persönlich sehr betroffen. Er stand mit in den sieben Jahren meiner Amtszeit immer mit Rat und Tat zur Verfügung.“ Sehr häufig habe er den Schützenkameraden auch bei den Schützenabenden getroffen: „Gänzlich ohne Parteidenken hat er mir immer den Rücken gestärkt und für mich Verständnis gehabt. Ich habe ihn als väterlichen Freund erlebt.“

Vom „väterlichen Freund“ spricht auch Stellvertretender Landrat Otto Bußjäger (Freie Wähler), der Wilhelm Dresel 2002 nach dessen 24 Amtsjahren als Bürgermeister nachfolgte: „Ich bin unheimlich traurig. Für mich war Willi Dresel weit mehr als ein politischer Weggefährte.“ Der Alt-Bürgermeister sei ein „Glücksfall für die Gemeinde Grasbrunn“ gewesen. Er habe den Ort über Jahrzehnte „nicht nur geprägt, sondern gelebt und geliebt, entwickelt und modernisiert“.

Nie werde er die Nacht nach der Gemeinderatssitzung 2001 vergessen. Es ging um einen rollstuhlgerechten Eingang für das alte Rathaus. Vor dem Rathaus diskutierte Dresel mit mehreren Gemeinderäten weiter, stand dann plötzlich auf der Wiese und sagte: „Wir brauchen keine Rollstuhlrampe, sondern ein neues Rathaus, genau hier!“ So geschah es dann auch. Es war Wilhelm Dresels letztes Vermächtnis als amtierender Bürgermeister. „Das spiegelt wieder, wie er war. Selbst nach einer anstrengenden Gemeinderatssitzung war er mit Liebe und Gedanken für die Gemeinde noch da. Die beste Lösung zu finden, ließ ihn nicht los“, kommentiert Otto Bußjäger die Szene, die zum Rathausneubau führte.

Wilhelm Dresel mit der katholischen Kirche den ersten Kindergarten im Ort, gehörte fast allen Vereinen an, war technischer Leiter beim TSV oder in der Pfarrverwaltung tätig, ließ drei Feuerwehren sich entwickeln und schützte den Weiler Keferloh vor der Terrafinanz der Neuen Heimat, die hier in den 70er Jahren eine Trabantensiedlung bauen wollte. „Im Norden arbeiten, im Süden wohnen“ war sein Leitspruch, und so entwickelte er das Gewerbegebiet Technopark.

Die schlimmste Situation in seiner 24jährigen Amtszeit musste Wilhelm Dresel Ende der 90er Jahre erleben. Eine Baumspende über 75 000 Euro der Firma Kuglerhof GmbH im engen Zusammenhang mit der Bauleitplanung wurde ihm zum Verhängnis. Obwohl alles nur zum Wohle der Gemeinde geschah, erhielt er dafür im April 2000 einen Strafbefehl mit Tagessätzen in Höhe von insgesamt 15 000 Mark wegen „Versuchter Erpressung in Tateinheit mit Vorteilsannahme“. Dieser Vorwurf traf ihn schwer. Er nahm den Strafbefehl gegen die Empfehlung vieler Parteifreunde an.

Neben seiner Liebe für die Gemeinde galt Dresels Liebe vor allem der Familie. Ehefrau Helga, die in den letzten Wochen schwer erkrankt ist, seine Töchter Sabine und Petra und Sohn Michael mit all den Enkelkindern unterstützten den Ehemann, Vater und Opa immer in seinem Engagement für Grasbrunn.

„Die ganze Familie war immer eingebunden“ betont auch Michael Hagen, CSU-Ortsverbandsvorsitzender. „Grasbrunn verliert einen herausragenden Kommunalpolitiker, der gestaltet hat und bodenständig war. Er wird nicht nur im Gedächtnis der Familie in Erinnerung bleiben“, sagt Hagen.

Zuletzt hatte Wilhelm Dresel im Mai auch noch eine Reise der Alt-Bürgermeister organisiert. Da seine Frau schon erkrankt war, nahm er Tochter Sabine und seine Enkelin nach Bamberg mit. Auch Alt-Landrat Heiner Janik war dabei. Schockiert hatte Dresel dann Ende Juli vom unerwarteten Tod Janiks erfahren. Jetzt müssen seine Weggefährten Abschied von Wilhelm Dresel selbst nehmen; dem Mann, der Grasbrunn ein Gesicht gab und ein ehrwürdiger Vertreter der Kommunalpolitik im Landkreis München war. agm

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Arbeitslosenzahl im Landkreis steigt: Mehr als 6000 Menschen ohne Job
Die Corona-Pandemie hat auch weiterhin Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Im Landkreis München waren im Mai 6031 Menschen ohne Arbeit.
Arbeitslosenzahl im Landkreis steigt: Mehr als 6000 Menschen ohne Job
Glocken des Krieges
Zur Unterstützung der Rüstungsindustrie im Zweiten Weltkrieg waren Bürger, Vereine und auch Kirchen dazu aufgefordert, Metall zu spenden. Die Kirchen mussten dafür auch …
Glocken des Krieges
17-jähriger läuft bei Flucht vor Polizei vor ein Auto
Auf der Flucht vor der Polizei ist ein 17-Jähriger Dienstagnacht am Münchner Ring in Unterschleißheim gegen ein fahrendes Auto gelaufen. Jetzt ist er in der Psychiatrie. 
17-jähriger läuft bei Flucht vor Polizei vor ein Auto
Rentner-Paar stürzt beim Radeln am Isarufer
Beim Überholen am Isarufer bei Ismaning ist ein älteres Ehepaar aus München mit seinen Pedelecs gestürzt. Beide mussten ins Krankenhaus. 
Rentner-Paar stürzt beim Radeln am Isarufer

Kommentare