Größter Golfplatz Oberbayerns bei Gut Möschenfeld

- Grasbrunn - In der Gemeinde Grasbrunn soll eine der größten Golfanlagen Oberbayerns entstehen. Rund um Gut Möschenfeld planen die Brüder Michael und Christian Amberger, Inhaber der Tankstellenkette Allguth, auf 160 000 Quadratmetern eine 45-Loch-Anlage. Geschätzte Kosten des Projektes: Zehn Millionen Euro.<BR>

<P>Auf dem Grund, der in Besitz des Barons Wilhelm von Finck ist, sollen ein Standardplatz, ein anspruchsvoller Premiumplatz und ein Übungsgelände mit Driving-Range und 9-Loch-Bahn entstehen. Eine Anlage vergleichbarer Größe existiert nur noch in Eschenried im Westen Münchens. Bislang wird das Areal landwirtschaftlich genutzt. Die Initiatoren rechnen noch im März mit einem Gemeinderatsbeschluss. Geplanter Baubeginn ist im Herbst.<P>In unmittelbarer Nachbarschaft, in Harthausen, gibt es bereits einen Golfplatz. "Bayern hat deutschlandweit die höchste Golfplatzdichte, aber die Nachfrage steigt weiter", erklärt Golf-Experte Marcus Brunnthaler von der Zeitschrift Golf-Time. In 164 bayerischen Golfclubs sind 114 000 Spieler eingetragen.<P>Grasbrunns Bürgermeister Otto Bußjäger (CSU) und die Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen wurden vergangenen Donnerstag über das Vorhaben informiert. "Ich war sehr überrascht, das ist eine völlig neue Situation", sagt Bußjäger. Im Vorjahr hatte es Diskussionen um eine geplante Großanlage um Harthausen gegeben, in der Bevölkerung regte sich Widerstand. "Da es keinen Investor gab, war die Sache schon komplett vom Tisch", erinnert sich Bußjäger. Nun plädiert er dafür, eine vorurteilsfreie Bewertung vorzunehmen.<P>Regierung von Oberbayern, Landratsamt und Naturschutzbehörde hätten in informellen Gesprächen keine Einwände geäußert, erklärt Andreas Schneider, Sprecher der Initiatoren. Er betont, dass die Gebrüder Amberger größten Wert darauf legen, die Gemeinde mit einzubeziehen. Beim Bau und Betrieb sollen örtliche Unternehmen zum Zuge kommen. Auch Max Walleitner, Ortsvorsitzender des Bund Naturschutz, soll Anregungen in die endgültige Planung einbringen. Er stehe einem Golfplatz grundsätzlich nicht negativ gegenüber, erklärt Walleitner. Sorgen macht ihm allerdings die zusätzliche Verkehrsbelastung. Die Planer rechnen damit, dass täglich 500 Fahrzeuge, hauptsächlich über die B 304 aus Richtung Baldham, das Clubhaus ansteuern werden. "Aber was ist, wenn dort größere Turniere stattfinden?", fragt Walleitner.<P>Die Verkehrsproblematik sieht auch SPD-Fraktionschef Thomas Mayer als Knackpunkt. "Der Verkehr wird hauptsächlich über Grasbrunn und Harthausen laufen", befürchtet er. Ihn stört außerdem, dass die Brüder Amberger ihre Planungen sofort öffentlich gemacht haben. Er hatte gehofft, dass man in Ruhe in Fraktion und Gemeinderat diskutieren könne.Andreas Raith<P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Drama an S-Bahn-Gleisen: 15-Jähriger wird von Zug erfasst - Freunde müssen alles mitansehen
Drama an S-Bahn-Gleisen: 15-Jähriger wird von Zug erfasst - Freunde müssen alles mitansehen

Kommentare