"Große Architektin des Wiederaufbaus" beigesetzt

- Beerdigung der ehemaligen BRK-Generaloberin Helmine Held

Grünwald - "Autorität und Demut vor Gott." Diese christlichen Werte verkörperte nach den Worten des Oberkirchenrats Martin Bogdahn die ehemalige Generaloberin der Schwesternschaft des Bayerischen Roten Kreuzes, Helmine Johanna Held. Sie starb am 31. Dezember im Alter von 86 Jahren in Grünwald und wurde gestern auf dem Waldfriedhof feierlich beigesetzt. Das letzte Geleit gab ihr eine große Traube aus Trauergästen, darunter die jetzige Generaloberin der Schwesternschaft, Karin Teige, Grünwalds evangelischer Pfarrer Christian Stalter, Altenseelsorgerin Susanne Langer und Bürgermeister Jan Neusiedl.

Held gilt als große Architektin des Wiederaufbaus in München. Sie prägte das Erscheinungsbild der Schwesternschaft im sozialen Leben sowie durch Bauten, wie etwa der weithin sichtbaren Schwesternschule am Rotkreuzplatz (1953).

Schneepulver rieselte über die vielen Kränze am Waldfriedhof, über die Tulpen und die Blütenkelche der bunten Rosen, die von fein geriebenem Weiß überbettet wurden. Zuvor in der Kapelle des Schwesternheims gab es eine Arie aus der Johannespassion und das Kapitel 13 des 1. Korintherbriefs zu hören. "Die Generaloberin wollte bei ihrer Beerdigung nicht im Vordergrund stehen und bat stattdessen darum, keinen Lebenslauf vorzulesen", sagte Bogdahn. Die Ehre gebühre Gott.

Der Oberkirchenrat erwähnte deshalb aus Rücksicht nicht, dass Held unzählige Verdienstorden erhielt: die Florence-Nightingale-Medaille, den Bayerischen Verdienstorden, die Verfassungsmedaille in Gold, das Große Bundesverdienstkreuz, das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes. Er ließ aus Respekt vor dem Wunsch beiseite, dass sie zwischen 1945 und 1982 die Geschicke der Schwesternschaft als Generaloberin lenkte. Nach dem Krieg besonders schwierig angesichts des zerstörten Krankenhauses und des überwältigenden Zustroms von Rotkreuzschwestern aus dem Osten. Mit ihrer Hilfe konnten die Krankenhäuser, Altenheime, Krankenpflegeschule zügig wiederaufgebaut werden.

"Das ist heute ein schwerer Einschnitt, eine Zäsur für die Schwestern des Roten Kreuzes, für Stadt und Land." Obwohl die Oberin ein biblisches Alter erreicht und das Zeitmaß erfüllt habe, fehle die starke und erstaunliche Frau, die sich vom Mutterhaus in München getragen und darin geborgen fühlte. Ihr Leitsatz: "Dein Wort sei meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege." Was nach dem Tod einzig noch zähle, seien die Spuren der Liebe, die sie hinterlassen habe. Und die hinterließ sie zahlreich, sichtbar an den unzähligen Spuren im Schnee des Friedhofs.

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