Große Freude über fruchtbare Zusammenarbeit

- Palliativ-Dienst und Hospizgruppen ziehen positive Bilanz

VON NORA GOEBBEL Taufkirchen - "Nach einem Jahr intensiver Zusammenarbeit können wir eine äußerst positive Bilanz ziehen", stellte gestern Verena Reckzeh, Vorsitzende des Hospizvereins Kirchheim, zufrieden fest. Ihr Verein gehört dem Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst im Caritas-Zentrum Taufkirchen an, der inzwischen seit einem Jahr erfolgreich mit Hospizgruppen im Landkreis kooperiert.

Bereits im ersten Jahr konnten über 100 Patienten und ihre Angehörigen begleitet werden. Dennoch würden die Krankenkassen und der Staat notwendige Fördergelder verweigern, berichtete Matthias Hilzensauer, Leiter des Caritas-Zentrums Taufkirchen, im Rahmen seiner Bilanz. "Das ist bedauerlich und nicht nachvollziehbar", so Hilzensauer. Schließlich sei dank der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen Hospizhelfern und medizinischen Palliativ-Fachkräften - also Fachleuten, die eine lindernde Schmerztherapie anwenden - eine umfassende und humane Betreuung von Sterbenden und ihren Angehörigen ermöglicht worden.

"Unsere Helfer des Hospizkreises der Nachbarschaftshilfe Oberhaching ergänzen die Arbeit von Ärzten, Pflegediensten, Therapeuten und Palliativdienst optimal. Die Helfer sind wesentlicher Bestandteil eines Betreuungsnetzes", sagte Monika Artmann, Leiterin des Hospizkreis Oberhaching. "Wir versuchen alles in die Wege zu leiten, um dem Patienten ein humanes Sterben dort zu ermöglichen, wo er es sich wünscht, sprich: zu Hause, im Kreise der Familie."

Ersparnis für Staat und Krankenkassen

Patienten soll nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch zu Hause eine effektive Betreuung zukommen. "Was Staat und Kassen an Geld sparen, wenn sich sämtliche Krankenhausauftenthalte erübrigen, kann man sich ja vorstellen", sagt Hilzensauer. Immer mehr Kliniken mit Palliativstationen, aber auch Ärzte würden die Leistungen von Hospizdiensten in Anspruch nehmen.

Ein ausgereiftes Hospiznetzwerk ist nicht nur für die Kassen und den Staat kostensparend. Für die Betreffenden ist die Dienstleistung des Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes kostenlos. "Vorläufig sind wir auf Spendengelder angewiesen, um die Qualität der ehrenamtlichen Arbeit zu sichern", sagt Verena Reckzeh. "Und natürlich auch, um weiterhin Aus- und Fortbildungsseminare finanzieren zu können."

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