Das große Krabbeln in der Hachinga Halle

Unterhaching - „Riesen-Spinnen und Insekten“ bevölkerten zwei Tage lang die Hachinga Halle: Unter diesem Titel fand dort eine Ausstellung statt, die unter anderem 40 Arten der größten Vogelspinnen präsentierte.

Das große Krabbeln in der Hachinga Halle

In ehrfürchtigem Abstand stehen Kinder vor den Glasscheiben. Einige haben den Mund offen vor Staunen, andere drängen sich ängstlich hinter Papas Mantel. Wieder andere spähen gespannt in die Terrarien, um sie überhaupt ausfindig zu machen: So perfekt getarnt sind einige dieser schaurigen Krabbler - wie etwa der pechschwarze Skorpion mit dem Namen „Heterometrus“ -, dass sie in dem Gestein kaum zu entdecken sind.

Die meisten bekommen Herzklopfen beim bloßen Gedanken daran, für Heinz Meritz jedoch sind sie Beruf und Leidenschaft zugleich: Seit seinem vierzehnten Lebensjahr haben es dem Berliner Spinnen, Skorpione, Gespensterheuschrecken, Tausendfüßler, Krabben und andere bizarre Tiere aus dem Stamm der als „Arthropoden“ bezeichneten Gliederfüßer angetan. Falls der Berliner je Scheu vor Insekten und Reptilien gehabt haben sollte - im Laufe der Jahrzehnte hat er sie sich gründlich abgewöhnt. „Man muss sie mit Daumen und Mittelfinger wie eine Zange ergreifen und dann mit dem Zeigefinger leicht auf den Kopf drücken“, erläutert er fachkundig. „Dann ist sichergestellt, dass sie nicht beißen.“

Mit einer kleinen Taschenlampe leuchtet Meritz in einem Terrarium auf einer Distanz von wenigen Zentimetern ein rotbraun gefärbtes pelziges Tier mit langen Beinen an, das sich halb in einem Erdhaufen verbuddelt hat. Mit geübten Griffen packt er es und zieht es nach oben. Nahezu regungslos verharrt die unter Artenschutz stehende „Mexikanische Rotknie-Vogelspinne“ in dem gläsernen Kasten in der Luft.

Dabei ist der Ruf der Spinnen weitaus schlechter als die Wirklichkeit. „Die meisten Vogelspinnen sind harmlos, es kommt auf den richtigen Umgang mit ihnen an“, klärt der Experte auf. „Wer von ihnen gebissen wird, muss sich schon ziemlich dumm angestellt haben. Das Beißen kommt nur als letzte Waffe zum Einsatz“, benennt er die Verteidigungsstrategie der Lauerjäger, die zwar acht vier Augenpaare besitzen, aber kaum sehen können. Ihr ausgeprägtestes Sinnesorgan befindet sich am Hinterteil: Tasten, Fühlen, „Sehen“ und auch Riechen - das alles spielt sich in dem knaufartig gewölbten Körperanhang ab. Geht eine Fliege, eine Schabe oder sogar eine Maus „ins Netz“, können die Tiere dank dieses Organs die Bewegungsrichtung blitzschnell orten und zupacken. Bisse von Vogelspinnen verlaufen bei Menschen nie tödlich. Im schlimmsten Fall schmerzen sie oder verursachen - wie bei der gefährlichsten Art, dem „Giant Earth Tiger“, der es auf eine Beinspannweite von knapp 20 Zentimetern bringt - starke Übelkeit.

Meritz ist fasziniert von der Schönheit dieser Tiere: Kaum eine andere Familie verfüge über einen solchen Farbreichtum, schwärmt er: „Violett, blau, hellgrün, schwarz, rot oder orange: Bei diesen Tieren ist alles drin.“

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