Alles, was krank und unschön aussieht, kommt weg: Angela Busch, Vorsitzende des Gartenbauvereins Ottobrunn-Neubiberg, beim Zuschnitt ihrer kleinen, mehrjährigen Sonnenblumen. Foto: Bro

Großer Garten-Herbstputz vor dem Frost

Landkreis - Gartenbesitzer haben jetzt noch einmal viel zu tun: Damit im Frühjahr wieder alles blüht und wächst, wird der Garten vor dem ersten Bodenfrost winterfest gemacht. Theresa Fuchs, Kreisfachberaterin für Gartenkultur, gibt wertvolle Tipps.

„Der Deutschen liebstes Kind“ sei der Rasen, scherzt Theresa Fuchs - und damit der im Frühling wieder grün und gepflegt aussieht, muss jetzt das Laub zusammen gerecht werden. „Das Gras fängt sonst darunter an zu faulen“, erklärt sie. Das Laub hat aber nichts im Abfall verloren - denn es ist ein guter Kälteschutz zwischen Sträuchern und Stauden und bietet außerdem Unterschlupf für Insekten und Igel.

Einjährige Sommerblumen reißt der Gartenbesitzer jetzt aus der Erde, empfiehlt die Gartenberaterin. Die Pflanzen landen auf dem Kompost - bis auf alles, was krank oder mit Pilz befallen ist: Das gehört in die Biotonne. Mehrjährige Knollenpflanzen wie Dahlien und Wunderblumen werden abgeschnitten, aus der Erde gegraben, trocken im Keller gelagert und im Frühjahr wieder eingesetzt.

Im Gegensatz dazu sind Stauden winterhart. „Manche wie die Fette Henne oder der Sonnenhut schauen jetzt besonders attraktiv aus, weil der Raureif so schön an den Ästen hängt“, findet Fuchs - sie kann man genauso wie Ziergräser in Ruhe lassen und bewundern. Ausnahmen sind neu gepflanzte Stauden, die den Frost noch nicht so gut vertragen: Diese sollten Gartler mit Reisig, trockenem Herbstlaub oder Stroh am Wurzelbereich vor der Kälte schützen.

Rosen werden jetzt geschnitten. „Alles, was überlang oder krank ist, kommt weg“, rät die Gartenexpertin. Noch viel wichtiger aber ist es, die Rosen an ihrer Veredelungsstelle vor Frost zu schützen, indem man dort Erde anhäufelt. Ratsam sei es außerdem, die Krone einzupacken: „Einzelne Kronen sind durch die kalte Luft besonders angreifbar und werden durch den ersten Frost stark beeinträchtigt.“ Als Haube eignet sich beispielsweise ein Jutesack, aber keine luftundurchlässige Plastikfolie.

Da jetzt keine Blätter die Sicht stören, ist laut Fuchs gerade eine gute Zeit, um Sträucher auszulichten. „Aber nicht mit dem so genannten Hausmeisterschnitt, bei dem man nur oberen Zweige abschneidet“, warnt sie. Denn der Strauch wächst immer da besonders gut nach, wo geschnitten wurde - soll die Pflanze gleichmäßig sein, müssen auch unten Zweige herausgeschnitten werden.

Ganz die Finger lassen sollten Gartenbesitzer jetzt von Bäumen. „Bäume nicht im Herbst und Winter schneiden, weil sie sich dann in der Ruhephase befinden, und die Schnittwunden besonders angreifbar für Pilzsporen sind“, erklärt die Fachberaterin. Deshalb lieber im Frühjahr Hand anlegen. Für neugepflanzte, frei stehende Bäume mit glatter Rinde - wie Rotbuche und Spitzahorn - empfiehlt Fuchs einen weißen Baumanstrich, der verhindert, dass der Stamm sich durch die Wintersonne stark erwärmt und dann durch starke Temperaturunterschiede Frostrisse entstehen.

Damit das Gemüse im Beet im kommenden Jahr gut gedeiht, wird die Erde jetzt umgegraben und alles Unkraut entfernt. „Sonst sprießt es auch im Winter, sobald es etwas wärmer ist“, sagt Fuchs. Manches wächst auch jetzt noch, zum Beispiel der Feldsalat. „Den kann man jetzt mit einem Vlies abdecken“, so Fuchs. Was viele nicht wissen: Die Zeit des Gießens ist im Garten noch nicht vorüber. Immergrüne Gehölze wie der Kirschlorbeer sollten auch im Winter gegossen werden, und zwar in Zeiten, in denen der Boden nicht gefroren ist.

Für die allermeisten Kübelpflanzen ist die Zeit im Freien jetzt vorbei. Im Inneren des Hauses landen sie laut Fuchs am besten in einem hellen Raum mit einer Temperatur zwischen fünf und zehn Grad. Fuchs schlägt zum Beispiel das Treppenhaus vor, weiß aber, dass kühle und helle Räume im Haus Mangelwaren sind. Als Faustregel gelte deshalb: „Je wärmer der Raum, desto mehr Licht brauchen die Pflanzen.“ Winterfeste Kübelpflanzen bleiben in einem dickwandigen, frostfesten Gefäß im Freien, am besten nah an der Hauswand. „Kleinere Pflanzen kann man auch samt Kübel in den Boden einsenken“, so Fuchs. „Wichtig ist es jedenfalls, dass der Bollen nicht komplett durchfriert.“

Für manche Pflanzen ist jetzt auch die richtige Zeit, um sie zu pflanzen: Wer Tulpen- und Narzissenzwiebeln noch nicht in den Boden gesetzt hat, sollte sich damit beeilen, bevor der erste Bodenfrost kommt. Dabei an die blühenden Osterglocken im Frühling denken - und schon wird es ein wenig wärmer, zumindest um’s Herz herum.

Einen wertvollen Tipp hat Theresa Fuchs noch: Jetzt ist die Zeit, um etwas gegen die Schneckenplage im kommenden Jahr zu unternehmen. „Die Schnecken haben jetzt schon ihre Eier abgelegt, zum Beispiel unter den Brettern zwischen Gemüsebeeten.“ Die weißen Gelege solle man jetzt entfernen oder aufdecken, damit die Vögel sie wegfressen.

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