Gründer der Mexico-Hilfe informiert an seiner ehemaligen Schule über Hilfsprojekte

Ismaning - Beim Betreten der Ismaninger Realschule fühlte sich Alexander Waldemer in seine eigene Schulzeit zurückversetzt. Schließlich machte der Gründer der Ismaninger „Mexico-Hilfe“ vor zwanzig Jahren selbst hier seinen Abschluss. Inzwischen ist er als Kaufmann bei der Lufthansa tätig und engagiert sich für Menschen in Not.

Gemeinsam mit anderen Ismaningern hat er 1996 die Hilfsorganisation „Mexico Hilfe e.V.“ gegründet. In seiner ehemaligen Schule schlüpfte er nun in die Rolle eines Lehrers, als er in einem Schulprojekt über Mexiko informierte und dabei die Arbeit seiner Organisation in den Mittelpunkt stellte.

Auf dem Weg zum Klassenzimmer der 6a traf Alexander Waldemer auch gleich eine ehemalige Klassenlehrerin. Dann allerdings wurde einiges neu für ihn.

Der Vortrag fand im Neubau statt, die Begrüßung erfolgte durch eine neue Konrektorin, Ina Langer, die seit etwa einem Jahr ihr Amt bekleidet. Auch die Institution der Schulsozialarbeit, die den Kontakt zu Alexander Waldemer hergestellt hatte, gab es vor zwanzig Jahren noch nicht. Schulsozialarbeiterin Astrid Hummeltenberg und die Erdkundelehrkraft Christina Hasenberger führen das Projekt des globalen Lernens in der sechsten Ganztagsklassen durch. Neben der theoretischen Wissensvermittlung sollen die Schüler globale Zusammenhänge erkennen, Verständnis für andere Lebensumstände entwickeln und bestenfalls selbst sozial aktiv werden.

Alexander Waldemer gelang es bei seinem Vortrag alle Bereiche anzuschneiden: Mit selbst zusammen gestellten Bildmaterial informierte er die Kinder über die Eckdaten Mexikos, den Unterschied von Arm und Reich und über die Menschen, die in den Müllbergen in Mexico-City leben. Sie suchen ihre Lebensmittel aus dem Müll und verkaufen verwertbare Reste, wie etwa Metall.

Der Jesuitenpater Roberto Guevara hat sie dort aufgesucht und Gottesdienste in den Müllhalden abgehalten, „weil es Jesus nicht wichtig ist, wie die Menschen im Gottesdienst riechen“, erklärte Waldemer der Klasse. Und mit Unterstützung des Ismaninger Vereins „Mexico Hilfe e.V.“ unterhält Pater Roberto nun drei Kindergärten im Müll, um den Kleinen eine Chance auf eine bessere Zukunft oder zumindest ein warmes Essen am Tag zu bieten. Darüber hinaus gibt es ein Sozialzentrum, das kostengünstige medizinische Versorgung bietet, sowie mehrstufige Programme für Straßenkinder.

Die Klasse lauschte mit voller Konzentration ihrem Kurzzeitlehrer. Als Andenken schenkte Waldemer jedem Schüler eine kleine in Mexiko aus Nüssen hergestellte Schildkröte.

Im Gegenzug bekam Alexander Waldemer von der zwölfjährigen Jaqueline einen Umschlag mit einer Spende der Realschule Ismaning: „Für den Kindergarten!“ sagte sie. Tatsächlich hat sich die Wirtschaftskrise auch für den Verein „Mexiko Hilfe e.V.“ und somit bei den dortigen Kindern bemerkbar gemacht und man ist dankbar für jeden Euro. „Wenn wir das alles schon vorher gewusst hätten, hätten wir versucht viel mehr Geld einzusammeln“, erklärte Alexander aus der Klasse 6a im Anschluss an den Vortrag. Diesem Ziel stellen sich die Schüler der sechsten Klasse jetzt. mm

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Oberhachings Schuldenberg wächst
Die Gemeinde Oberhaching muss rund 20 Millionen Euro Kredit auf nehmen, um ihre Projekte realisieren zu können. Vor allem die Energiezentrale und die Geothermie …
Oberhachings Schuldenberg wächst
Frau fährt mit Kleinwagen durch Unterführung und prallt gegen Betonwand
Auf der M11 ist es am Freitagabend zu einem schweren Unfall gekommen. Eine Frau war mit ihrem Wagen gegen eine Betonwand gekracht.
Frau fährt mit Kleinwagen durch Unterführung und prallt gegen Betonwand
Schäftlarner fordern Tempo 30 auf der Starnberger Straße
Mit einem Schreiben und 29 Unterzeichnern auf einer Unterschriftenliste haben sich die Anwohner der Starnberger Straße in Hohenschäftlarn an die Gemeindeverwaltung …
Schäftlarner fordern Tempo 30 auf der Starnberger Straße
Aschheim bläst zur Attacke auf sein Rathaus
Fest steht: Im Aschheimer Rathaus muss sich baulich was tun. Doch was, daran scheiden sich die Geister.
Aschheim bläst zur Attacke auf sein Rathaus

Kommentare