In den neuen Räumen: (v.l.) Alexander Fenzl, Bprgermeister Christoph Böck und Vorstandsvorsitzender Reimund Gotzel. Foto: Förtsch

Der Grüne Arm des Bayernwerks greift nach Unterschleißheim

Unterschleißheim - Die Stadt Unterschleißheim ist um ein attraktives Unternehmen reicher: Die Bayernwerk Natur GmbH, eine Tochter der Bayernwerk AG, hat ihren Sitz von München nach Unterschleißheim verlegt.

Grund für den Umzug war das Streben nach Steuergerechtigkeit: Die Landeshauptstadt München wollte die gesamte Gewerbesteuer haben; die Bayernwerk Natur GmbH aber wollte alle rund 60 Kommunen, in denen Anlagen des Bayernwerks stehen, an den Gewerbesteuereinnahmen beteiligen.

„Die Gewerbesteuer gehört da hin, wo die Anlagen stehen“, betonte Reimund Gotzel, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG, beim Pressegespräch in den neuen Räumen der Bayernwerk Natur an der Carl-von-Linde-Straße. Im Gegensatz zur Landeshauptstadt gefiel diese Einstellung auch der Stadt Unterschleißheim. Die Verteilung der Gewerbesteuer „ist sinnvoll“, sagte Bürgermeister Christoph Böck. Wie hoch der Anteil für Unterschleißheim ausfallen könnte, ließ er offen. Erfolgsabhängig wird auch die Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen sein, die Böck erwähnte. 26 Mitarbeiter haben ihren Arbeitsplatz von München nach Unterschleißheim verlegt. Mit der Entstehung neuer Energie-Anlagen können weitere Stellen im Bereich Technik und Vertrieb dazukommen. Insgesamt arbeiten in Bayern gut 70 Leute bei der Bayernwerk Natur.

Damit der Erfolgskurs erweitert werden kann, will die Bayernwerk Natur GmbH viel Geld in den Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) stecken. „Bis 2017 werden wir 35 Millionen Euro in KWK-Anlagen investieren“, sagt Alexander Fenzl, Geschäftsführer der Bayernwerk Natur. Diese Anlagen erzeugen gleichzeitig Wärme und Strom und seien eine Schlüsseltechnologie für den Ausbau einer energieeffizienten dezentralen Erzeugung. Die Technologie sei optimal für viele Branchen mit hohem, gleichmäßigen Strom- und Wärmebedarf, wie etwa Krankenhäuser. Allein in den letzten zwölf Monaten habe man über 20 Abschlüsse getätigt. Die Bayernwerk Natur „ist der grüne Arm der Bayernwerk AG“, sagte Fenzl.

Die Bayernwerk AG hat ihren Hauptsitz in Regensburg und ist in Unterschleißheim mit einem Netz-Center ansässig und hat heuer mit der Stadt Unterschleißheim einen Kooperationsvertrag für die Stromversorgung geschlossen (wir berichteten). Für Bürgermeister Christoph Böck ist die Bayernwerk Natur GmbH „ein zukunftsorientiertes, innovatives Unternehmen“, das ihr KnowHow im Bereich der regenerativen Energien nach Unterschleißheim bringe. Der Zuzug sei „ein gutes, positives Signal“, betonte Böck und wies darauf hin, dass die Stadt seit 2001 auf Geothermie setze und eine Klimaschutzkommune sei.

Zugunsten der Energiewende kümmert sich die Bayernwerk Natur GmbH um die Erzeugung von regenerativer Energie und um die Energieeffizienz. Geplant seien im Bereich Wasserkraft Kleinkraftwerke. Ein Windprojekt in Franken soll von der Bayernwerk Natur übernommen werden, und seit 2006 betreibt das Unternehmen eine Biogas-Initiative. In Garching werden Blockheizkra¦ftwerke fürs Geothermieprojekt realisiert; auch bei der Geothermie in Poing ist Bayernwerk Natur dabei. marion friedl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Vier Tote in Unterhachinger Seniorenheim
Das Coronavirus grassiert inzwischen auch im Alten- und Pflegeheim St. Katharina Labouré in Unterhaching.
Vier Tote in Unterhachinger Seniorenheim
Zwei Autos prallen frontal zusammen: Beide Fahrer werden eingeklemmt und schwer verletzt
Zwei Autofahrer sind schwer verletzt worden bei einem Frontalzusammenstoß am Freitagnachmittag auf der Rosenheimer Landstraße (Staatsstraße 2078) bei Blindham (Gemeinde …
Zwei Autos prallen frontal zusammen: Beide Fahrer werden eingeklemmt und schwer verletzt
Coronavirus im Landkreis München: Vier Tote in Unterhachinger Pflegeheim
Das Coronavirus versetzt den Landkreis München in den Ausnahmezustand. Mittlerweile sind mehrere Menschen gestorben, viele sind infiziert. Alle Infos hier im Ticker.
Coronavirus im Landkreis München: Vier Tote in Unterhachinger Pflegeheim
Kradfahrerin (24) schwer verletzt nach Überholmanöver
Ein unvorsichtiges Überholmanöver ist einer 24-jährigen Motorradfahrerin aus München am Samstag in Pullach zum Verhängnis geworden.
Kradfahrerin (24) schwer verletzt nach Überholmanöver

Kommentare