Grünes Licht für Gewerbepark Vielberth

- Eindeutiges Votum im Ausschuss / Blickfang soll ein 55 Meter hoher Turm werden

Garching (an) - Garching will den Gewerbepark Vielberth. Das Votum des Ausschusses für Planung und Umwelt war eindeutig. Einziger Diskussionspunkt: Die Bürger für Garching (BFG) forderten punktgenaue Vorgaben für den Investor, scheiterten damit jedoch an der Mehrheit des Ausschusses. Bürgermeister Manfred Solbrig (SPD) sprach von einer der wichtigsten Sitzungen seiner Amtszeit.

BfG-Sprecherin Henrika Behler will Vielberth keinen Blankoscheck ausschreiben. "Wir sind uns doch einig, dass es sich bei dem Gewerbepark um eine hochspekulative Sache handelt", sagte sie. Der BfG-Chefin ist es wichtig, dass die Stadt unbedingt Herrin des Verfahrens bleibt. Das gelte auch für die Belegung des Parks. "Wir sollten genau festschreiben, was wir wollen."

Behlers Sorgen teilte Solbrig nicht. Der Bitte Vielberths entsprechend, plädierte er dafür, dem Investor Freiräume zuzugestehen. "Eine gewisse Flexibilität für den Bauherrn ist einfach notwendig." Es sei wichtig, kurzfristig auf Bedürfnisse der Wirtschaft reagieren zu können.

Zu Beginn der Sitzung hatte Solbrig Fragen des Natur- und Landschaftsschutzes sowie der Verkehrserschließung und -belastung als Knackpunkte des Verfahrens benannt. Doch Verkehrsgutachter Harald Kurzak räumte diese Bedenken aus. Mit der Westumgehung und dem Ausbau der B 471 wären verkehrliche Probleme gelöst. Darüberhinaus empfahl er, in Hochbrück zukünftig weniger Büro-Gewerbe anzusiedeln, um Verkehrsspitzen entgegenzuwirken.

Die im Rahmen der vorgezogenen Bürgerbeteiligung geäußerten Bedenken von Nachbargemeinden hinsichtlich gewerblicher wie verkehrlicher Belastung wies Solbrig zurück. Garching habe sich in der Vergangenheit sehr zurückgenommen, was die Fortentwicklung des Gewerbestandorts betrifft. Andere Gemeinden, wie etwa Eching und Ismaning, hätten da viel weniger Rücksicht genommen. Entwarnung für den Bereich Natur- und Landschaftsschutz gab der Rechtsberater der Stadt, Andreas Geiger. Zwar grenze der Gewerbepark unmittelbar an eine als FFH-Schutzgebiet ausgewiesene Fläche an. Nach "sehr gründlicher Untersuchung" sei er aber zu dem Schluss gekommen, dass diese durch Vielberth nicht beeinträchtigt würde.

Blickfang des Gewerbeparks soll ein 55 Meter hoher Büroturm sein. Beschwerden der offensichtlich um ihre Silhouette fürchtenden Stadt München stießen auf Unverständnis. Garching würden von München ständig "Knüppel zwischen die Beine" geworfen, ärgerte sich Unabhängigen-Sprecher Peter Riedl: "Wir sollten vor denen nicht in die Knie gehen." Riedl und CSU-Chefin Hannelore Gabor sprachen sich sogar dafür aus, den Empfehlungen des Planers zu folgen und möglicherweise einen bis zu 80 Meter hohen Turm zu bauen.

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