Pflanzen und Wasser: Elfriede Wirt und Günther Granzow in ihrem kleinen Paradies. Foto: mic

"Grünes Therapiezentrum" im Hans-Scherer-Haus

Oberschleißheim - Zum vierten Mal in Folge hat das Hans-Scherer-Haus im Oberschleißheimer Ortsteil Mittenheim zum Tag der offenen Gartentür eingeladen, und wieder konnten die Besucher Neues entdecken.

Seit 2008 wurden zum Beispiel ein neuer Teich und die nach ihrem Erbauer benannte Sitzecke „Piazza Akim“ mit Brunnen, Gräsern und Steinen errichtet.

Hinzu kommen bekannte Blickfänge, die seit dem Jahr 1998 nach und nach entstanden sind. Damals hatte Elfriede Wirt die Regie in der Gartengestaltung übernommen und unter den 60 Bewohnern des Hans-Scherer-Hauses, einer Einrichtung für alkoholkranke, obdachlose Männer, eifrige Mitstreiter gefunden.

Seit 2006 hinterlässt nun auch Günther Granzow seine gärtnerische Handschrift, den seit einer Alkoholtherapie vor allem das Thema „Gartentherapie“ (s. Kasten) fasziniert.

Mehrere tausend Quadratmeter groß ist der ehemalige Klostergarten des Hans-Scherer-Hauses. Allein für die Pflege des etwa 300 Quadratmeter großen „Blumenmeers“ mit beispielsweise Funkien, Mohn, Lilien, Farnen, Rosen und Löwenmäulchen arbeiten ganztags mehrere ehemalige Therapieklienten und zwei bis drei Bewohner.

„Wir haben über 200 Pflanzenarten katalogisiert, die uns so aus dem Gedächtnis eingefallen sind“, erzählt Granzow. Eine Garantie auf Vollständigkeit gibt es aber nicht – zumal immer wieder auch „Mitbringsel“ von Bürgern eingepflanzt werden.

Außerdem hat Granzow laufend neue Ideen, wie etwa den Garten nicht nur innerhalb der Klostermauern zu halten, sondern nach draußen zu erweitern. Das ist zwar noch nicht spruchreif, aber wer weiß, was – vielleicht schon bis zum nächsten Tag der offenen Gartentür – daraus wird.

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