+
Südöstlich vom Forsthaus Wörnbrunn, im rot markierten Bereich, soll die Traglufthalle ab November für rund zwölf Monate stehen.

Traglufthalle am Forsthaus Wörnbrunn

Flüchtlingsheim neben Promi-Biergarten

Grünwald - Der Standort für die nächste geplante Traglufthalle im Landkreis steht fest: Die Notunterkunft für bis zu 300 Flüchtlinge soll neben dem Forsthaus in Wörnbrunn entstehen und im November bezugsfertig sein. Die Vorbereitungen laufen bereits.

„Ich stehe unter Schock. Ich muss mich jetzt erst einmal bei der Gemeinde informieren“, sagt die Wirtin, Edith Pongratz, des Forsthauses Wörnbrunn. Bis zuletzt hoffte sie, dass der zuerst angedachte Standort auf dem Bavaria-Film-Gelände gewählt wird. Das Landratsamt entschied sich allerdings dagegen. Jeden Tag finden dort Dreharbeiten statt, und dafür gebe es Geräuschgrenzen. „Denn absolute Ruhe ist neben einer Flüchtlingsunterkunft mit Hunderten Menschen einfach nicht möglich“, sagt Landratsamts-Sprecherin Andrea Klein. Grünwalds Zweiter Bürgermeister Stephan Weidenbach (CSU) sieht die Entscheidung pragmatisch: „Die Gemeinde tut, was sie kann, und so müssen vorerst zumindest keine Turnhallen neu belegt werden.“ Die Halle wird süd-östlich vom Forsthaus Wörnbrunn aufgestellt. „So einen schönen Platz für eine Traglufthalle findet man nicht oft im Landkreis“, findet Weidenbach. Aber optimal angebunden, wie andere Standorte, ist Wörnbrunn nicht. Eine gute Infrastruktur und öffentliche Nahverkehrsmittel in unmittelbarer Nähe waren bislang für den Landkreis immer eines der wichtigsten Kriterien für die Auswahl eines Notunterkunft-Standortes. Im Fall von Wörnbrunn ist die nächste Bushaltestelle 1200 Meter von der Traglufthalle entfernt. „Wir wissen, dass die Lösung nicht optimal ist, aber die Flüchtlingszahlen wurden gerade erst nach oben korrigiert“, sagt Klein. Da müsse man reagieren. Raum für große Wünsche bleibt da nicht. Eine Leserin kommentiert dazu auf der Facebook Seite des Münchner Merkurs: „Das gibt’s doch nicht - wie soll denn da die Integration funktionieren - mitten im Wald?!“. Aber die ersten Vorbereitungen laufen bereits. Unter anderem muss ein Abwasserkanal gebaut werden. Die Gemeinde Grünwald wird die Kosten dafür übernehmen. Anschlüsse für Wasser und Strom sind vorhanden. Nun stellt sich allerdings noch die Frage, ob die Notunterkunft der Umsetzung und Idee des gemeindlichen „Natur-Kindergartens“ in Wörnbrunn im Weg steht. „Der Kindergarten wird schon gebaut, und bei der Eröffnung in etwa einem Jahr ist die Traglufthalle wahrscheinlich schon wieder abgebaut“, sagt Andrea Klein. Denn länger als zwölf Monate soll die Halle nicht stehen, versichert sie.

Isabella Lauber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Grünen-Stadträtin vereidigt, am nächsten Tag verlässt sie Fraktion - Das steckt dahinter
Am Donnerstag ist Patrizia Kempel als Nachrückerin für die Grünen als Stadträtin in Garching vereidigt worden. Am Freitag hat sie die Partei verlassen. Die Hintergründe.
Grünen-Stadträtin vereidigt, am nächsten Tag verlässt sie Fraktion - Das steckt dahinter
Schäbiger Einbruch in die Hütte der Lindenburschen Neubiberg
Hier handelt es sich nicht um ein Kavaliersdelikt: In die Hütte der Lindenburschen Neubiberg ist eingebrochen worden. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.
Schäbiger Einbruch in die Hütte der Lindenburschen Neubiberg
ÜWG Baierbrunn: Bürgermeisterkandidat saß schon im sächsischen Landtag
Die ÜWG Baierbrunn hat zur Kommunalwahl 2020 ihren Bürgermeisterkandidaten und die Liste für den Gemeinderat nominiert
ÜWG Baierbrunn: Bürgermeisterkandidat saß schon im sächsischen Landtag
Baufortschritt im Stakkato: So haben Sie den neuen Schulcampus noch nie gesehen
Der neue Schulcampus in Unterföhring wächst und wächst. Und er wird immer teurer. Ein Blick von oben, verdeutlicht die Dimension.
Baufortschritt im Stakkato: So haben Sie den neuen Schulcampus noch nie gesehen

Kommentare