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Tiere und Menschen

Freiwillige Stallmeister

Grünwald - Friedlich grasen Schafe und Ziegen auf der Weide und der Duft der herbstlichen Wiese liegt in der Luft. Idyllisch liegt das alte Forsthaus auf der Rodungsinsel Wörnbrunn. Ein idealer Platz, um Kraft zu tanken und Gelassenheit zu gewinnen.

Dort hat vor fünf Jahren der Verein „Menschen brauchen Tiere“ einen Begegnungshof geschaffen und damit ein Zuhause für eine kleine Herde von 14 alpinen Steinschafen, angeführt von Leitschaf Anita, vier Ziegen, dem gemütlichen Labrador Schoko und der kuscheligen italienischen Dogge Afra sowie einer Katze und einigen Kaninchen.

Ziel des Vereins ist es, die Beziehung von Menschen zu Tieren und Natur zu fördern. Dabei soll nicht nur ein bewusster Umgang mit der Natur entstehen, es werde auch Selbstvertrauen, Eigenkompetenz und Empathievermögen gestärkt. „Es ist schön zu sehen, wie sich bereits im Lauf weniger Stunden Mensch und Tier einander annähern können und Vertrauen fassen“, freute sich Ina Kirchhoff, die Vorsitzende Vereins. „Viele Menschen haben heute kaum noch Kontakt zu Tieren und nehmen sich daher nicht die Zeit zu entdecken, wie erfüllend dieser Umgang sein kann“, erklärte sie.

Nun ist das Alte Forsthaus zum „Begegnungshof“ geworden, wo Kinder, Erwachsene, Senioren sowie Menschen mit physischen oder psychischen Behinderungen hautnahen Kontakt zu Tieren erleben. Ina Kirchhoff freut sich, dass seit der Gründung des Vereins 2011 zahlreiche Projekte und Ideen umgesetzt werden konnten, um das Verhältnis zwischen Mensch und Tier bewusster zu gestalten. Schon im ersten Jahr wurden im Rahmen des Grünwalder Ferienprogramms „Schäfertage“ angeboten, bei denen die Kinder Schafe hüteten, die Tiere versorgten, Hirtenstäbe schnitzten und gemeinsam mit Filz bastelten. Im Sommer darauf entstand in Zusammenarbeit mit Theaterpädagogen das „AmVieh-Theater, bei dem Kinder und Tiere zusammen ein Stück auf die Beine stellen. „Mittlerweile kommen auch Grundschulklassen zu uns, und natürlich auch Kindergärten sind zu Besuch“, sagte Kirchhoff.

Doch auch für demente Senioren ist der Begegnungshof ein Ort der Freude und Entspannung. Das Fell und der Geruch der Tiere wecken Erinnerungen und bieten das Gefühl von Sicherheit in einer Welt, die diese Menschen immer schwerer einschätzen können. „Natürlich arbeiten wir auch mit Flüchtlingskindern, die zum Beispiel beim „Lesen mit Schafen“ ihre Ängste abbauen, sich beim Umgang mit der neuen Sprache zu blamieren.“ Einige Wochen war ein junger Iraker aus der nebenan gelegenen Traglufthalle als Stallmeister im Begegnungshof und ein 16-jähriger Afghane arbeitete beim diesjährigen Ferienprogramm mit.

„Bei allen Programmen sollen sich nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere, die jeder einen eigenen Charakter mitbringen, wohlfühlen.“ Zum Jubiläum feiert der Verein am Samstag, 8. Oktober, von 14 bis 20 Uhr ein buntes Fest. Ab 16 Uhr liest Autorin und Songschreiberin Bea Reszat aus ihrem neuen Werk „Mutmachbuch für Träumer“, und ab 18 Uhr sorgt die Band „Janina and the Deeds“ für gute Stimmung. Birgit Davies

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