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Soziales

Klassische Optik am Haus der Begegnung

Grünwald - Bei einem Projekt, das knapp 40 Millionen Euro teuer wird, sollte die Farbgebung der Gebäude schon auch Beifall erhalten. Nach viel Unmut im Gemeinderat musste das Architekturbüro Goergens & Miklautz jetzt erneut antreten – mit Erfolg.

Eine ungewöhnlich harsche Kritik hatte der Chef des Architekturbüros Georgens und Miklautz, Gert Georgens, Ende Juni einstecken müssen, als er höchstpersönlich im Gemeinderat aufgetreten war und Vorschläge zur Farbgestaltung des Hauses der Begegnung mit Mehrgenerationenanlage machte – ein Prestigeobjekt. Im Gemeinderat gingen die Geschmäcker auseinander, die Anregungen prasselten in den Wortmeldungen nur so hernieder. 

Einigen konnte man sich am Ende nur darauf, dass die Varianten bei einer wiederholten Vorstellung realitätsgetreu abgebildet werden sollten. Und Architekt Christian Weigl wirkte bei der Neuauflage sehr bescheiden, fast kleinlaut, als er jetzt im großen Ratssaal Platz nahm und mittels Beamer die grafischen Darstellungen an die Wand warf. Vom Tisch waren sämtliche gewagte Varianten – etwa die rote Fassade im pompejianischen Stil mit hellen Ziegeln. Der Architekt versicherte, bei der Visualisierung die Realität so getreu wie möglich abbilden zu wollen und entschuldigte sich im Vorfeld dafür, wenn es nicht immer ganz passgenau sei.

Die Fotovoltaikanlage mit einen dunklen Reflexen harmonierte plötzlich recht gut mit den roten Dachziegeln, die bei den Gemeinderäten unisono auf breite Akzeptanz stießen. Alexander Steininger (CSU) ließ nun sämtliche Skepsis, die er vormals bekundet hatte, fahren: „Die Vorstellung finde ich rundum gelungen.“ Das neue Konzept sieht so aus: Klassisches Ziegeldachrot trifft auf Kupferregenrinne und -traufe sowie einen weichen Grauton der Fassade. Die Fenster setzen sich durch eine weiße Rahmung (Faschen) explizit ab, und die Balkone gewähren eine gewisse Privatsphäre – sowohl durch Trennung zu beiden Seiten also auch durch eine Undurchsichtigkeit mittels Lärchenlamellen an der Brüstung. Unter anderem durch die Metallic-Verarbeitung der Fenster und Geländer wirken die Häuserkomplexe aus jeder Perspektive anders – der Platz für die ambulante Tagespflege, die Räume für die Tafel, die Nachbarshaftshilfe, das Café, den Kindergarten, die zum Teil rollstuhlgerechten Wohnungen und die Personalwohnungen im ersten Stock, die sich über dem Kindergarten befinden. Sie sind so zurückversetzt, dass sowohl für den Kindergarten auch die Wohnungen genug Privatsphäre gewährleistet ist. 

Zur Oberhachinger Straße hin erstreckt sich eine Loggia mit sichtgeschützter Einfriedung. Um die Zweckbauten kenntlich zu machen, schlug das Architekturbüro vor, die Leuchtschriftbuchstaben „HDB“ als Abkürzung für das Haus der Begegnung anzubringen. Doch davon wollten die Gemeinderäte nichts wissen. Ingrid Reinhart-Maier (Grüne) fühlte sich dadurch irgendwie an eine Firma „wie in der DDR“ erinnert. Das Farbkonzept aber ging mit einer Gegenstimme durch. Marc Oliver Schreib

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