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Brauchtum

Maibaum „aus dem Urlaub zurück“

Einige Wochen lang stand in Grünwald neben dem Kriegerdenkmal ein Schild: „Bin im Urlaub. Euer Maibaum.“ Jetzt hat die Nobelgemeinde wieder eine weißblau geringelte Ortsmitte.

Gestern Vormittag wurde das neue, 38 Meter lange Brauchtumsholz an Ort und Stelle per Kran in die Senkrechte gehievt. Und anschließend von den Burschen eingegraben – 3,5 Meter tief. Es dauerte Stunden, ehe sie das Loch mit 40 Tonnen Kies verfüllt hatten. Um 10 Uhr kitzelte der neue Maibaum bereits den ebenfalls weißblauen Himmel über dem Marktplatz – da waren die Burschen allerdings schon fünf Stunden auf den Beinen. 

Grünwald hat wieder einen Maibaum: Die Bilder

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Um 5 Uhr in der Früh hatten sie sich getroffen in der Oberhachinger Straße 1, um den Maibaum, den sie sechs Wochen lang im Wechsel bewacht hatten, an seinen Standplatz zu bringen mit Traktor, Anhänger und Nachlader. Jetzt hingen Kinder an den Absperrgittern und schauten den jungen Männern beim Schaufeln zu. Während der Kranz am Baum noch schief hing, der Kran den Baum noch stützte, der Baum immer wieder nachjustiert worden ist. „Steht er jetzt grad?“ – eine der Fragen des Vormittags. Derweil berichtete Burschenvorstand Quirin Strobl, dass sie den Stamm „kaum hobeln“ haben müssen, so perfekt geformt ist er. „Fast richtig rund.“ Grundiert haben den neuen Maibaum, der vier Meter kürzer ist als sein Vorgänger es war, die 70 Ledigen selbst, blau geringelt wurde er dann von Jakob Steininger, der heuer das Amt des Maibaummalers übernommen hat von seinem Vater – in vierter Generation inzwischen. Das Blau wiederum hat Strobl selbst ausgesucht in seiner Funktion als Maikönig – und sich für einen fast royalen Ton entschieden, der dunkler ist als beim letzten, heller als beim vorletzten Baum. Und während immer wieder Leute vorbeikamen, zu Fuß oder mit dem Radl, in die Tiefe, dann in die Runde blickten, meinte ein Schaulustiger, „Einigkeit“ sei genau der richtige Name für die Burschen. Weil sie ja das Dorf zusammenbringen. 

Wie es jetzt weitergeht? Eröffnet wird der Betrieb im Festzelt beim Gymnasium am Freitag, am Samstag ist dort Kabarett („Die Bayerischen Löwen“), am Sonntag folgen dann nach der kirchlichen Weihe der Maibaumfahne um 12 Uhr der Tanz um den Baum, kurze Reden – und Weiterfeiern im Zelt. Das wiederum brauchen die Burschen gar nicht erst abzubauen, wenn alles vorbei ist. Weil ja am 27. und 28. Mai schon wieder ihr Dorffest im Kalender steht. Andrea Kästle

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