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Vor allem neue Klassenzimmer braucht die Schule.

Gymnasiumserweiterung

20 Millionen Euro obendrauf

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Grünwald - Wenn Prognosen dazu da sind, ein zutreffendes Bild von der Zukunft abzugeben, dann ist das im Fall des Gymnasiums Grünwald tüchtig in die Hose gegangen. Statt einer Dreizügigkeit drängen so viele Schüler hierher, dass eine Erweiterung zwingend ist. Der Gemeinderat gab jetzt grünes Licht für die Vorplanung.

Es war laut dem damaligen Gutachten nicht absehbar, dass die Schülerzahlen derart durch die Decke gehen. Geplant war eine Maximalzahl von 700 Schülern, mit dem Erweiterungsbau können 950 unterrichtet werden. Im September werden es nach der vorläufigen Planung 535 sein. Das Direktorat will niemanden abweisen, weshalb die Vierzügigkeit beschlossene Sache ist. Die Erweiterung muss schnell über die Bühne gehen, bevor der Schulcampus mit allen acht Jahrgangsstufen belegt ist. Im Herbst werden erstmals die neunten Klassen ihren Unterricht beginnen und voraussichtlich zwei Jahre später kann der Erweiterungsbau eröffnet werden. Dann gehen die elften Klassen an den Start. Bis dahin kann die Schule auf einen Teil des Bestands verzichten, der direkt neben der Baustelle liegt. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat eine künftige Erweiterung schon bei der Schulplanung berücksichtigt. 

Allerdings hatte der Gemeinderat fraktionsübergreifend ein Problem mit den Gesamtkosten von rund 20 Millionen Euro, die von den Planern für die Erweiterung geschätzt werden. Der frisch vereidigte Helmut Kraus (PBG) – er trat die Nachfolge des verstorbenen Hubertus Lindner an – hatte sich auf die Sitzung offensichtlich gut vorbereitet. Er streckte gleich als erster die Hand in die Luft und machte keinen Hehl daraus, dass er die Schätzung für arg übertrieben hielt. „Wir fangen ja nicht von vorne an. Auch wenn man die regionalen Preisunterschiede mitberücksichtigt und Zuschläge für eine hochwertige Bauweise einrechnet, kann ich mich mit dieser Summe nicht anfreunden. Die Kalkulation möchte ich gern sehen.“ Nebenkosten in Höhe von 27 Prozent fand er ebenfalls nicht nachvollziehbar, genauso wie Alexander Steininger (CSU), der bei der Preisberechnung eine gewaltige Reserve vermutet. Beide Gemeinderäte sind selbst Architekten und in der Materie bewandert. 

Für Projektsteuerer Michael Schropp sind die Nebenkosten nichts Ungewöhnliches. In manchen Fällen würden sie sogar bis zu 30 Prozent betragen und er schlüsselte die Gesamtsumme von 3,7 Millionen Euro nach Gutachten, Projektsteuerung, Architektenhonorar, Strom- und Wasserverbrauch auf. Der Gemeinderat verständigte sich darauf, dass die Schätzung nicht verbindlich sei und man erst die Kostenberechnung abwarten wolle, um die strittigen Punkte noch einmal abzuklopfen. Dann aber wünsche man sich eine transparente Kalkulation, wie Michael Ritz (FDP) es noch einmal betonte gegenüber den Planern: „Sie kennen doch mittlerweile unseren Gemeinderat. Wir hätten uns ein klare Vorlage gewünscht.“ Die nächste Gelegenheit dazu gibt es bei der Vorstellung der Entwurfsplanung.

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