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"Grünwald aktiv"

Musical mit Sprechtheater: „Märchen vom Spiegel“

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Grünwald - Der Verein „Jugend aktiv“ hat wieder mal ein Musical gezeigt. Zu feiern gab es diesmal aber nicht nur eine überaus gelungene Aufführung. Sondern auch den ersten runden Geburtstag der Einrichtung, die seit zehn Jahren vier- bis 18-jährige Grünwalder unterrichtet in Tanz, Gesang und Schauspiel.

Im bestens besuchtem August-Everding-Saal machten die rund 40 Mitwirkenden eine wirklich sehr gute Figur. Tanzten mal in netten Kostümen, sangen dann wieder, auch anspruchsvollere Soli, machten auch Sprechtheater zwischendurch. Erzählt wurde das „Märchen vom Spiegel“, das letztlich die wichtigen Fragen des Lebens behandelte, allen voran die Liebe. Das Stück hat die Tochter einer der „Jugend aktiv“-Gründerinnen, Patricia Probst-Söhn, geschrieben. Und auch gleich in Szene gesetzt, die junge Frau studiert Musical in Wien. Es war ihre erste Regie-Arbeit.

Wenn man so will, ist „Jugend aktiv“ ein mit vereinten Kräften aus der Taufe gehobener Ableger der Ballettschule, die Petra Söhn seit 30 Jahren betreibt. Als in München die Schrannenhalle eröffnet worden ist, wurde sie, nachdem zwei ihrer Schülerinnen dort bei der Grundsteinlegung als Münchner Kindl aufgetreten waren, gefragt, ob sie sich vorstellen könne, dort regelmäßig ein offenes Programm für Kinder anzubieten? Das konnte sie. Arbeitete dann jeden Sonntag mit Buben und Mädchen verschiedenen Alters, unterschiedlicher Herkunft, von denen die einen Vorkenntnisse mitbrachten, die anderen nicht. „Da hab ich“, berichtet sie heute, „unwahrscheinlich viele Leute kennengelernt“.

Es war dann die Idee von Heide Osterkamp, der langjährigen Rektorin der Grünwalder Grundschule, die Aktivitäten auch am Isarhochufer anzubieten. Und weil Osterkamp auch in einer der reichsten Gemeinden Deutschlands Kinder vermutete, die von zuhause aus vielleicht nicht rund um die Uhr gefördert werden. „Jugend aktiv“ wollte Programm machen für alle. Fortan traf sich, wer mitmachte, jeden Freitag in der Ballettschule.

Bald standen Wochenend-Workshops im Grünwalder Kalender, Tanzfestivals, türkisch-bayerische oder afrikanische Kinderfeste. Und einmal im Jahr wurde ein Musical auf die Bühne gebracht. In der Jubiläumsschrift, die jetzt erschienen ist, heißt es, Bühnenarbeit bedeute, „an sich selbst zu arbeiten“. Es gehe darum, die „Eigen- und Fremdwahrnehmung“ der Darsteller zu schulen, am Ende sollten die Mitwirkenden „echtes Selbstvertrauen“ entwickeln. Petra Söhn sagt: „Bei uns hat jeder Erfolg.“

Das sah man auch jetzt der Aufführung an, bei der jeder seinen Platz hatte. Der leicht verführbare Prinz ebenso wie die zu Zickenalarm neigenden Prinzessinnen oder die vielen kleinen Wichtel mit ihren roten Mützen. Alle wurden ausgiebig beklatscht. Das Stück wird noch einmal aufgeführt beim Pfarrfest an diesem Sonntag, 3. Juli. Pfarrwiese an der Hubertusstraße. Ab 15 Uhr.

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