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Nach Machtübernahme in Afghanistan: Ziehen jetzt Taliban nach Grünwald ins Konsulat?

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Von: Marc Schreib, Max Wochinger

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Als ob nichts gewesen wäre: Die Flagge der ehemaligen Islamischen Republik von Afghanistan weht weiter am Konsulatsgebäude in Grünwald.
Als ob nichts gewesen wäre: Die Flagge der ehemaligen Islamischen Republik von Afghanistan weht weiter am Konsulatsgebäude in Grünwald. © Marc Schreib

Vor zwei Monaten übernahmen die radikal-islamistischen Taliban die Macht in Afghanistan. Was bedeutet das für das Konsulat in Grünwald, fragen sich manche Bürger.

Grünwald – Die Flagge der ehemaligen Islamischen Republik von Afghanistan hängt weiter am Konsulatsgebäude. Zumindest von außen wirkt es, als hätte es die Machtübernahme der Taliban nicht gegeben. Was sich nach dem Regierungssturz nun im Konsulat abspielt, wissen die Gemeinde Grünwald und das Landratsamt München nicht. Auch Ministerien haben keine Antworten. Einige Bürger treibt nun um, wie es mit dem Konsulat in Grünwald weitergeht.

Afghanistan-Krise: Ziehen nun Taliban in den Münchner Süden?

Fest steht: Die Müllgebühren werden auch in Zukunft regelmäßig an die Gemeinde gezahlt. Das berichtete Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU) bei der vergangenen Bürgerversammlung. Ein Grünwalder fragte bei der Versammlung: „Ziehen jetzt dann die Taliban ein?“ Bürgermeister Neusiedl wusste es nicht. „Wir pflegen zur Republik keine näheren Beziehungen, daher ist uns auch nichts bekannt, wie es weiter geht.“

Nach Taliban-Übernahme in Afghanistan: „Starke Hinweise“, dass das Konsulat weiter betrieben wird

Es gebe aber „starke Hinweise“ darauf, dass das Konsulat weiter betrieben werden soll, sagte das Gemeindeoberhaupt. Der Bürgermeister wollte sich für mehr Informationen beim Landratsamt erkundigen.

Ziehen Taliban ins Grünwalder Konsulat? Landratsamt ist nicht zuständig

Die Kreisverwaltung wird dem Rathauschef keine weitere Auskunft geben können: „Konsularische Vertretungen liegen nicht im Einfluss- und Zuständigkeitsbereich des Landratsamts“, antwortet die Behörde auf Anfrage des Münchner Merkur. Deshalb könnten keine Fragen beantwortet werden. Inwieweit das Generalkonsulat in Grünwald die Kreisverwaltung umtreibt und ob eine radikal-islamistische Gesinnungsverschiebung im Konsulat drohe, ließ sie unkommentiert.

Nach Informationen des Ministeriums sei es „aus Sicht des Bundesinnenministeriums und des Auswärtigen Amtes derzeit noch völlig offen“, wie sich die Zusammenarbeit mit den Auslandsvertretungen entwickeln wird. Die Zusammenarbeit mit dem afghanischen Generalkonsulat werde aber „auch in Zukunft erforderlich“, teilt ein Ministeriumssprecher auf Anfrage mit. Über Änderungen für die Konsulate nach der Machtübernahme der Taliban gebe es derzeit keine Erkenntnisse.

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Nach Machtübernahme der Taliban in Afghanistan: Generalkonsulat in Grünwald hält sich bedeckt

Das Generalkonsulat in Grünwald beantwortet Anfragen des Münchner Merkur – wie schon früher – nicht. Auch um Generalkonsul Sifat Rahimee, bisher aktiv auf dem Nachrichtendienst Twitter, ist es still geworden. Sein letzter Tweet ist vom 17. Juli. In einem Facebook-Post vom 29. September macht das Konsulat zumindest auf technische Probleme seines Systems aufmerksam.

Neue Reisepässe könnten vorerst nicht ausgestellt werden, steht in dem Beitrag. Der Unmut bei den in Bayern lebenden Afghanen ist deshalb groß, wie sie unserer Zeitung berichten. Wegen fehlender Reisepässe gebe es Probleme mit örtlichen Landratsämtern.

Geimpft und doch erkrankt: Bisher 670 Corona-Impfdurchbrüche im Landkreis München. 

Taliban bald im Grünwalder Generalkonsulat? Bayerisches Innenministerium sagt: Abwarten

Wie es mit dem Generalkonsulat weitergeht und ob Konsul Rahimee ab sofort oder künftig der Taliban-Regierung in Kabul unterstellt ist, kann aktuell nicht geklärt werden. Die „weitere Entwicklung bleibt abzuwarten“, teilt das Bayerische Innenministerium mit.

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