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Alaba-Prozess: Gutachter hält Architekten für verantwortlich

Klare Einschätzung im Schimmelfall

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Im gefliesten, ursprünglich als Weinkeller gedachten Raum seines Hauses in Grünwald wollte Bayern-Profi David Alaba (26) eine Fitness-Anlage installieren. Darauf wartet er noch immer. Der Raum ist schimmelig und unbenutzbar. Der 26-Jährige zog vor Gericht. Der Prozess dauert nun schon über zwei Jahre. Ende Februar soll ein Urteil fallen.

Grünwald– Ein Gutachter beschrieb vor dem Landgericht München II den Keller als tauglich für die Lagerung von Kartoffeln und Kohlen. Doch dafür war er aufgrund seiner Ausstattung nicht vorgesehen. Schöne Oberflächen und Fußböden sowie ein Weinregal mit Beleuchtung aus Holz von ehemaligen Whiskey-Fässern sprachen für eine höherwertige Nutzung. Das hätte der Architekt bei der Sanierung wissen müssen, so der Tenor während der Sitzung.

Der Architekt wartete wie Alabas Vater George vor der Tür auf seine Vernehmung. Grund dafür war die Schilderung des Gutachters, der die Errichtung einer Drainage rund um und unter dem Haus als einzige Möglichkeit einer erfolgreichen Entfeuchtung des Kellers betrachtete. Das hätte der Architekt wissen müssen. Stattdessen wurden angeblich nur die Kellerwände mit einer Wasser bindenden Farbe saniert und Vorarbeiten für den Einbau einer Lüftungsanlage installiert. „Der Architekt hat es wohl verbockt“, zitierte die Richterin die vorläufige Einschätzung ihrer Vorgängerin, von der sie den Prozess übernommen hatte. Deshalb sei die Möglichkeit einer Klageabweisung sehr hoch, wagte sie eine Prognose.

Einen neuen Prozess müsste David Alaba vor der Architektenkammer führen. Vater Alaba wirkte nach Sitzungsende wütend. Wegen des Schimmels könne man in dem Raum nichts machen. Wegen der Situation könne er das Haus nicht weiterverkaufen. Eine Sanierung, dürfte den Fußballer etwa 200 000 Euro kosten. Noch hat er das Projekt nicht selber in die Hand genommen, sondern wartet auf gerichtliche Hilfestellung.

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