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Hat sich vom Schock bereits erholt: Einen Tag nach dem Einbruch in die „Parfümerie am Marktplatz“ in Grünwald bestückt Mitarbeiter Walter Wittl nach und nach die leer geräumten Regale mit neuer Ware.

Beuteschaden erheblich, aber noch nicht bezifferbar

Einbrecher räumen Nobel-Parfümerie leer

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Schock für den Inhaber und die Mitarbeiter der „Parfümerie am Marktplatz“ in Grünwald: Unbekannte sind in der Nacht auf Mittwoch in den Luxusladen eingebrochen und haben dort unter anderem hochpreisiges Parfüm gestohlen.

Grünwald – Als Parfümerie-Mitarbeiter Walter Wittl am Mittwochmorgen um 8.30 Uhr das Geschäft aufsperren will, fallen ihm als erstes feuchte Lappen auf, die am Boden vor der Eingangstür liegen. „Dann habe ich gemerkt, dass die Tür gar nicht zugesperrt, sondern nur angelehnt war“, erzählt der 57-jährige Make-up-Artist. Als er schließlich im Laden die leer geräumten Regale sieht, weiß er was Sache ist. „Ich habe sofort zum Hörer gegriffen und die Polizei angerufen.“ Die Lappen, so vermutet Wittl, haben die Einbrecher benutzt, um – so gut es geht – Spuren wie zum Beispiel Fingerabdrücke zu verwischen.

Neben den wertvollen Düften haben der oder die Täter auch das Bargeld in der Kasse, Modeschmuck, hochwertige Ledertaschen sowie selbst designte Kindermoden-Einzelstücke mitgehen lassen. Weder die Polizei noch der Inhaber können derzeit genau sagen, wie hoch der Beuteschaden ist. Die Summe liegt aber womöglich sogar im sechsstelligen Bereich.

Statt Kundschaft ist am Mittwochvormittag deshalb die Polizei im Laden, begutachtet den Tatort, sucht nach Hinweisen, befragt die Mitarbeiter. „Danach haben wir das Geschäft aber sofort wieder aufgemacht und betreiben seither Schadensbegrenzung“, erzählt Wittl. Sprich: Anhand von Lieferlisten und anderen Dokumenten versuchen er und seine Kolleginnen herauszufinden, welche Flakons und Fläschchen die Täter haben mitgehen lassen. Neue Ware muss dann bestellt oder aus einem externen Lager in München geholt werden. „Wir wollen, dass schnellstmöglich unsere sämtlichen Produkte wieder in den Regalen stehen“, sagt Wittl.

Dabei handelt es sich nicht um gewöhnliche Parfüms, die man in Drogeriemärkten oder im Internet bekommt. Verkauft wird in der „Parfümerie am Marktplatz“, die eigentlich in der Straße „Auf der Eierwiese“ liegt, neben extravaganten Kosmetikprodukten Düfte exklusiver Marken wie Kilian, Amouage oder Clive Christian. „Wir haben in der Regel Parfüms ab 600 Euro aufwärts“, erzählt der Inhaber des Nobel-Geschäfts, der namentlich nicht genannt werden will. „Einige Produkte haben sogar einen Wert von 4000 Euro. Und wir führen einzelne Parfüms, die man sonst in Europa nicht bekommt.“ Genau die teuren Produkte hätten sich die Täter gezielt ausgesucht.

So exklusiv wie die Produkte, ist auch die Kundschaft, die in der Parfümerie einkauft. „Natürlich kommt zu uns in den Laden jede Menge Prominenz“, sagt Wittl. Konkrete Namen will er nicht verraten, nur so viel: „Es sind viele Sportler und deren Frauen oder Freundinnen darunter, und eben auch Menschen, die einfach reich sind.“ Deshalb, so ergänzt der Inhaber, mache man vom ersten Tag der Eröffnung vor vier Jahren an ein gutes Geschäft mit den noblen Nischenprodukten.

Die gilt es ab sofort noch besser zu schützen. Sicherheitsglas an Fenstern und Türen gab es bisher schon. Doch die Täter – der Inhaber vermutet, dass eine professionelle osteuropäische Diebesbande hinter dem Einbruch steckt – haben eine Schwachstelle gefunden. Nachdem sie daran scheiterten, über ein geschlossenes Fenster in die Räume einzudringen, hebelten sie mit brachialer Gewalt das Schloss der Eingangstür auf. Die Tür soll nun laut dem Inhaber noch einbruchssicherer gemacht werden. Auch eine Alarmanlage soll künftig vor Einbrüchen schützen.

Weil die Tür erst gestern im Lauf des Tages repariert beziehungsweise ausgetauscht werden sollte, hatte sich Wittl nach dem Einbruch übrigens sofort dazu bereit erklärt, den unverschlossenen Laden zu bewachen – ein kleines Abenteuer. Wittl: „Die Tür lässt sich nur nach innen öffnen. Also habe ich Dinge davor gestellt und mich dann auf eine Liege in der Kosmetik-Kabine zum Schlafen gelegt.“

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