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Etwas archaisch wirken die Plastiken von Christa Kisselmann – aufgrund der Brenntechnik mit offener Flamme und Oxyden. Mit ihren Bildern drückt die Künstlerin aus Grünwald „innere Empfindungen“ aus.

Künstlerische Intuition

„Ich arbeite ohne zu denken“

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Grünwald - Wer im Rathaus Grünwald ausstellen möchte, muss zwei Grundvoraussetzungen erfüllen: zunächst einmal Künstler sein, zum anderen in der Isartalgemeinde seinen Wohnsitz haben.

Beides erbringt Christa Kisselmann in höchstem Maße: Seit über 40 Jahren malt und zeichnet sie, als Bildhauerin ist sie außerdem tätig und das seit 1991. Geboren in Wolfratshausen, zog Christa Kisselmann 1975 nach Grünwald und lebt und arbeitet seither dort. Den „Anfragen aus aller Welt“, wie Bürgermeister Jan Neusiedl gut gelaunt bei der Vernissage das Interesse am Rathaus als Ausstellungsforum beschrieb, hat die Malerin und Bildhauerin also einiges voraus.

Besuchern der Schauen im Grünwalder Rathaus ist sie ohnehin ein Begriff. Etwa alle drei Jahre sind ihre Bilder und Plastiken im Foyer zu sehen, und nun feierte sie dort die Eröffnung ihrer mittlerweile 13. Ausstellung. „Möge Ihnen diese Zahl Glück bringen“, sagte der Rathauschef, der vor zahlreichen Vernissagegästen eine kurze Einführung zu den Werken hielt.

Unter dem Titel „Körpersprache“ zeigt die Grünwalderin Bilder und Plastiken. Ihre Malerei scheint mit der Bildhauerei zunächst nichts gemeinsam zu haben. Die Bilder sind abstrakt, die Plastiken drehen sich um das Thema Mensch. An den Stellwänden hängen die großformatigen, leuchtenden Farbkompositionen, davor stehen die kraftvollen Plastiken auf der anderen. Die kräftigen Rot-, Gelb oder Orangetöne in den Acryl- und Ölbildern harmonieren mit den erdigen Skulpturen, die ausschauen, als seien sie aus Bronze.

Ihre Malerei bezeichnet die Künstlerin als „reine Intuition“. Ein Großteil der Arbeiten sind Schüttbilder, für die Kisselmann die Leinwand auf den Boden legt. „Dann existiert nur die Farbe“, sagt die Malerin. Sie arbeite „ohne zu denken. Wenn man erst mal mit dem Denken anfängt, dann wird das nichts. Es muss spontan kommen.“ Sie schätzt einen Ausspruch von Gerhard Richter, der das Malen als „eine andere Art zu denken“ bezeichnet hat.

Kisselmanns Bilder, in sie auch diverse Materialien wie Asche oder Sand einarbeitet, geben innere Empfindungen wider. Der Mensch steht im Mittelpunkt ihres bildhauerischen Schaffens. Daran hat sich auch in den vergangenen Jahres nichts geändert. „Das ist das Einzige, was mich interessiert. Der Mensch ist am vielseitigsten und am komplexesten“, betont die Künstlerin. „Und selbst wenn ich eine Art Tier darstelle, wie zum Beispiel den Faun, ist doch auch ein Mensch darin.“

Die Grünwalderin hat bei der Münchner Bildhauerin Antje Tesche-Menzen studiert und vor über 20 Jahren figürliches Arbeiten bei der Künstlerin Sigrid Matthews-Hoffmann begonnen. Noch heute arbeitet sie einmal in der Woche in deren Atelier in der Rosenheimer Landstraße in Ottobrunn. Kisselmanns gebrannte Tonskulpturen mit ihren üppigen Formen haben eine besondere Präsenz, und die Versinnlichung der dem antiken Körperideal nachempfundenen Plastiken ist ihr ein Anliegen. Die erdigen Tonarbeiten der Grünwalderin wirken dank der Brenntechnik mit offener Flamme und Oxyden sehr archaisch.

Die Ausstellung ist bis 17. Juni im Rathausfoyer in Grünwald zu sehen. Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr, Dienstag von 10 bis 12 und 13 bis 18 Uhr, Mitttwoch von 8 bis 13 bis 15 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr.

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