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Ziemlich eng wird‘s derzeit immer wieder am Koglerberg in Grünwald.

Grünwalder klagen über Verkehr auf Ausweichrouten

Baustelle Tölzer Straße: Fußgänger leben gefährlich

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Die Grünwalder sind genervt: Durch die Baustelle an der Tölzer Straße fahren immer mehr Autos und Lkw über schmale Schleichwege - und gefährden die Fußgänger.

Grünwald – Dass sich der Verkehr durch die Baustelle an der Tölzer Straße in die Wohngebiete zieht, erzürnt viele Grünwalder. Einziger Hoffnungsfunke: Die Bauarbeiten werden nicht erst im Dezember, sondern bereits im November fertiggestellt (wir berichteten).

Hans-Joachim Kohler wohnt im Reiterweg – unmittelbar am Koglerberg, der vom Schleichverkehr besonders belastet ist. Er brachte in der Bürgerversammlung seinen Unmut zum Ausdruck. Die Einbahnstraße verläuft ohne Gehweg bei einer Breite von 3,10 Metern an der schmalsten Stelle. Für die schwächsten Verkehrsteilnehmer ist kaum Platz. Kohler nennt noch die scharfe Linkskurve und die elf Prozent Gefälle als Gefahren vor Ort. „Da fahren jeden Tag Drei-Achser, Baustellenkipper durch, und gleichzeitig versuchen die Fußgänger und Fahrradfahrer sich an dieser Engstelle zu behaupten.“

Nicht genug damit: An der Kreuzung zur Eierwiese sind mindestens schon zweimal 40-Tonner hängengeblieben, die teilweise auch Fahrzeuge beschädigt haben. Kohler hat das Gefühle, dass sein Anliegen in der Gemeinde kein Gehör findet. An Bürgermeister Jan Neusiedl gerichtet, appellierte er, diesen Zustand schnellstmöglich zu beseitigen. Am besten mit einem „Anlieger frei“-Schild, das hier bis vor 15 Jahren aufgestellt war.

Davon allerdings hält der Dienststellenleiter der Grünwalder Polizei wenig. Das Schild hat nach seinem Dafürhalten keinen Wert, es ist kaum zu ahnden. Eine Sperrung für den Lastverkehr ab 3,5 Tonnen wiederum h

ält Bürgermeister Neusiedl nicht für zielführend: „Das sind entsprechende Straßen, die für den Verkehr zugelassen sind, öffentlich gewidmet. Rettungsdienst und Feuerwehr dürften in diesem Fall nicht mehr fahren.“

Rosina Reiter, die an der Josef-Würth-Straße wohnt, profitiert in gewisser Hinsicht von der Umleitung. Denn im Rahmen der Baumaßnahme ist die Ampel an der Ecke Josef-Sammer-/ Oberhachinger Straße umgestellt worden. Sie funktioniert während der Bauphase automatisch. Zuvor mussten Fußgänger drücken, um sie zu aktivieren. Reiter: „Aber zu Fuß geht schon lange keiner mehr in Grünwald, also drückt auch keiner.“ Sie wünscht sich daher sehnlich, die automatische Schaltung auch nach den Bauarbeiten beizubehalten, und bekam dafür kräftig Applaus. Der Bürgermeister ist in dieser Sache mit Landrat Christoph Göbel (CSU) im Gespräch.

Daneben macht die Grünwalderin auch derzeit verstärkt die Erfahrung beim „Rund-uma-Dum-Fahren“ in Grünwald, dass ihr bei Rechts vor Links andauernd die Vorfahrt genommen wird: „Ich weiß nicht, ob die in die Fahrschule gegangen sind oder überhaupt den Führerschein bekommen haben.“ Den verkehrsphilosophischen Faden griff Bürgermeister Neusiedl auf und sinnierte fort: „Wenn der Führerschein echt ist, muss derjenige die Fahrschule besucht haben. Es ist allerdings nicht klar, in welchem Land.“

Und so kamen die beiden auf die Schweiz zu sprechen. Dort gilt nämlich die Regelung: Wer langsam in eine Kreuzung einfährt und kurz stehen bleibt, gewährt dem Gegenüber die Vorfahrt. Aber Polizeichef Andreas Aigner von der Grünwalder Dienststelle winkte ab: Wir sind nicht in der Schweiz. Zum Glück auch. Er rät grundsätzlich: „Langsam und gelassen bleiben.“

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