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Bild aus alten Tagen, als es die Musikschule in Grünwald noch gar nicht gab: Hier ist eine Schlagzeug-Darbietung beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ in der Martin-Kneidl-Volksschule zu sehen. Seit einiger Zeit gibt es einen Kulturtempel, in dem alle Musikklassen Platz finden.

Bernhard Huber spricht über die Zeit von „Jugend musiziert“ in Grünwald

Anfangs mit dem Radl von Bühne zu Bühne

  • vonAndrea Kästle
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In den 25 Jahren, die sie jetzt den Regionalwettbewerb Jugend musiziert ausrichten, haben die Verantwortlichen der Musikschule Grünwald schon jede Menge erlebt. Bernhard Huber, stellvertretender Leiter der Einrichtung, würde trotz der vielen Arbeit, die der Wettbewerb alle Jahre wieder macht, all diese Aufregungen nicht missen wollen. Dabei sind die Kinder, die sich beteiligen und sich trauen, vor doch einer Menge Zuhörer ihr Können unter Beweis zu stellen, immer mehr geworden mit der Zeit.

Unter Everding-Porträt: Bernhard Huber, seit neun Jahren bei der Musikschule Grünwald, und Stefan Hofbeck (l.), der von Anfang an „Jugend musiziert“ in der Gemeinde mitorganisiert.

Grünwald – Wenn nächstes Wochenende die musikalische Leistungsschau wieder über die diversen Bühnen in der Ebertstraße geht, dann sind dort rund 250 Kinder und Heranwachsende zu hören, die betreut werden von etwa 50 gleichaltrigen und erwachsenen Helfern und deren Vorspiel etwa 35 Juroren beurteilen.

25 Jahre Jugend musiziert – wie viele Kinder haben hier auf Regionalebene schon vorgespielt? Und wie viele Konzerte haben die Beteiligten bestritten?

Im Verlauf von 25 Jahren haben etwa 4000 Wertungsvorspiele und 100 Konzerte im Zusammenhang mit „Jugend musiziert“ stattgefunden. Am Anfang waren unsere Aufführungsorte noch auf die ganze Gemeinde verteilt. Manche Vorspiele fanden im Grünwalder Rathaus statt, andere im Pfarrheim oder im evangelischen Gemeindezentrum. Wir, die Organisatoren, sind an dem einen Tag, an dem der Regionalwettbewerb damals stattfand, mit dem Radl von Bühne zu Bühne gefahren. Um Wertungslisten abzuholen, hier oder dort dabei zu sein. 2003 wurde dann die Musikschule eingeweiht.

Deren Bau wiederum hat ja auch mit „Jugend musiziert“ zu tun.

Genau. Nachdem August Everding 1997 Schirmherr der Veranstaltung gewesen war, meinte er zur Gemeinde, die Musikschule brauche unbedingt eigene Räume. Und einen gescheiten Konzertsaal! Wir waren damals ja im Untergeschoss des Rathauses untergebracht.

Die Fertigstellung der Musikschule, deren Einweihung hat er dann nicht mehr erlebt.

Nein, aber sein Porträt hängt ja im Foyer, er ist quasi immer dabei. Und der Konzertsaal ist nach ihm benannt worden.

Ein besonders schönes Wettbewerbs-Jahr – erinnern Sie sich daran?

Der Wettbewerb mit seinen Veranstaltungen ist jedes Jahr wie neu, weil sich ja die Kategorien ändern: In allen Instrumentenbereichen wechseln Solo-, Duo- und Ensemblewertungen ab.

Hat sich was verändert in all den Jahren? Die Musikrichtungen?

Um weitere Zielgruppen anzusprechen, sind die Pop-Wertungen hinzugekommen: Pop-Gesang, Pop-Gitarre und Drum-Set. Manche Anforderungen wurden in den letzten Jahren erleichtert, man muss heute nicht mehr unbedingt einen langsamen Satz, ein modernes oder ein mehrstimmiges Werk vortragen.

Sind die Leistungen der Teilnehmer hervorragender geworden – oder eher gleich geblieben?

Insgesamt kann man sagen, dass das Niveau gestiegen ist. Alle, die teilnehmen, kommen bestens vorbereitet, und die Unterschiede zwischen den Preisen sind oft klein. Wir müssen aufpassen, dass „Jugend musiziert“ nicht zu elitär wird, die Breitenwirkung soll nicht verloren gehen! Der Fördergedanke steht ganz klar im Vordergrund.

Merken Sie, dass auch die Eltern, worüber viele Schulen um München ja klagen, immer ehrgeiziger werden?

Wir versuchen hier jedenfalls, den Festivalcharakter des Wettbewerbs zu betonen. Bei uns bekommen auch immer alle Teilnehmer ein kleines Präsent. Und ganz bewusst lassen wir nicht nur erste Preisträger in den Preisträgerkonzerten auftreten.

Was wird aus den Teilnehmern? Verfolgen Sie deren Karrieren weiter?

Man könnte die Frage auch anders stellen: Gibt es heute noch Musikberufler, die ihren Weg nicht mit „Jugend musiziert“ begonnen haben? Na klar finden wir in den Programmheften einige inzwischen prominentere Namen – und viele Teilnehmer, die Musik zu ihrem Beruf gemacht haben.

Hat sich der Wettbewerb selbst auch verändert?

Vor allem sind es mehr Kinder geworden, die am Wettbewerb teilnehmen. In den ersten Jahren hatten wir kaum mehr als 50 Anmeldungen für den gesamten Wettbewerb. In vielen Wertungen gab es überhaupt nur einen Teilnehmer pro Altersgruppe! Inzwischen gehen fünfmal so viele junge Musiker an den Start. Dabei ist die Zahl der älteren Jugendlichen wieder ein wenig zurückgegangen – die werden wohl von der Schule zu sehr in Beschlag genommen.

Die Grünwalder Preisträgerkonzerte für einen guten Zweck - seit wann gibt es die? Und der Zweck ist ja jeweils ein anderer, oder? Welche Projekte wurden da schon unterstützt?

Unsere Benefizkonzerte gibt es jetzt seit zehn Jahren, und der Erlös geht abwechselnd an lokale und internationale Hilfsprojekte, mal an einen Hospizverein oder die Nachbarschaftshilfe Grünwald, dann wieder an die Musikschule „Magnificat“ in Jerusalem. Heuer unterstützen wir ein Jugendhilfeprojekt in Como.

Wie viel Arbeit bedeutet der Wettbewerb am Ende für die Musikschule? Man muss ja sicher an Dinge denken, die dem Außenstehenden gar nicht auffallen.

Unsere To-Do-Listen sind in der Tat lang. Die Finanzierung der Ausrichtung will jedes Jahr erarbeitet sein, ein umfangreiches Anmeldeverfahren, Erstellung des quadratmetergroßen Zeit- und Raumplans, Zusammenstellung der Jurys, Programmheft, Aufbau der Räume, Vorbereitung der Konzerte.

Wie viele Vorspiele sind das eigentlich jedes Jahr – in wie viel Stunden in wie viel Räumen?

Letztes Jahr hatten wir an zwei Wettbewerbstagen 170 Wertungsspiele in 15 Wertungskategorien in sechs Wertungsräumen. 255 junge Leute haben teilgenommen, die Juroren haben alle zusammen 350 Stunden zugehört und beraten, die ehrenamtlichen Helfer waren 450 Stunden im Einsatz.

Das Gespräch führte

Andrea Kästle.

Beim Regionalwettbewerb

von „Jugend musiziert“ in Grünwald finden nächstes Wochenende, 2./3. Februar, an beiden Tagen jeweils von 9 bis 18 Uhr die Vorspiele statt. Ebertstraße 1. Preisträgerkonzerte mit Urkundenvergabe sind am Samstag um 16.30 Uhr und am Sonntag um 17.30 Uhr angekündigt, am Sonntag gibt es außerdem um 19 Uhr ein Festkonzert zum 25-Jährigen in Grünwald. Der Eintritt ist jeweils frei. Der Wettbewerb ist heuer für Streichinstrumente, Akkordeon, Percussion und Gesang in der Solowertung, außerdem gehen unter anderem Vokal-, Zupf- und Harfen-Ensembles an den Start.

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