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Ein enges Rennen lieferten sich rund 80 Bürger bei der ersten Abstimmung der Bürgerversammlung im Hubertus-Lindner-Saal. Am Ende entschieden sie sich für einen Umgestaltung der Ortsmitte.

Bürgerversammlung Grünwald

Grünwalds Ortsmitte „hat kein Gesicht“

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Die Gestaltung der Ortsmitte in Grünwald rund um die Rathausstraße ist dem ein oder anderen Bürger schon länger ein Dorn im Auge. In der Bürgerversammlung wurde Kritik laut.

Grünwald – „Der Ort hat kein deutliches Zentrum aufzuweisen. Kein Gesicht, keinen Charakter.“ Harte Worte, die Werner Krumbholz in seinem Antrag für eine Umgestaltung der Ortsmitte schreibt. Er wünscht sich für den Marktplatz und die Rathausstraße eine Fußgängerzone, ähnlich wie im Luitpoldweg. „Die Zeiten, in denen Autos absolute Priorität haben, sollten vorbei sein“, findet Krumbholz. Außerdem will er den Maibaum um ein paar Meter versetzen, damit er von den Hauptverkehrsstraßen aus besser gesehen wird. „Das würde Kopfschütteln bei den Burschen verursachen“, prophezeite Bürgermeister Jan Neusiedl. Die Stelle neben der Verfassungslinde und dem Kriegerdenkmal habe historischen Wert.

Die Antwort Neusiedls im Bezug auf die Umgestaltung des Ortskerns fällt klar aus: Grünwald sei geprägt von Läden für den täglichen Gebrauch. „Die Ortsmitte lebt“, sagte Neusiedl. Das sei keine Selbstversändlichkeit. „Die Fußgängerzone des Luitpoldweges verbindet alle Einkaufsmöglichkeiten miteinander“, sagte Neusiedl. 

Reiche Gemeinde könnte viel mehr machen

Alles schön und gut. Heike Leibbrand war aber der Meinung, dass der Ort nicht von einem schönen Zentrum geprägt ist. „Wir sind eine reiche Gemeinde, da könnte man viel mehr machen“, sagt sie. Ihre Idee: Mehr Kontaktmöglichkeiten und Kunst für den Luitpoldweg. Auch Barbara Hurnaus kann Krumbholz in vielen Punkten unterstützen. „Man sollte sich vor allem über die Rathausstraße Gedanken machen“, sagt sie. Diese würde in letzter Zeit von Autofahrern immer öfter als Abkürzung zur Schule genutzt. Ihr Vorschlag: die Rathausstraße an einer Stelle unterbrechen. „Man könnte einen Raum für Cafés und Grünflächen schaffen“, sagt Hurnaus. Zurzeit sei die ganze Rathausstraße voller Parkplätze. Das sei nicht nur unschön, sondern auch gefährlich. Sie ist „immer in „Alarmbereitschaft“, wenn sie mit ihren Enkeln durch die Rathausstraße radelt. „Mit den vielen parkenden Autos kann es schon passieren, dass man nicht gesehen wird“, sagte Hurnaus. 

Verbindung zum Luitpoldweg nicht optimal

Bürgermeister Jan Neusiedl äußerte Verständnis für die Probleme: „Dem Gemeinderat liegt bezüglich der Situation in der Rathausstraße bereits ein Antrag vor.“ Dieser soll zeitnah behandelt werden, jedoch müssten die Zufahrten zu den Geschäften und zum Hotel gewährleistet sein. „Wir haben das Parkhaus am Marktplatz errichtet, damit wir die Dauerparker aus der Ortsmitte herausbekommen“, sagt Neusiedl. Außerdem sei eine Höchstparkdauer von zwei Stunden eingeführt worden. Mit der Rathausstraße hat sich auch Christian Menges beschäftigt. Er wünscht sich, dass man den Luitpoldweg und die Straße noch besser verbindet, und somit das Ortszentrum einheitlicher macht.

Bei der Abstimmung des Antrags lieferten sich die etwa 80 anwesenden Bürger ein Rennen. Letztendlich entschieden sich mit 39 zu 32 Stimmen für eine Ortverschönerung.

Lesen Sie auch: Stillstand in der Grünwalder Ortsmitte.

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