Soll saniert werden: die öffentliches Toilettenanlage in Grünwald in der Wilhelm-Keim-Straße.
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Soll saniert werden: die öffentliches Toilettenanlage in Grünwald in der Wilhelm-Keim-Straße.

150 000 Euro für ein sauberes stilles Örtchen

„Da sind oft Saubären drin“: Öffentliches WC in Grünwald muss saniert werden

  • Marc Schreib
    vonMarc Schreib
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Den Gemeinderäten war es ein dringendes Bedürfnis, diesem Thema in der Haushalts-Sitzung etwas mehr Platz einzuräumen. Schon auch im Hinblick auf die Zeit nach Corona: Das öffentliche WC am Derbolfinger Platz gehört laut Thomas Lindbüchl (CSU) zu den schwierigsten Punkten in der Gemeinde, was die Sauberkeit angeht. Die Toilettenanlage soll dieses Jahr saniert werden mit ordentlicher Beleuchtung und Belüftung.

Grünwald - Wie Thomas Lindbüchl betonte, sei es ihm wichtig, dass das WC regelmäßig auch gereinigt werde. „Ich würde darum bitten, dass man das Klo täglich sauber macht.“

Die Problematik, die er ansprach ist allen Gemeinderäten bekannt, auch die Tatsache, dass die Toilette für die Grünwalder eine große Bedeutung hat. Daher soll der Turnus der Reinigungskräfte erhöht werden, dafür nimmt die Gemeinde künftig 10 000 Euro statt 5000 Euro im Jahr in die Hand.

Lieber Edelstahl statt Keramik

Trotzdem wird saniert, und Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU) will dafür 100 000 Euro in den Vermögenshaushalt einstellen. Vor Jahren, so der Bürgermeister, hatte man bereits das Klo erneuert. Die Keramik war zerdeppert worden, weshalb man die neue Ausführung in Edelstahl einsetzte. Neusiedl: „Viele Grünwalder Bürger wollen es nutzen, aber es gibt – mit Verlaub – irgendwelche Deppen, die sich da austoben.“ Vor vier Jahren hatte er im Gemeinderat den pointierten Satz gesprochen: „Da sind oft Saubären drin.“ Ingrid Reinhart-Maier (Grüne) hatte zuletzt im Jahr 2017 eine grundlegende Sanierung der Toilettenanlage angeregt.

Kritik an Kosten: „Dafür können wir einen Toilettenplaner engagieren“

Am Ende der aktuellen Haushaltssitzung kam man zu dem Schluss, für die Sanierung insgesamt 150 000 Euro Budget im Vermögenshaushalt einzuplanen, mit einer neuen Haushaltsstelle im Hochbau. „Eine Haushaltsstelle mit vielen Nullen“, wie Bürgermeister Neusiedl süffisant beisteuerte. Wohlgemerkt: Das müsse nicht ausgegeben werden. Es handle sich nur um eine Hausnummer. Die Einzelmaßnahme wird im Bauausschuss beschlossen. Tobias Brauner (PBG) hatte nämlich angeführt: „Für 150 000 Euro könnten wir auch einen professionellen Toilettenplaner engagieren.“ Den Quadratmeterpreis findet er schon recht stolz.

Der Gemeinderat hielt es jedoch für sinnvoll, bei dem Ansatz von 150 000 Euro zu bleiben. Im Mittelpunkt stand die Hygiene, nicht die Zahl. Denn rund um die Schlosspassage sind öffentliche Toiletten Mangelware, und sobald die Geschäfte wieder öffnen dürfen, wird das Problem wieder auffällig.

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