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Corona sorgt für eine außergewöhnliches Haushaltsjahr in Grünwald.

Haushaltsplan

Das reiche Grünwald wird vorsichtig

  • Marc Schreib
    vonMarc Schreib
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Die Gemeinde Grünwald muss rund vier Millionen Euro in den Verwaltungshaushalt pumpen. Das kann sie leicht verschmerzen. Aber sollten die Einnahmen im Haushalt 2021 tatsächlich so gering ausfallen wie erwartet, wird der Kreis Schwierigkeiten mit der Finanzierung bekommen.

Grünwald – Das finanzielle Zugpferd in Grünwald ist die Gewerbesteuer, und so niedrig ist sie in Grünwald seit langem nicht mehr angesetzt worden. Sie wurde kurzfristig von 150 Millionen Euro auf 130 Millionen Euro herabgesetzt. Kämmerer Raimund Bader war bei der Haushaltsberatung im Februar nicht zugegen. Er musste in den vergangenen Wochen noch einmal umsortieren und sich überlegen, was gekürzt werden kann, um die fehlenden Einnahmen zumindest teilweise auszugleichen. „20 Millionen Euro sind auf Bairisch gesagt schon ein Hauseck.“ Aber die 130 Millionen Euro machen laut Bader immer noch 71 Prozent des Gesamthaushaltes aus, wie er im Gemeinderat sagte.

13 Millionen Euro für Baumaßnahmen und Grundstückskäufe

Bis auf vier Millionen Euro hat die Kämmerei die Einnahmen im Verwaltungshaushalt ausgleichen können. Für den Rest musste die Sonderrücklage herhalten, die für die Kreisumlage gedacht ist. Die zweite Baustelle ist der Vermögenshaushalt, dem heuer nichts zugeführt werden kann. Für die Baumaßnahmen, Grundstückskäufe und weitere Investitionen müssen 13 Millionen Euro aus der allgemeinen Rücklage entnommen werden. Selbst wenn die Jahresrechnung diese wenig optimistische Rechnung von 130 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen bestätigen würde, wäre es laut Bader für die Gemeinde gut erträglich, für den Landkreis allerdings „eine kleine Grippe“. Da diesem proportional die Umlage wegbrechen würde. Aber der Kämmerer zeigt sich dem Münchner Merkur gegenüber optimistisch, dass sein ursprünglicher Ansatz von 150 Millionen Euro ziemlich sicher eingehalten werde.

Wucht der Pandemie wird die Gemeinde bei der Gewerbesteuer treffen

In der Vergangenheit konnte die Gemeinde Grünwald immer den Königsweg wählen und das Geld aus den Einnahmen des Verwaltungshaushaltes in die Investitionen stecken. 30 bis 40 Millionen Euro Überschuss waren die Regel. Aber Corona sorgt für eine außergewöhnliches Haushaltsjahr, die Vorsicht der Gemeinderäte ist groß. Raimund Bader: „Die Wucht der Pandemie wird uns bei der Gewerbesteuer erst noch treffen.“ Hohe Haushaltsdefizite seien absehbar. Neben den Mindereinnahmen schlagen laut Bader die steigenden Ausgaben zu Buche: Schutzmasken, Desinfektion, und Reinigung, die Anschaffung von Luftreinigern sowie EDV für das Homeoffice.

Kritik an einzelnen Punkten des Haushaltsplanes kam von Michael Ritz (FDP): Er verspürt Bauchschmerzen angesichts geplanten Gerichts- und Anwaltskosten. Die FDP spreche sich gegen überzogene Kosten und Mandatierungen aus. Außerdem sind ihm die Zuschüsse für die Erdwärme Grünwald zu hoch. Das gemeindliche Tochterunternehmen müsse auf eigenen Füßen stehen, auch die Kosten für einen zweiten Geschäftsführer könne man sich sparen.

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