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Stabübergabe: Jakob Portenlänger wird Chef des Alten Wirtes in Grünwald

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Von: Marc Schreib

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Die Familie Portenlänger (im Vordergrund) bewirtet bei der Übergabefeier rund 250 Gäste.
Die Familie Portenlänger (im Vordergrund) bewirtet bei der Übergabefeier rund 250 Gäste. © mm

Der Alte Wirt in Grünwald hat einen Spitzenruf. Den soll er behalten, auch nach der Übergabe vom Vater auf den Sohn.

Grünwald – Die Madln im Dirndl und aufgesteckten Blumenkränzen, die Burschen in Lederhosen und Trachtenhut: Bei der Stabübergabe von der älteren an die jüngere Generation im „Alten Wirt“ hat sich die Grünwalder Festgemeinde von ihrer schönsten dörflichen Seite gezeigt. Rund 250 Gäste wurden bewirtet. Mit reichlich Steckerlfisch, Käsespätzle, vegetarischen Burgern und mit Freibier, versteht sich.

Kernstück des Zusammenhalts

Zum Herz einer jeden oberbayerischen Gemeinde gehört die Kirche genauso wie das Wirtshaus. Das traditionsreichste in Grünwald (die Einkehr hat zugemacht) steht am Marktplatz, flankiert vom Maibaumstandort und der Verfassungslinde. Der Alte Wirt ist Kernstück des Zusammenhaltes, Ort für die Stammtische und ein gastronomisches Juwel, wie der Guide Michelin jedes Jahr aufs Neue feststellt. Er ist dabei so jung und frisch wie vor über hundert Jahren, als er eröffnet hat.

Schon früh auf Bio gesetzt

Dass er so gut aufgestellt ist mit Bioküche, regionalen Spezialitäten und freundlichem Service, ist der Familie Portenlänger zu verdanken. Jetzt hat Uli Portenlänger seinem Sohn Jakob (32) die Leitung übertragen und dankte vor allem seinen Mitarbeitern, die Stütze des Hauses, für ihren Einsatz über die Jahre. Genauso wie den Gästen und Stammtischen, die treu blieben, als der Alte Wirt in den 2000er Jahren mit dem Konzept der Bioküche forsch vorangegangen ist. Uli Portenlänger genoss die locker, lässige Stimmung bei der Übergabefeier sehr, mit Musik von der Deininger Blaskapelle und der Amperlander Blasmusik. An der Rathausstraße waren zusätzlich Bänke aufgestellt, damit auch alle einen Platz bekamen, die nicht offiziell eingeladen waren. Im Alten Wirt wird sich kulinarisch nichts verändern. Das verspricht der Sohn: „Der Papa hat vor 16 Jahren schon auf Bio umgestellt. Damals haben ihn alle für verrückt erklärt. Heute liegt die Küche im Megatrend.“

Der 32-Jährige weiß, in was für große Fußstapfen er tritt. Der grüne Michelin-Stern für nachhaltige Gastronomie und die drei Rauten bei der ausgezeichneten bayerischen Küche sind ein beredter Ausdruck der Leistung.

Gastronomie von Kind an kennengelernt

Jakob Portenlänger hat schon als Jugendlicher seinen Eltern eröffnet, dass er gerne den Betrieb übernehmen wolle. Er half während der Schulferien in der Spülküche aus. Für ihn war der Beruf greifbar, und er erlebte unmittelbar, wie die Speisen zubereitet werden. Er fasste die Aufgabe als Lebenseinstellung auf und tastete sich nach dem Abitur Schritt für Schritt voran. Erst als Koch im Münchner Dukatz, dann an der renommierten Hotelfachschule in der Schweizer Stadt Luzern.

Parallel dazu kellnerte er gemeinsam mit seinem Bruder im Augustiner auf dem Oktoberfest. „Wir fühlen uns der Brauerei verbunden. Seit meine Geschwister Theresa und Xaver und ich das Restaurant Xavers in München betreiben, noch mehr.“ Ziel dort war, die Münchner Wirtshauskultur ins 21. Jahrhundert zu befördern mit frischem Wind und feschem Service. Der Alte Wirt war an diesem Ziel längst angekommen.

Als Kellner auf der Wiesn

Auf der Wiesn im Herbst wird der junge Wirt übrigens auch heuer wieder kellnern. Mindestens zehn Maß muss man schultern können. Inzwischen ist eine Ladung von 16 Mass möglich, aber nur in Ausnahmefällen. Dabei geht es mehr um die richtige Grifftechnik als um die reine Kraft. Während der Schankzeit auf dem Oktoberfest werden sich die Abteilungsleiter um den Alt Wirt kümmern. Außerdem hat Jakob Portenlänger seinen Vater gebeten, ob er nicht ein paarmal die Woche vorbeischauen könnte, um zu prüfen, ob das Haus noch steht. Uli Portenlänger freut sich darauf. Er steht gerne, wenn gewünscht, mit Rat und Tat zur Seite.

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