Nur noch digital: Im Zuge der Abschaltung des analogen Fernsehens stellt Josef Maurus vom Fernsehservice Pfeifer und Maurus in Schammach bei Grafing große Unsicherheiten bei den Kunden fest.

Aus für den Analog-Empfang

Das müssen Sie tun, damit das Fernsehbild heute nicht schwarz bleibt

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Vodafone/Kabel Deutschland schaltet ab dieser Woche im Landkreis München nach und nach das analoge Fernsehen ab – und komplett auf digital um. Viele Nutzer könnten plötzlich vor der schwarzen Mattscheibe sitzen.

Landkreis – In Garching, Unter- und Oberschleißheim, Ismaning, Pullach sowie Baierbrunn gibt’s analoges TV schon nicht mehr, am heutigen Dienstag folgt die Umstellung in Unterföhring, Haar, Putzbrunn, Ottobrunn, Grünwald und Taufkirchen.

Die Fernsehtechniker und -läden spüren das deutlich. Die Auftragsbücher von Alen Sarovovic, Fernsehtechniker aus Haar, sind voll. „Wer heute in meinen Laden kommt, der kann zwar gleich ein neues TV-Gerät oder einen Receiver mit nach Hause nehmen“, aber wer Service und Beratung braucht, muss sich ein wenig gedulden. Die nächsten zwei Wochen ist er gut gebucht.

Die Haushalte seien zwar schon lange auf die Umstellung von analog auf digital aufmerksam gemacht worden, „aber viele wollten das einfach mal auf sich zukommen lassen und abwarten“, stellt Sarovovic fest. Deshalb steht bei ihm ab morgens das Telefon nicht mehr still. „Unsere Kunden rennen uns buchstäblich die Bude ein, die Nachfrage nach neuen Fernsehern und Receivern ist immens.“ Darum hat er sich entsprechend vorbereitet und mehr Geräte auf Lager als sonst.

Umstellung auf Digital-Fernsehen: Viele sind überfordert

Auch bei Fernsehtechniker Manuel Yakoub in Aschheim stehen die Kunden Schlange. „Fast alle kaufen einen neuen Fernseher und nicht einen Receiver“, stellt er fest. Er war auf den Ansturm vorbereitet, „mein Lager ist gut gefüllt.“ Seit drei Wochen brummt sein Geschäft – auch „wenn die Aschheimer kaum betroffen sind, die haben fast alle eine Schüssel auf dem Dach“. Auch er ist derzeit viel unterwegs. Denn mit dem Neukauf ist es vielfach nicht getan, die Sender müssen eingestellt werden. Dabei stoßen viele Kunden an die Grenzen, „vor allem die älteren Menschen sind einfach überfordert. Sie wollen anschalten, den seit Jahrzehnten auf dem gleichen Knopf eingestellten Sender sehen“, schildert Yakoub seine Erfahrungen. „Service und Beratung sind momentan so gefragt wie noch nie.“

Die Umstellung erfolgt nach Postleitzahlen. Vodafone/Kabel Deutschland hat eine Service-Seite online gestellt, auf der jeder anhand seiner Postleitzahl feststellen kann, wann bei ihm zuhause die Umstellung erfolgt.  Doch für manche Kommunen gibt es noch keinen Termin für die Umstellung. Zum Beispiel liegen für Aschheim, Aying und Schäftlarn auf der Vodafone-Seite keine Informationen vor.

Abschaltung Analog-Fernsehen: Der alte Fernseher darf trotzdem bleiben

Die gute Nachricht: Mit einem passenden Receiver kann man auch mit einem alten Gerät digitales Fernsehen empfangen, falls sich jemand von seiner alten Flimmerkiste nur ungern trennt. Und manch einer hat bereits einen digital-tauglichen Fernseher zuhause und weiß das vielleicht gar nicht. Feststellen kann man das in mehreren Schritten: Ist das Gerät direkt mit der Kabel-Anschluss-Dose verbunden? Wenn ja, muss nur geprüft werden, ob der Kunde den Sender „one1“ empfangen kann. Wenn nicht, ist er von der Umstellung betroffen – außer sein Gerät hat ein DVB-C-Logo auf dem Gehäuse. Dann nämlich könnte der Kunde digital fernsehen, schaut aber analog. Diese Nutzer müssen nach der Umstellung den Sendersuchlauf starten. Wenn der Suchlauf nicht automatisch erfolgt, muss er manuell gestartet werden.

Aber der hilft eben nur, wenn das Gerät digital empfangen kann. Fernsehtechniker Josef Maurus vom Fernsehservice Pfeifer und Maurus in Schammach (Kreis Ebersberg) bemerkt große Unsicherheiten: „Die Leute werden nervös. Die spielen selbst ein bisschen am TV rum und glauben, dass es etwas bringt, wenn sie vorher einen Sendersuchlauf machen.“ Im Zweifelsfall hilft der Techniker. Ganz entspannt können Nutzer bleiben, die die Programme über Satellit empfangen. Für sie ändert sich nichts.

Ein Haustür-Vertreter nutzte die Verwirrung um die Kabelumstellung in Deisenhofen aus: Dort muss eine Frau nun für den Anschluss ihrer verstorbenen Mutter zahlen.

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