Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen

Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen
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Das 25-Meter-Becken im Grünwalder Schwimmbad reicht manchen Gemeinderäten nicht. Sie hätten gerne ein zweites Becken gleicher Größe.

Erweiterung des Grünwalder Schwimmbads

Luxuslösung geht baden

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16 statt 25 Meter wird das neue Becken: Der Gemeinderat hat sich für die kleinere Variante der Schwimmbad-Erweiterung ausgesprochen. Nicht jedem passt das. 

Grünwald – Selten war der Grünwalder Gemeinderat so gespalten wie bei der Diskussion über die Schwimmbad-Erweiterung im Grünwalder Freizeitpark. Kreuz und quer durch die Fraktionen verliefen die Fronten. Und die Argumente schäumten wild durch den Raum, weshalb Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU) fast schon verzweifelt davon sprach, eine Route feszulegen, „in welche Richtung marschiert werden soll“.

Zu Stoßzeiten teilen sich Sportschwimmer, TSV-Mitglieder, Schüler und Freizeit-Schwimmer vier Bahnen und treten sich gegenseitig auf die Füße. Im Jahr 2015 waren hier 90 731 Besucher zu Gast, ein Jahr später ging die Zahl marginal zurück auf 88 791. Die Vorsitzende des TSV Grünwald, Christine Paeschke, glaubt, dass ein 16-Meter-Becken eine gute Entlastung darstellen würde. Damit nehme man den Druck aus dem großen Becken. Zwar bevorzugen Leistungsschwimmer eine eine 25 Meter lange Strecke, aber auch ein Variobecken in Kleinformat hat laut TSV Vorteile aufgrund eines eingebauten Hubbodens. Das Kursangebot ließe sich ausweiten.

Auch das Gymnasium gab eine Stellungnahme ab, wonach es wünschenswert sei, einen eigenen Bereich für den Schwimmunterricht zu haben. Das Gymnasium hätte geren ein 25-Meter-Becken, ist aber vor allem daran interessiert, Schwimmunterricht in der sechsten Jahrgangsstufe und bald auch in der Oberstufe anbieten zu können.

Alexander Steininger (CSU) hat sich als Architekt mit der Umsetzung beschäftigt. Er kennt das Schwimmbad genau und hat vor acht Jahren die Sanierung in der Sauna durchgeführt. Er erklärte sich bereit, kostenlos eine Planskizze anzufertigen, um dem Gemeinderat eine Vorstellung zu vermitteln, in welcher Größenordnung die Erweiterung stattfinden kann. Die 16-Meter-Variante, die sich am Ende mit 13:9 Stimmen durchsetzte, hat laut Freizeitpark Gesellschaft den Vorteil, mühelos an die Wasseraufbereitungsanlage angeschlossen werden zu können. Außerdem seien eigene Umkleiden nicht vonnöten. Ein zusätzlicher Brandschutz falle voraussichtlich weg. All das kann bei der großen Variante nicht gewährleistet werden.

Das stärkste Argument lieferte Ingrid Reinhart-Maier (Grüne): Sie ist begeisterte Schwimmerin, mag aber auch den Freizeitpark. Sie warnte davor, den erholsamen Charakter durch eine massive Bauweise zu zerstören, „wenn immer mehr Gebäude das Charmante des Parks kaputt machen“. Sie sprach damit Neusiedl aus der Seele. Es müsse in die Wegführung eingegriffen werden, ein benachbarter Tennisplatz fiele weg.

In seiner Fraktion musste der Bürgermeister Widerspruch hinnehmen. Katja Victor-Becker favorisierte die 25-Meter-Lösung und brachte die Bevölkerungsentwicklung ins Spiel. Sie rechnet damit, dass die Gemeinde expandiert. „Hinzu kommt die Vierzügigkeit des Gymnasiums.“

In diesem Punkt war sie auf der Linie der SPD-Gemeinderäte Achim Zeppenfeld und Edith Wassermann. Letztere konnte nicht verstehen, wieso ein neun Meter längeres Becken den Freizeitpark zerstöre. Sie zeigte sich bestürzt über eine mangelnde Datengrundlage, auf der eine solche Entscheidung getroffen werde solle: „Ich war in einem Unternehmen für viel Geld verantwortlich. So eine Vorlage hätte man mir um die Ohren gehauen.“

Ihr Fraktionskollege Zeppenfeld gab nach dem Beschluss eine Protokollerklärung ab, in der er die dürftige Faktenlage beklagte. Ihm schlossen sich Wassermann, Dietmar Jobst, Helmut Kraus, Oliver Schmidt (alle PBG), Victor-Becker und Wolfgang Kuny (beide CSU) an. Sie alle hätten lieber abwarten wollen, bis ein Planungsbüro besseres Datenmaterial herbeischafft, untermauert mit genauen Zahlen des Gymnasiums und des TSV. Bürgermeister Neusiedl verwahrte sich gegen diesen Vorwurf. Den Vorschlag habe der Verwaltungsrat ordentlich erarbeitet. Er fügte hinzu: „Man kann alles vertagen, aber dann geht auch nichts voran.“

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