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Statur und Umriss mögen Ähnlichkeiten mit einem ehemaligen Gemeinderat aufweisen. Mehr aber auch nicht. 

Partei steht vor Rätsel

Kuriose Wende im Fall des Grünwalder FDP-Hasser - „Das geschah allein zu dem Zweck...“

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Die Polizei ermittelt in München gegen eine unbekannte Person, die am Bavariafilmplatz in Grünwald drei Plakate der FDP abgehängt hat und verschwinden ließ.

  • Im Münchner Nobel-Viertel Grünwald hat ein augenscheinlicher FDP-Hasser Plakate der Partei abgehängt.
  • Der Bürgermeisterkandidat der FDP hatte sie persönlich angehängt.
  • Gegen den Plakat-Dieb wurde jetzt Anzeige erstattet.

Update von Freitag, 7. Februar, 16.43 Uhr:  Der ehemalige Büroleiter von Franz Josef Strauß, Wilhelm Knittel, ist nun vollständig und abschließend rehabilitiert. Die Polizei kann ausschließen, dass er der ominöse FDP-Hasser ist, der am Dienstag um 10.15 Uhr am Bavariafilmplatz zugange gewesen sein soll, um bewusst Plakate abzuhängen und fortzuschaffen. Wie berichtet, hatte die FDP Anzeige gegen ihn gestellt mit dem entsprechenden Vorwurf. Kreisvorsitzender Michael Ritz war sich ganz sicher, den Mann auf drei Fotoaufnahmen einwandfrei identifizieren zu können, die ein Parteikollege zum Tatzeitpunkt gemacht hat.

Vermeintlicher FDP-Hasser in Grünwald unschuldig

Es war aber laut Polizei-Erkenntnissen nicht Wilhelm Knittel, sondern ein anderer, mittlerweile identifizierter Grünwalder, der sich an den Kabelbindern störte, die an den Laternen angebracht waren. Er zwickte sie ab und muss nun mit einer Anzeige wegen Sachbeschädigung rechnen. 

Aber wie kamen die Plakate weg? Auch das ist nun klar: Die Gemeinde hatte den Bauhof damit beauftragt, beschädigte Wahlplakate zu entfernen. Nicht nur die von der FDP, sondern auch der übrigen Parteien. Auf Nachfrage teilte Zweiter Bürgermeister Stephan Weidenbach (CSU) mit, den Bauhofleiter gesprochen zu haben. Dieser habe mit seinen Mitarbeitern Plakate abgeholt, die am Boden herumlagen. „Das geschah allein zu dem Zweck, damit es in Grünwald nicht so ausschaut.“ Die Bauhofmitarbeiter hätten keinerlei Auftrag, Plakate, die falsch hängen, zu entfernen. Weidenbach: „Das machen die nicht.“ 

Verdächtiger nimmt Wendung im FDP-Hasser-Fall mit Humor

Wilhelm Knittel (CSU), der einst sechs Jahre zeitgleich mit Michael Ritz (FDP) im Grünwalder Gemeinderat saß, nimmt die Wendung mit Humor: „Ich brauche jetzt auch Norbert Blüm nicht anzurufen. Mit dem wurde ich in der Vergangenheit gerne verwechselt.“ Schön findet der 84-Jährige, dass er diesbezüglich einen Anruf aus Israel erhalten hat – von einem ehemaligen Pressesprecher von Franz Josef Strauß. Dieser habe die Absurdität des Vorgangs zum Anlass genommen für eine kurzweilige Unterhaltung über die Wahlkampfposse.

Erstmeldung vom Donnerstag, 6.Februar: Der Grünwalder FDP-Bürgermeisterkandidat Michael Ritz hat sie eigenhändig mit einem Kollegen an zwei Laternenmasten und einem Schild für Straßennamen aufgehängt. Ritz glaubt zu wissen, um wen es sich bei der Aktion am helllichten Tag handelt.

FDP-Hasser treibt Unwesen: Grünwalder FDP-Bürgermeisterkandidat hat einen Verdacht

Ein Parteikollege habe mit seinem Smartphone die Szene fotografisch festgehalten. Sie habe sich am Dienstag gegen 10.15 Uhr an besagtem Ort abgespielt. Zu sehen ist in drei Aufnahmen eine kleine männliche Person mit Aufstellleiter, im schwarzen Mantel und Franzosenkäppi. Der Fotograf erwischte den Mann nicht beim Abhängen der Plakate, sondern beim Wegtragen des Kabelbinders. Die Frau von Michael Ritz, FDP-Kreisschatzmeisterin Maria-Theresia von Seidlein, nahm sich der Angelegenheit an und stellte in Vertretung der FDP Grünwald Strafanzeige. Man habe sich mit dem Landtagsabgeordneten Helmut Markwort abgestimmt, in dem Fall an die Öffentlichkeit zu gehen. Michael Ritz vermutet hinter der Aktion den ehemaligen Grünwalder Gemeinderat und einstigen Büroleiter von Franz Josef Strauß, Wilhelm Knittel.

FDP-Plakat-Dieb in Münchner Nobel-Viertel Grünwald: Kleiderprobe entlastet Knittel

Also fragte der Münchner Merkurbei dem 85-jährigen Grünwalder nach. Just in dem Moment des Anrufs bekam Knittel Besuch von der Polizei. Diese ist verpflichtet, der Anschuldigung nachzugehen. Wie die Pressestelle versichert, gibt es jedoch keinen Verdacht gegen eine bestimmte Person.

Wilhelm Knittel selbst hält es für absurd, dass er in seinem Alter und gehbehindert am helllichten Tag durch Grünwald gefahren sein soll, um Plakate der FDP zu klauen und sie an anderen Stellen zu zerkratzen. Der 85-Jährige findet, rein äußerlich, von der Ferne, könne jemand schon auf die Idee kommen, dass er das sei. „Aber wir haben gerade noch Kleiderprobe gemacht. Meine Joppe, die ich trage, ist deutlich kürzer.“

Nach FDP-Plakat-Gate in Grünwald: Gegenanzeige erstattet

Andere Merkmale wurden durchgesprochen, die nicht auf Knittel hindeuten. Außerdem versichert er glaubhaft, das Haus erst um 15.50 Uhr verlassen zu haben. Den Vormittag über habe er mit seiner Frau zu Hause verbracht und sich am Nachmittag in keiner der genannten Straßen aufgehalten. Der Jurist erstattete Gegenanzeige: „Ich bin eigermaßen verblüfft, was man mir mit meinen 85 Jahren zutraut.“

Auch angesichts seines Hintergrundes und Werdeganges hält er die Anschuldigungen des FDP-Mannes für ausgesprochen absurd. „Leider ist noch nicht Faschingshöhepunkt, sonst hätte ich das dort verortet.“

Im Thüringer Landtag hat sich ein politisches Beben zugetragen: Der Chef der kleinen FDP ist Ministerpräsident - ins Amt gebracht hat ihn die AfD.

Naivität oder Machtkalkül? Ein einziger Satz von Ministerpräsident Kemmerich (FDP) - ein Versprecher möglicherweise - scheint die Wahrheit zu entlarven.

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