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Verkauft: Die Industriellenvilla, 1910 erbaut, ist vor etwa zwei Monaten verkauft worden. Allein die Zufahrt ist imposant.

Firma zieht in Grünwalder Villa

Lindner-Anwesen verkauft

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Die Villa ist verkauft, eine Firma zieht ins Anwesen von Grünwalds verstorbenem Altbürgermeister Lindner. Der Park drumherum ist noch zu haben.

Grünwald – Auf einem der Klingelschilder steht noch unauffällig: H. Lindner. Altbürgermeister Hubertus Lindner hat nichts dem Zufall überlassen und zu Lebzeiten bereits genau geregelt, was mit seinem Elternhaus und dem Grundstück nach seinem Tod geschehen soll. Die mehr als 100 Jahre alte, denkmalgeschützte Villa an der Nördlichen Münchner Straße in Geiselgasteig wurde im Jahre 1910 erbaut. Lindner wurde darin geboren und ist hier vor eineinhalb Jahren gestorben. Vor etwa zwei Monaten ist das Haus von den Erben verkauft worden.

Wie aus sicherer Quelle zu erfahren ist, war das Anwesen, das einem kleinen Schloss nicht unähnlich ist, zuvor der Gemeinde zum Kauf angeboten worden. Der Gemeinderat entschied sich jedoch in nicht öffentlicher Sitzung gegen einen Erwerb.

Bereits zu Lebzeiten hatte Altbürgermeister Hubertus Lindner mit dem Landesamt für Denkmalschutz alles durchgesprochen. Im Interview mit dem Münchner Merkur erklärte er 2014, eine Vereinbarung mit der Behörde getroffen zu haben, dass das Haus im Inneren nicht als Einfamilienhaus weiter genutzt werden könne. Und Lindner erinnerte sich in einem bislang nicht veröffentlichten Teil des Interviews: „Wir waren fünf Kinder mit Personal. Da haben schon ein Haufen Leute drin gewohnt.“ Bereits vor Jahren wurde das Grundstück durch Verkäufe verkleinert. Lindner wusste es aus Erfahrung: „So ein Haus ist auch eine Last. Für mich ist natürlich schon die Frage, was geschieht nach meinem Tod.“

Das Anwesen gehörte zum Teil bereits seinen drei Kindern. „Sie werden das wahrscheinlich verkaufen müssen.“ Denn dem Altbürgermeister war klar. Es ist keiner in der Lage so ein Haus zu kaufen. „Ein Russe vielleicht. Oder die Gemeinde?“ Am Ende ging die Villa mit Gartenanteil an eine Firma, die in den nächsten Monaten hier einziehen dürfte.

Der Buchenbestand auf dem Grundstück des verstorbenen Altbürgermeisters Hubertus Lindner bleibt unangetastet.  

Übrig sind noch 3200 Quadratmeter Grund, die zum Verkauf stehen. Nach gemeindlichem Bebauungsplan ist es möglich, hier insgesamt 490 Quadratmeter Wohnfläche unterzubringen. Das klingt nicht wenig. Der parkähnliche Charakter des Areals bleibt nach Auskunft der zuständigen Maklerin trotzdem in jedem Fall erhalten. Offenbar gibt es bereits viele Bewerber, darunter auch eine Reihe Grünwalder, die sich für das Filetstück interessieren. Zur Zeit wird das Unterholz ausgeschnitten und einzelne Nadelbäume gefällt, wie Dagmar Ertl vom Umweltamt der Gemeinde mitteilt. „Die Absprache verläuft vorbildlich.“

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