Beim Burgfest dem Schrecken entfliehen

Grünwald -  Zu den zünftigen Klängen der Jugendblaskapelle der Freunde Grünwalds und einem Festzug vom Marktplatz zur Grünwalder Burg wurde traditionell das diesjährige Burgfest eröffnet. Viele Gäste aus der Isartalgemeinde und der ganzen Umgebung waren gekommen, um bei im idyllischen Burghof angenehme Stunden zu verbringen. Trotzdem spürte man den Schatten des Amoklaufs von München. 

„Wir haben überlegt, ob wir das Burgfest absagen, und uns schließlich dagegen entschieden“, sagte Thomas Lindbüchl, Vorsitzender der Vereinigung der Freunde Grünwalds, die seit 36 Jahren die Veranstaltung organisieren.

„Dies ist keine laute Party, sondern ein gemütliches und familiäres Miteinander, das den Menschen vielleicht die Möglichkeit bietet in einem ungezwungenen Rahmen ins Gespräch zu kommen, anstatt zu Hause allein zu trauern.“ Wie er berichtete war am Morgen beim Festgottesdienst in St. Peter und Paul der Amoklauf Thema und hat die Besucher tief berührt. Genauso erlebten das Linda und Alfred Holzinger, die aus München zum Burgfest gekommen waren. „In der Stadt ist eine angespannte Atmosphäre, da tut es gut frische Luft zu schnappen und sich etwas zu erholen.“ Beide wohnen im Stadtzentrum und waren am Freita dort in einem Gasthaus als plötzlich andere Gäste, die im Außenbereich saßen, nach innen kamen und keiner mehr das Lokal verlassen sollte. Nach einiger Zeit begaben sich beide nach draußen und schafften es gerade noch die Kaufinger Straße zu überqueren, bevor diese von der Polizei gesperrt wurde, um dann schnell nach Hause zu gehen. Auf dem Burgfest erlebten die zahlreichen Besucher jedenfalls einen entspannten Nachmittag, genossen kühle Getränke und Brotzeit, besuchten das Museum und bestiegen den Turm mit weitem Blick über die Isar. Lindbüchl, der seit diesem Frühjahr Vorstand der Freunde Grünwalds ist, lobte das „tolle Engagement“ der ehrenamtlichen Helfer, allen voran die ehemalige Vorsitzende Monika Roitner und Heidemarie Witt, die das Fest federführend auf die Beine gestellt haben. Wie er berichtete, war er als Musiker beim Blasorchester schon seit den Anfängen des Burgfests mit von der Partie. „Es ist nun schon seltsam, nicht mit dem Orchester zu marschieren, sondern vorne weg.“ Auch Bürgermeister Jan Neusiedl ist schon seit dem ersten Burgfest mit dabei. „Damals als Junge habe ich mitgeholfen, jetzt ist es eine schöne Gelegenheit, mit den Grünwaldern persönlich ins Gespräch zu kommen“,sagte er.

Birgit Davies

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