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Helferkreis kritisiert

Besorgte Mütter: Grünwald verkommt zu Pariser Vorort

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Grünwald - Besorgte Mütter aus Grünwald wollen ein Bürgerbegehren starten gegen die Flüchtlingspolitik der Gemeinde. Sie befürchten Zustände wie in einem französischem Vorort.

Besorgte Mütter aus Grünwald wollen ein Bürgerbegehren initiieren, um die Vergabe gemeindlicher Grundstücke an das Landratsamt für die Unterbringung von Flüchtlingen zu stoppen und den Mietvertrag für die Traglufthalle in Wörnbrunn nicht zu verlängern. Das haben sieben Frauen in einem Brief an Bürgermeister Jan Neusiedl mitgeteilt.

Die Verfasserinnen befürchten unter anderem sexuelle Übergriffe auf Kinder durch männliche Flüchtlinge. Laut einer Initiatorin haben „500 bis 1000 Menschen“ ihre Unterstützung für das Vorhaben zugesagt. Die sieben Frauen, die nach eigener Aussage „weder Pegida-Anhänger noch AfDler“ seien, schreiben in ihrem Brief: „Unsere Töchter und Söhne (übrigens auch Mütter) wurden in den letzten Wochen mehrfach von jungen, männlichen Flüchtlingen verbal belästigt (u.a. „ficki ficki“).“ Und auch wenn bisher „nichts Schwerwiegendes“ passiert sei, lasse man die Kinder am Abend nicht mehr alleine zur Straßenbahn gehen oder zu Freunden und zum Sport. Seit den sexuellen Übergriffen in Köln in der Silvesternacht hätten „insbesondere Frauen massive Ängste“. Außerdem sorgen sich die Bürgerinnen um den sozialen Frieden in ihrer Gemeinde: „Wir möchten verhindern, dass Grünwald zur „banlieue“ verkommt.“

Helferkreis: "Wir sind hier nicht in Köln."

Ingrid Reinhart, Sprecherin des Grünwalder Helferkreises, wehrt sich in einem Antwortschreiben dagegen, alle männlichen Flüchtlinge unter einen Generalverdacht zu stellen. „Ich kann die Vorbehalte gegen Flüchtlinge, besonders nach den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln verstehen. Aber wir sind hier nicht in Köln.“ Reinhart erzählt, dass die Flüchtlinge, die in der Traglufthalle leben, die Frauen des Helferkreises „immer mit großer Höflichkeit und Respekt“ behandeln.

Reinhart betont, dass es keine Übergriffe auf Bürger in Grünwald gibt. Außerdem weist sie daraufhin, dass sich eine Gemeinde nicht rechtlich wehren kann gegen die Unterbringung von Flüchtlingen. Der Helferkreis veranstaltet demnächst ein „Get-Together“ mit Flüchtlingen. Reinhart empfiehlt den besorgten Müttern, daran teilzunehmen. „Der persönliche Kontakt zu Flüchtlingen ist die beste Möglichkeit, vorhandene Ängste abzubauen.“

Lesen Sie hier, was wirklich dran ist an Gerüchten über Flüchtlinge.

Rubriklistenbild: © Oliver Bodmer

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