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Motiviertes Team: Alexandra Bitterwolf und Admir Potura werden di e sozialpädagogische Arbeit im ehemaligen Café Grün im Haus der Begegnung im September aufnehmen. 

Projekt der Nachbarschaftshilfe

Café im Haus der Begegnung hat endlich einen Namen

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„Grüze“ oder „Hereinspaziert“ waren nur zwei der vielen Namensvorschläge für das ehemalige Café Grün im Haus der Begegnung in Grünwald. Die Nachbarschaftshilfe hat das Café übernommen und nach einem passenden Namen gesucht - und gefunden. 

Grünwald– Die Grünwalder Nachbarschaftshilfe wird das ehemalige Café Grün im Haus der Begegnung betreiben und hat jetzt auch den Namen für das „öffentliche Wohnzimmer“ gefunden. Es soll die schlichte Bezeichnung „Treffpunkt“ erhalten.

Die Nachbarschaftshilfe hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben. Nicht weniger als 160 Vorschläge sind von den Mitgliedern in kurzer Zeit eingetrudelt. Eine Dame von der Tremml-Stiftung regte das Wort „Grüze“ für Grünwalder Zentrum an. „Hereinspaziert“ war dabei oder „Habe die Ehre“. Es wurden Jury und Mitglieder befragt. Alle stimmten am Ende aber eindeutig für „Treffpunkt“ – der neue Name für das Baby des Sozialvereins. Der Leiter der Nachbarschaftshilfe, Tobias Sicheneder, weiß: „Gestalt annehmen muss es noch. Und: Es hilft der schönste Name nichts, wenn der Inhalt nicht stimmt.“

Frühstück, Mittag und viel Selbstgemachtes

Die Atmosphäre im ehemaligen Café Grün erschien offenbar vielen etwas kühl, wie Sozialpädagogin Alexandra Bitterwolf in Erfahrung brachte. Sie wird zusammen mit dem Soziologen Admir Potura den Treffpunkt ab September leiten, als Koch wird André Günther anfangen und täglich ein Frühstück (Street-Food) sowie Mittagsgerichte anbieten. Ohne Verzehrzwang, versteht sich. Die Marmeladen werden selbst gemacht, die Limonaden sind eine Eigenkreation mit Sirup. Die Fonds werden selbst angesetzt, die Chutneys auch. Tobias Sicheneder: „Da haben wir jemanden gefunden, der das schätzt und sich austoben will.“

Die jetzigen Plastikstühle müssen alle raus. In einem Bereich entsteht ein lauschiger Lounch-Bereich mit Bambus-Sesseln und Lese-Ecken. Der Kleiderständer ist heute nur provisorisch aufgestellt, stellvertretend für einen Raumteiler – ein luftiges Regal, das einen Akzent setzen soll. In der Nähe der Theke findet der Speisebereich Platz. Galeriefläche ist vorhanden.

Auch Raum für soziale Arbeit

Das Cáfé soll zu einem Raum werden, in dem soziale Arbeit stattfinden kann. Dezent natürlich. Die Sozialpädagogen werden niemandem ein Gespräch aufdrücken, „aber es ist gut, wenn ein geschultes Ohr zum Zuhören da ist“, findet Sicheneder. Wie beim Second-Hand-Laden: Dort komme es schon vor, dass Trauernde Kleidung abgeben von ihren Nächsten, die verstorben sind. „Wenn jemand sensibel darauf regieren kann, ohne dass sich der Trauernde überrumpelt fühlen muss, dann ist das ganz im sozialen Sinne der Einrichtung.“ Es brauche jemanden, der nicht nur die Kleidung prüft, sondern den Menschen sieht, der sie bringt.

Zehn Jahre hat Alexandra Bitterwolf das Ferienprogramm in Grünwald maßgeblich mitorganisiert. Sie wollte sich verändern und führt seit einem Jahr eben diesen Second-Hand-Laden im Haus der Begegnung. Jetzt kommt für sie noch das Café hinzu. Sie freut sich drauf, ebenso wie ihr Kollege Admir Potura. Jetzt geht es auf Profilsuche, um die verschiedenen Altersgruppen zusammenzubringen.

Konzept auf zwei Säulen

Was sich weder Gemeinde noch Nachbarschaftshilfe wünschen: dass die älteren Menschen in ihren Wohnungen abgeschottet sind, der Kindergarten parallel ohne jeden Bezug geführt wird und das Café weiterhin leer steht. Das Worst-Case-Szenario. Daher wird das Konzept auf zwei Säulen stehen: Das Café soll ab 11. September von 8 bis 17 Uhr geöffnet haben, donnerstags bis 23 Uhr – verlängert für Zusatzangebote: Lesungen, Backabende oder Filmvorführungen. Im Kreativ-Atelier treffen sich etwa 15 Häklerinnen, die gemeinsam handarbeiten und die Produkte im Second-Hand-Laden verkaufen. Ehrenamtliche sind gefragt mitzuwirken und zu partizipieren. Sie können zum Beispiel Kuchen für den Nachmittagskaffee beisteuern.

Tobias Sicheneder nimmt derzeit an einem Workshop in Benediktbeuern zu Mehrgenerationenhäusern mit Vertretern aus ganz Bayern teil. Diese offenen Treffs, wie in Grünwald geplant, haben sie alle und sprechen aus Erfahrung, wenn sie sagen: „Es dauert ein bisschen, bis es anläuft, aber am Ende wird es gut genutzt und ist ein lebendiger Bestandteil des Ortes.“

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