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Eine Querungshilfe gibt es schon. Doch Grünwalder Eltern wünschen sich an der Ecke Wörnbrunner/Kaiser-Ludwig-Straße einen Zebrastreifen. 

„Scheinbare Sicherheit“

Eltern wollen Zebrastreifen - Polizei ist dagegen

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Einen sichereren Weg zur Schule und zum Spielplatz per Zebrastreifen wünschen sich Grünwalder Eltern. Doch die Polizei spricht von „trügerischer Sicherheit“.

Grünwald – Fast 120 Unterschriften hatten Grünwalder Eltern gesammelt, die für ihre Kinder einen sicheren Schulweg von der Wörnbrunner bis zur Dr.-Max-Straße haben wollen. Ingrid Reinhart (Grüne) und Michael Ritz (FDP) haben das Thema aufgegriffen und einen Antrag formuliert. Der Verwaltungsausschuss beriet in seiner jüngsten Sitzung darüber, an der Ecke Wörnbrunner-/Kaiser-Ludwig-Straße einen Zebrastreifen aufzubringen – oder auch gleich zwei.

Die Stelle ist übersichtlich, aber sensibel

Die Stelle am Kinderspielplatz ist zwar übersichtlich und von allen Seiten gut einsehbar, aber auch sensibel, weil viele Grünwalder Kinder auf dieser Route unterwegs sind. Deshalb hat die Gemeinde ihre Fürsorgepflicht wahrgenommen und vor elf Jahren bereits eine Querungshilfe eingebaut. Aber das genügt den Eltern noch nicht. Die Autofahrer seien hier mit einem ordentlichen Tempo unterwegs und beschleunigten mitunter schon auf der Josef-Sammer-Straße. Sie reduzieren demnach das Tempo erst, wenn sie in den Tempo-30-Bereich einfahren.

Polizei: Zebrastreifen suggeriert Sicherheit, die es nicht gibt

Aus polizeilicher Sicht, das hat die Verwaltung in Erfahrung gebracht, sollte kein Zebrastreifen aufgebracht werden. Die Querungshilfe gebe genug Sicherheit. Der Zebrastreifen hingegen suggeriere nur eine scheinbare Sicherheit, die es in Wirklichkeit gar nicht gebe. Der Meinung schließt sich auch die Grünwalder Verwaltung an. Falls sich am Ende der Ausschuss für einen Zebrastreifen entscheiden sollte, müsste die Stelle baulich verändert werden. Bislang habe es in jüngster Zeit zwar einen Unfall mit einer Fahrradfahrerin an der Stelle gegeben – allerdings selbst verschuldet.

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Ein Jahr lang wird geprüft

Trotzdem will man das Ansinnen der FDP und der Grünen nicht ablehnen, sondern sondiert erst einmal ein Jahr lang die Situation vor Ort und die Gefahrenlage. Der Ausschuss hat sich im Zuge dessen überlegt, die Tempo-30-Zone ein kleines Stück zu erweitern. Momentan ist sie lediglich auf den kleinen Streckenabschnitt im Bereich des Kinderspielplatzes beschränkt. In der Zwischenzeit soll überprüft werden, wie viele Kinder dort tatsächlich über die Straße gehen.

Ingrid Reinhart hält die Argumentation der Polizei mit dem Zebrastreifen für falsch. Sie geht davon aus, dass die Markierung auf jeden Fall eine Verbesserung bringen würde: „Schließlich wollen alle, dass die Kinder nicht mit dem Auto zur Schule gebracht werden.“ Dann müsse man den Eltern auch etwas anbieten, sodass sie am Ende beruhigt sein können, wenn sie ihr Kinder mit dem Fahrrad losschicken. Es sei wichtig für die Eltern, dass sie denken, es sei sicherer. „Ähnlich verhält es sich ja“, so Reinhart, „wenn zum Beispiel Frauenparkplätze in Parkhäusern extra beleuchtet werden.“

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Nachbarschaftshilfe hat ein Auge auf den Überweg

Die zündende Idee hatte Wolfgang Kuny (CSU). Er schlug vor, dass die Nachbarschaftshilfe Schulweghelfer bittet, die Situation dort, speziell zu den Stoßzeiten morgens und zur Mittagszeit, im Auge zu behalten. Mit der erarbeiteten Lösung sind jetzt erst einmal alle beteiligten zufrieden, auch die Elterninitiative.

Schulweghelfer gesucht

Die Nachbarschaftshilfe Grünwald sucht übrigens jederzeit Schulweghelfer, wie sie jetzt auf der Facebook-Seite Grünwald hilft veröffentlichte. Interessenten melden sich unter Tel. 649/64 99 90 oder kommen ins Büro an der Tobrukstraße 2. Die Helfer sind momentan am Marktplatz, am Postbergl, an der Mechthildenstraße und an der Schule ehrenamtlich vor Ort, um die Schulwegsicherheit zu gewährleisten.

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