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Meister seines Fachs: Matthias Schelle, Dirigent der Jugendblaskapelle, kann nicht nur auf seinem Instrument spielen, er kann es auch bauen.

Der Leiter der Jugendblaskapelle über die Zusammenarbeit im Orchester

Es muss nicht gleich die Tuba sein

Das Herbstkonzert des Blasorchesters und der Jugendblaskapelle der Freunde Grünwalds findet am Samstag, 18. November, um 19 Uhr statt. Matthias Schelle dirigiert seit 2005 die jungen Musiker – vom Partygänger bis zum Nerd. Wie das funktioniert, erklärt er im Interview.

-Blasmusik und Jugend – wie geht das denn zusammen?

Sehr gut sogar. Die jungen Leute, die bei uns mitmachen, sind mit ganzem Herzen dabei. Bei uns sitzt der Partygänger neben dem Nerd. Dabei ist die Stückauswahl aber ganz klar das A und O. Wir spielen zum Beispiel viel Filmmusik. Die Jugendlichen machen Vorschläge, die letzte Entscheidung liegt aber bei mir.

-Braucht ein Jugendorchester denn mehr Führung als erwachsene Musiker?

Nein, das würde ich nicht sagen. Natürlich ist es anders. Aber bei uns sind die jüngsten Mitglieder momentan zwölf Jahre alt, die ältesten studieren bereits. Die kann man schon auch mal laufen lassen.

-Gibt es Nachwuchsprobleme?

Ja, jede Menge sogar. Wir haben leider auch kein Patentrezept parat, um das nachhaltig zu ändern. Wir fragen an Musikschulen an, besuchen die Schulen und sind dankbar über jeden Neuzugang. Unsere Konzerte sind für junge Menschen bis 18 Jahre grundsätzlich kostenlos. Das Optimalste ist aber ganz klar die Werbung durch unsere eigenen Mitglieder, wenn die Jugendlichen ihre Freunde begeistern und mitbringen.

-Was denken Sie, wie wichtig ist Musik für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen?

Sehr wichtig. Gerade Orchestermusik ist auch eine Art Teamsport, der Zusammenhalt ist unglaublich wichtig. Man muss Rücksicht auf die Schwächeren nehmen, die Kleinen schauen zu den Großen auf, und die Großen übernehmen Vorbildfunktionen.

-Was macht für Sie einen guten Dirigenten aus?

Dass er sich mit seinem Orchester identifiziert, und dass das Orchester sich mit ihm identifiziert. Natürlich gibt der Dirigent die Anweisungen, aber eben der Person entsprechend. Bei manchen Musikern kann ich Kritik konkret äußern, bei anderen bedarf es mehr Feingefühl. Sonst nimmt man mir das krumm. Bei der Musik bleibt Persönliches nie außen vor.

-Warum machen Sie das überhaupt?

Das hat sich irgendwie so gefügt. Ursprünglich hatte meine Frau das Jugendorchester wiedergegründet. Ich dachte damals, der Umgang mit den Kindern und Jugendlichen würde ihre definitiv besser liegen. Als dann 2005 unsere Tochter geboren wurde, habe ich übernommen, und es macht nach wie vor viel Spaß.

-Sie sind Metallblasinstrumentenmacher. Wie wichtig ist die Qualität des Instrumentes?

Das wird leider tatsächlich oft unterschätzt. Gerade am Anfang ist eine gute Qualität nicht unwichtig, sonst kann einem das Instrument regelrecht im Weg stehen. Für Eltern ist das natürlich ein finanzielles Wagnis. Aber vielleicht kann es dann ja auch erst einmal die Trompete sein, und nicht gleich die Tuba oder Posaune. Kontakt: www.freunde-gruenwalds.de (bel)

Das Herbstkonzert

des Blasorchesters und der Jugendblaskapelle der Freunde Grünwalds findet am Samstag,18. November, statt. Los geht es ab 19 Uhr in der Mehrzweckhalle im Freizeitpark, Ebertstraße 1. Karten sind zum Preis von zehn Euro an der Abendkasse erhältlich, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei. Das Programm: Jubiloso von Philip Sparke Concert Variations von Claude T. Smith Fifth Suite for Band von Alfred Reed, Mary Poppins Selection von R.M. Sherman Tango Jalousie von Jacob Gade. Tom Sawyer Suite von Franco Cesarini Highlights from Riverdance von Bill Whelan

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