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Frischen Wind wollen Tobias Kub (l.) und Korbinian Zitnik dem Forsthaus Wörnbrunn einhauchen. Die Traditionsgaststätte stand monatelang leer – und soll nun als „bayerische Brasserie“ mit „Pop-up-Biergarten“ einen Neustart hinlegen.

Schon zum Oktoberfest

Grünwalder Traditionslokal öffnet wieder - mit einem bayernweit einzigartigen Konzept

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Plötzlich geht alles ganz schnell: Schon in einer knappen Woche soll das Forsthaus Wörnbrunn wiedereröffnen. Dabei sah es zuletzt nicht gut aus für die Grünwalder Traditionswirtschaft. 

Wörnbrunn– Eine gastronomische Institution Grünwalds erwacht geradeaus ihrem Dornröschenschlaf. Sie schreckt geradezu hoch, könnte man sagen. Denn bis das Forsthaus Wörnbrunn wieder seine Wirtshaustüren öffnet, sind es nur noch wenige Tage. Der Betrieb stand seit Ende des vergangenen Jahres leer. Wo unter bunten Sonnenschirmen und rustikalen Deckenbalken die Gläser klirrten, herrschte monatelange Stille. Doch die hat nun ein Ende: Neue Wirtsleute, neues Konzept, neue Hoffnung für das traditionsreiche Gasthaus im Forst – fünf Fahrminuten oder etwas mehr als eine Gehviertelstunde vom Grünwalder Ortskern entfernt.

Der Betrieb startet schon am Dienstag, 18. September, um 15 Uhr. Dabei ist die Unterschriften-Tinte auf dem Pachtvertrag kaum erst getrocknet: Erst vor wenigen Wochen standen die Zeichen noch auf totalen Stillstand – für unbestimmte Zeit. Die Eigentümerin des Wörnbrunner Forsthauses, die Tierärzting und Autorin Eva-Maria Bartenschlager, klagte im August im Gespräch mit unserer Redaktion über Schwierigkeiten mit der Gemeinde Grünwald und eine 22-Uhr-Sperrstundenregelung.

Das Forsthaus Wörnbrunn wird Oberbayerns erster Pop-up-Biergarten

Diese Probleme sind nun offenbar plötzlich ausgeräumt. Denn parallel zum Oktoberfest öffnet in Wörnbrunn Oberbayerns erster „Pop-up-Biergarten“. „Pop-up“ – das klingt schon so nach Überraschung, nach Pilzen, die aus dem Boden schießen. Im Einzelhandel bezeichnet das Konzept einen provisorischen, vorübergehend eingerichteten Verkaufsladen. Doch für Tobias Kub und Korbinian Zitnik, die beiden neuen Geschäftsführer, ist klar: Nach dem Biergarten-Probebetrieb, der bis zum 10. Oktober läuft, werden sie das Forsthaus Wörnbrunn als „bayerische Brasserie“ langfristig weiter betreiben.

„Es ist ein schwieriges Objekt“, sagt Kub, wie sein Geschäftspartner 27 Jahre alt und studierter Hotelmanager. Dann erzählt er im selben Atemzug davon, wie er regelmäßig an dem geschlossenen Gasthaus vorbeigefahren sei: „Das hat mir in der Seele weh getan“, sagt der Günwalder. „Wir wollten es aufwecken.“

Rustikal trifft modern: Schwere Holzbalken harmonieren in der Gaststube mit warmem Rot.

Bayerische Brasserie: Tradition mit Extras

Nun also Pop-up-Biergarten und Brasserie. Was sich nach Schickimicki anhört, „soll für den ganz normalen Bürger sein“, verspricht der neue Chef. Aber, das ist wohl auch der Umgebung geschuldet, mit ein paar Extras. Den Biergarten nennt Kub lieber „Genussgarten“. Ein Blick auf die Speisekarte verrät auch, warum: Dort findet sich neben der Brotzeitplatte mit Hirschschinken, Wildschweinsalami und Bergader-Käse für 11,90 Euro auch ein Büffeltartar für 16,90 Euro oder eine Tegernseer Fischplatte für 25,90 Euro. Augustiner Helles vom Fass kostet 3,60 Euro.

Die neuen Pächter haben Erfahrung in der Gastronomie und im Eventmanagement

Dass das Konzept aufgeht, ist den Betreibern zuzutrauen. Kub und Zitnik haben gemeinsam den Oberhachinger Gastro-Personaldienstleister „Waitersclub“ aufgebaut. Das Start-up hat inzwischen nach eigener Aussage 23 feste Mitarbeiter und vermittelt einen rund tausendköpfigen Pool an Nebenberuflern für Veranstaltungen aller Art.

Das Forsthaus Wörnbrunn ist die erste Gaststätte, die das Unternehmen betreibt. Sie soll, so stellen es sich die Geschäftsführer vor, gleichzeitig für die Weiterbildung des „Waitersclub“-Servicepersonals herhalten. Die Betreiber haben sich vorgenommen, das Gebäude voll auszunutzen: Veranstaltungen wie Weinverkostungen, dazu der Biergarten- und Gaststättenbetrieb – und ab dem 21. September sollen die 19 Gästezimmer bezugsfertig sein.

Fehlen nur noch die Gäste. Tobias Kub gibt sich zuversichtlich: Die eiligen Renovierungsarbeiten hätten schon viel ehemalige Stammkundschaft angelockt. „Wir haben schon die ersten Tischreservierungen“, sagt der 27-jährige Geschäftsführer. Die Eröffnung mit geladenen Gästen steigt am Donnerstag, 20. September. Es soll ein Auftakt zum Durchstarten sein.

Blick auf die Speisekarte

Mehr über das neue Angebot im Forsthaus Wörnbrunn steht auf www.woernbrunn.com.

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