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Im Rathaus können sich Interessierte ab jetzt die Rotkreuzdosen zu den Öffnungszeiten abholen. (v.l.) Jasmin Kohlenz, Leiterin der BRK-Bereitschaft Grünwald, Bürgermeister Jan Neusiedl und Hauptamtsleiter Tobias Dietz stellten sie vor. 

Es muss gar nicht viel rein

Geniale Idee: Diese rote Dose im Kühlschrank kann das Leben des Besitzers retten

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Die Bürger in Grünwald können mit einer roten Dose für den Notfall vorsorgen. Sogar wenn sie nur einen Zettel enthält, kann sie ein Leben retten.

Grünwald – Die wenigsten denken gerne daran, doch was passiert bei einem medizinischen Notfall im eigenen Haus? Wenn die Rettungskräfte kommen, man aber selbst nicht mehr in der Lage ist, detaillierte Informationen zum Zustand der eigenen Gesundheit zu geben, welche Tabletten man nimmt, ob Allergien vorliegen, wer kontaktiert werden soll. „Genau in einem solchen Fall kann die Rotkreuzdose schnell und unkompliziert helfen“, sagte Jasmin Kohlenz, Leiterin der BRK-Bereitschaft Grünwald.

In der schmalen roten Plastikdose sind auf einem Faltblatt sämtliche dringend notwendigen Informationen aufgeschrieben. Entstanden ist die Idee in Großbritannien für den Katastrophenschutz, als man sich dort überlegt hat, wie man vor allem in unübersichtlichen Hochhaussiedlungen schnell Informationen über einen Patienten bekommen könnte.

Bestechend ist auch der Lagerplatz. „Im Kühlschrank ist die Dose leicht zu finden und jederzeit verfügbar.“ Zudem füllt man das Faltblatt klassisch mit dem Stift aus und ist so unabhängig von technischen Ausfällen. „Damit ist jeder selbst verantwortlich, welche Daten er preisgibt, und es bleibt persönlich und ist optimal für den Datenschutz“, sagte Kohlenz.

Natürlich muss man darauf achten, dass die angegebenen Informationen aktuell bleiben, doch zusätzliche neue Faltblätter können jederzeit nachgereicht werden. Auch andere Rettungsdienste sind über das neue System informiert und können im Einsatzfall darauf zugreifen. Wie Kohlenz berichtete, hat sie von der lebensrettenden Dose bei einer Fachtagung im November letzten Jahres erfahren und sich sofort darum bemüht, diese Idee in die Praxis umzusetzen. „Doch als Bereitschaftsdienst stößt man hier schnell an seine Grenzen, sei es die Dose bekannt zu machen oder auch eine Möglichkeit zu finden, sie unter die Leute zu bringen“, erklärte sie. So war es ein glücklicher Zufall, als sie beim Vereinetreffen im Februar in Grünwald davon berichtete und Bürgermeister Jan Neusiedl sofort begeistert war.

Man setzte sich zusammen und überlegte, wie man die Rotkreuzdose am besten verteilen kann. „Ab jetzt können die Bürger einfach zu den Öffnungszeiten ins Rathaus kommen und dort die Dose am Empfang abholen“, erklärte Neusiedl. Es wurden zunächst 1000 Dosen bestellt. Die Gemeinde trägt die Kosten dafür, doch man kann persönlich in einer Spendenbox einen Obolus geben, der dann dem Deutschen Roten Kreuz zugutekommt. „Für uns ist das eine tolle Chance die Dose für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen“, sagt Kohlenz. Zudem gibt es die Dose auch bei der Grünwalder Nachbarschaftshilfe im Haus der Begegnung an der Tobrukstraße. 

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