Grünwald hat einen Gesamtetat von 400 Millionen Euro

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Wer in dem Beruf des Kämmerers seine Erfüllung findet und liebend gerne mit Zahlen jongliert, der hätte in Grünwald sein Paradies gefunden. Wenn der oberste Chef der Finanzabteilung, Raimund Bader, seine Jahresrechnung vom vergangenen Jahr präsentiert, hört sich das jedes Mal wie ein Lottogewinn an.

Grünwald– In Wirklichkeit ist es viel mehr als das. Wie Bader im Gemeinderat eröffnete, hat Grünwald 2016 knapp 100 Millionen Euro mehr an Einnahmen im Verwaltungshaushalt, als geplant. Das macht insgesamt einen Gesamtetat mit über 400 Millionen Euro. „Gigantisch“, wie Kämmerer Bader findet.

Während andere Gemeinden im Landkreis über Schulden klagen, Kredite aufnehmen und erschrocken auf schrumpfende Rücklagen blicken, entfaltet sich in der Isartalgemeinde ungehemmt die freie Spitze – also ein Überschuss, der dem Vermögenshaushalt zugutekommt. Über 60 Millionen Euro wurde an die allgemeine Rücklage überwiesen, entnommen wurde lediglich rund elf Millionen Euro. Und damit schrammt das Grünwalder Haushaltsergebnis knapp an der Rekord-Jahresrechnung aus dem Jahr 2009. Damals lagen die Einnahmen gerade mal drei Millionen Euro über den aktuellen.

Aber was macht die Gemeinde mit dem vielen Geld? Eine ganze Reihe von Gebäudesanierungen ist mittlerweile abgeschlossen. Auf der Agenda steht allerdings weiterhin der Ausbau der Geothermie mit rund zwölf Millionen Euro, dann die Finanzierung des Hauses der Begegnung mit in etwa der gleichen Summe. Und schließlich muss das Gymnasium für 24 Millionen Euro erweitert werden, um knapp 300 Schüler mehr aufnehmen zu können. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange. Nicht zu vergessen sind auch die Posten für Gewerbesteuer- und Kreisumlage – insgesamt musste die Gemeinde Grünwald rund 130 Millionen Euro allein dafür ausgeben. Bürgermeister Jan Neusiedls (CSU) Fazit lautet: „Ein solcher Haushalt muss erst einmal arbeitsmäßig bewältigt werden.“

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