Haushalt

Kritik an Geothermie: "Hoher Verlustbringer"

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Grünwald - Dass Grünwald finanziell sehr gut aufgestellt ist, ist über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt. Die Kommune im Isartal zählt seit Jahren zu den reichsten in ganz Deutschland. Knapp 55 Millionen Euro stehen allein in diesem Jahr für Investitionen in zahlreiche Projekte zur Verfügung. Obwohl die Kommunalpolitiker den Haushalt quer durch die Fraktionen lobten, gab es erneut herbe Kritik an den hohen Investitionen in die Erdwärme Grünwald (EWG).

„Das ist einfach ein wahnsinniger Verlustbringer“, sagte Michael Ritz (FDP) mit Blick auf das Geothermieprojekt, in das die Gemeinde in diesem Jahr 15,3 Millionen Euro steckt. „Wir müssen das genau im Auge behalten, damit uns das nicht entrinnt.“ Schon bei der Vorstellung des EWG-Wirtschaftsplans in der Gemeinderatssitzung im Dezember äußerten die kleinen Fraktionen der SPD/FDP/Grüne und PBG ihren Unmut über die finanziellen Risiken. „Wir müssen bei der Beteiligung an der Geothermie sehr sorgsam die Entwicklung abwarten“, merkte auch Oliver Schmidt (PBG) an und verwies auf die „finanziell nicht so gesättigte“ Partner-Gemeinde Unterhaching.

Trotz der hervorragenden Finanzlage Grünwalds forderten Achim Zeppenfeld (SPD) und Ingrid Reinhart-Maier (Grüne) „mehr Einsparungen“. Dennoch zeigten sich die Gemeinderäte sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Arbeit ihres Kämmerers. „Dieser Haushalt zählt zu den Besten, die eine Gemeinde überhaupt bieten kann“, sagte Schmidt. Nur Unterföhring könne da noch mithalten. Anhand vieler detaillierter Grafiken veranschaulichte Raimund Bader die sonst doch sehr dröge Materie und führte durch den Zahlensalat. Welche Ausgaben hat die Gemeinde? Woher kommt das Geld dafür? Und in w

as wird investiert? Kindertagesstätten, das Haus der Begegnung und ein „wunderbares Gymnasium“, fasste Grünen-Gemeinderätin Reinhart-Maier zusammen. „Wir geben unser Geld zukunftsweisend und familienfreundlich aus“, sagte sie. Das gepaart mit einer Pro-KopfVerschuldung von null Euro und den seit Jahren gleichbleibenden Steuersätzen, mache Grünwald so lebenswert, so der Tenor im Gemeinderat. „Gewerbe und Bürger werden bei uns nicht zusätzlich belastet“, sagte FDP-Mann Ritz. Darauf, befand Stephan Weidenbach (CSU), „können wir stolz sein.“

Florian Prommer

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