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Will das Verbot nicht akzeptieren: Christian Geigle fährt weiterhin über Wörnbrunn nach Oberhaching.

Einige Bürger ignorieren Sperrung der Wörnbrunner Straße

Bauarbeiten auf der M11: Umleitung ist „Schikane für Autofahrer“

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Christian Geigle aus Grünwald ärgern die ewig langen Umfahrungen im Zuge der M 11-Sanierung. Über die Wörnbrunner Straße würde es viel schneller gehen. Doch die hat die Gemeinde extra sperren lassen. Das will Geigle  nicht einfach hinnehmen und fährt trotzdem über den verbotenen Weg. Ein Knöllchen von der Polizei hat er dafür schon kassiert. 

Grünwald - 16 Kilometer statt sieben. 20 Minuten statt zehn – mindestens. Christian Geigles Autofahrt von seinem Haus in der Almrauschstraße in Grünwald zur Anschlussstelle Oberhaching der A 995 dauert durch die Baustelle an der Kreisstraße M 11 deutlich länger. Denn im Zuge der Sanierung der M 11 wurde das Stück im Grünwalder Forst gesperrt, nur Linienbusse und Notdienste dürfen es befahren. Das will Geigle (56) nicht hinnehmen, deswegen fährt er weiterhin seinen gewohnten Weg über Wörnbrunn und die Kreisstraße nach Oberhaching. Da er rund einen Kilometer vom Forsthaus entfernt wohnt, ist das der kürzeste Weg für ihn.

Polizei hat Falschfahrer im Visier

Es sind Umleitungen ausgeschildert während der Arbeiten an der M 11 vom 22. August bis 10. September (wir berichteten). Wer zur A 995 möchte, fährt über die rund 20 Kilometer lange nördliche Variante durch München (Geiselgasteig-, Nauplia-, Peter-Auzinger-Straße) oder nimmt die Süd-Route über Oberhaching, Endlhausen, Egling und Straßlach-Dingharting (siehe Grafik). Für die Wörnbrunner Straße und das M 11-Stück Richtung Oberhaching bis zum Biergarten Kugler Alm gilt ein Verbot, darauf weisen Schilder hin.

Am Freitag gegen 19 Uhr ist der zweifache Familienvater, der als Briefmarkenhändler arbeitet, trotzdem über Wörnbrunn gefahren – absichtlich. Auf Höhe der Abzweigung zur Kugler Alm wurde er von der Unterhachinger Polizei kontrolliert. Er musste 20 Euro Strafe zahlen. Aus seiner Sicht sind die umständlichen Umleitungen Schikane für die Autofahrer. „Ein Schildbürgerstreich“, sagt er. Für Pkw sollte die Sperre aufgehoben werden. Eine bürgerfreundliche Lösung müsse her.

Rot ist der deutlich kürzere, aber verbotene Weg über die Wörnbrunner Straße. Blau kennzeichnet die ausgeschilderte Umleitung.

Das Verbot haben Mitarbeiter des Landratsamts in Absprache mit der Gemeinde Grünwald veranlasst, sagt Stefan Rothörl, Chef des Bauamts in Grünwald. Er nennt die Umfahrungen die einzige Lösung. An zwei Engstellen am Forsthaus und am Kindergarten kämen zwei Autos nur schwer aneinander vorbei, Lastwagen gar nicht. Eine Ampel löse das Problem nicht, sagt Rothörl. Dafür sei die Distanz zwischen den Engstellen mit rund einem Kilometer zu lang. Deswegen habe die Gemeinde den Vorschlag des Landratsamts, eine Umleitung über Wörnbrunn einzurichten, abgelehnt.

Autofahrer müssten Rücksicht aufeinander nehmen, sagt Geigle, dann gebe es auf der Route über Wörnbrunn keine Verkehrsprobleme. In Bauphase eins, als die Tölzer Straße zwischen Stöckelkreuzweg und Auf der Eierwiese dran war, wurde der Verkehr – inklusive tonnenschwerer Laster – über Wohngebiete umgeleitet. „Es geht also“, sagt Christian Geigl.

Ein Wald aus Parkverbotstafeln

Am Freitag habe er bei der Kontrolle mit den Unterhachinger Polizisten über die Sperrung gesprochen. Ihm zufolge sagten die Beamten, dass sie keinen Sinn in dem Durchfahrtsverbot erkennen würden. Stefan Schraut, Chef der Polizei in Unterhaching, bezweifelt das. Auf Nachfrage des Münchner Merkur sagt er, es stehe der Polizei nicht zu, die Sinnhaftigkeit der Umfahrung zu bewerten. Er und seine Kollegen seien angehalten, zu prüfen, ob Autofahrer das Verbot einhalten. Darüber hinaus kontrolliert die Polizei, wer das Parkverbot an der Wörnbrunner Straße im Forst befolgt. Alle rund 100 Meter steht dort auf beiden Seiten der Fahrbahn ein entsprechendes Schild.

„Dort hat noch nie jemand angehalten“, sagt Christian Geigle. Laut Stefan Rothörl reicht eine Tafel nicht. Autofahrer würden es ignorieren oder ein Stück entfernt doch parken. Deswegen sei er notwendig, der Schilderwald im Wald.

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