+
Die Liebhaber des Forsthauses Wörnbrunn stehen derzeit vor verschlossenen Türen. 

“Etablierter“ Pächter gewünscht

Aus für Forsthaus Wörnbrunn - Junge Pächter scheitern mit Steakhaus-Idee

  • Marc Schreib
    vonMarc Schreib
    schließen

Das Vorhaben im Forsthaus Wörnbrunn ein gastronomisches Konzept mit bayerischem Bistro zu starten, ist gescheitert. Den jungen Pächtern wurde keine Chance gegeben.

Wörnbrunn – Es war als Versuchsballon gestartet. Für die Grünwalder wollte Eigentümerin Eva-Maria Bartenschlager die Zeit während des Oktoberfestes und vor Weihnachten gerne attraktiv machen. Deshalb hatte sie nichts dagegen, als die beiden Jungunternehmer Tobias Krug und Korbinian Zitnik einen Pop-up-Biergarten in Wörnbrunn auf Zeit einrichteten und später einen Imbiss in der Vorweihnachtszeit anboten. Auch das Hotel erlebte eine kurze Blüte. Aber das Vorhaben, im Frühling ein gastronomisches Konzept mit bayerischem Bistro zu starten, ist gescheitert. Im März oder April sollte der Betrieb starten. Doch daraus wird nichts. Die Pforten mussten geschlossen werden. Der Pachtvertrag lief bis zum 10. Januar. Er wurde nicht erneuert.

Mit den Nebenkosten überfordert

„Es war ein Pachtvertrag auf Probe“, präzisiert der Verwalter des Forsthauses Wörnbrunn, Josef Stieler, auf Nachfrage des Münchner Merkur. Er ist regelmäßig vor Ort und passt auf das Objekt auf. Die Jungunternehmer hätten anfangs einen guten Eindruck gemacht. Aber an der Umsetzung habe es leider gehapert.

Die Eröffnung im Oktober verlief euphorisch, das Lokal wurde gut angenommen. Josef Stieler hat sich regelmäßig davon überzeugen können, dass der Besucherandrang groß gewesen sei. Dann gab es mit dem Wetter etwas Pech. In der Adventszeit machte der Regen einen Strich durch die Rechnung. Die Hütten habe sie mehr oder weniger umsonst aufgestellt. Im Wesentlichen jedoch seien die Herrschaften mit den Nebenkosten etwas überfordert gewesen, die ein solches Objekt mit sich bringt: mit den Heizungs- und Stromkosten. An der Pacht könne es nicht gelegen haben. Sie habe im ersten Monat niedriger gelegen als die Stromrechnung.

Hotelbetrieb läuft gut, die Wirtschaft eher nicht

Gleichzeitig erklärt Stieler, dass die Küche den Ansprüchen, die man an in Grünwald gestellt habe, nicht genügte. Das Team sei vom Catering gekommen. Die Tischbedienung mit Menü-Empfehlung habe da nicht zum Programm gehört. Die Zeiten, dass man zum Biertrinken nach Wörnbrunn gefahren ist, die seien vorbei. „Sie können in Wörnbrunn keinen Biergarten erfolgreich betreiben.“

Der Hotelbetrieb lief zwar gut, gerade zu Messezeiten. Ohne Stau dauere die Fahrt dorthin gute 20 Minuten. Ebenso seien Veranstaltungen eine Quelle des Erfolgs – mit vielen Anfragen für Hochzeiten und Geburtstage. Mit diesem Pfund kann Wörnbrunn wuchern. Aber mit der Wirtschaft sei es komplizierter.

Eigentümerin will Forsthaus verkaufen

Der Verwalter stellt sich für die Zukunft etwas Neues und Frisches vor. Idealerweise geführt durch einen etablierten Gastronomen. In den vergangenen Jahren hätten sich viele Wirte umgeschaut. „Sie hatten aber nicht den Mut, es zu versuchen.“ Fazit: Man ist nicht vorrangig auf der Suche nach einem Pächter. Die Eigentümerin will das Forsthaus stattdessen verkaufen.

„Es wird bestimmt nicht verfallen“

Jetzt laufen Verhandlungen mit einem Investorenpool. Es bleibe wohl bei Hotel mit Gastronomie, allerdings einem Charity-Aspekt unter Miteinbeziehung der Allgemeinheit. Die Fühler sind in alle Richtungen ausgestreckt. Natürlich sind alle Beteiligten daran interessiert, dass es zügig vorangeht. Größere Reparaturarbeiten sind nicht vonnöten, es gebe keinen Investitionsstau. Die Zimmer sind in Ordnung. Wörnbrunn wird bewacht und instandgehalten. Eines ist sicher: „Es wird bestimmt nicht verfallen.“ Bis zum Frühlingserwachen muss man sich aber noch ein wenig gedulden.

Einst feierten im Forsthaus Wörnbrunn in Grünwald die Promis wilde Partys, dann erlebte das Gasthaus einen bitteren Niedergang. Nun wagt ein neues Pächterpaar das Comeback.

Lesen Sie auch:  Ein Toter bei Lawinenabgang im Ostallgäu - weitere Person wird noch vermisst

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Landratsamt warnt: Bootfahren auf der Isar bleibt gefährlich
Sommerliche Temperaturen locken auch dieses Wochenende wieder viele Besucher an die Ufer der Isar: Von einer Bootsfahrt auf dem Wildfluss rät das Landratsamt aber …
Landratsamt warnt: Bootfahren auf der Isar bleibt gefährlich
Coronavirus im Landkreis München: Vier neue Infektionen, Zahl der aktiven Fälle bleibt stabil
Das Coronavirus ist immer noch präsent im Landkreis München. Doch die Infektionen werden deutlich weniger. Alle Informationen gibt es hier im Ticker.
Coronavirus im Landkreis München: Vier neue Infektionen, Zahl der aktiven Fälle bleibt stabil
BMW gegen BMW: 20.000 Euro Schaden
Beim Linksabbiegen hat ein BMW-Fahrer in Oberschleißheim den Gegenverkehr übersehen. Es krachte heftig.
BMW gegen BMW: 20.000 Euro Schaden
Im Vogelviertel schlagen die Anwohner Alarm
Das Bürgerforum Vogelviertel hat sich jetzt in einem offenen Brief an Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer gewandt.
Im Vogelviertel schlagen die Anwohner Alarm

Kommentare