Die Mülltonnen quellen über und oft genug landet der Unrat von Ausflüglern und Feiernden auch einfach direkt auf dem Boden.
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Die Mülltonnen quellen über und oft genug landet der Unrat von Ausflüglern und Feiernden auch einfach direkt auf dem Boden.

Ausflügler und die eigenen Bürger schuld

Saustall Isartal: Grünwald ertrinkt im Partymüll

  • Birgit Davies
    vonBirgit Davies
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Der Bauhof ist am Limit, der Bürgermeister resigniert und in den Parks und Grünflächen der Gemeinde sammeln sich Flaschen, Verpackungen und Pizzakartons: Grünwald ärgert sich über Müllsünder.

Grünwald – Leere Pizza-Kartons, Plastik- und Glasflaschen oder Reste von Süßigkeiten finden sich derzeit zuhauf nicht nur in Grünwalds gemeindlichen Mülleimern, sondern auch am Boden darum herum, auf den Parkbänken oder in den Grünstreifen. Wie Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU) den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung berichtete, „gab es noch nie ein so hohes Müllaufkommen in Grünwald“.

Geschuldet ist dies wohl vor allem den zahlreichen Ausflüglern, die seit den coronavirusbedingten Reisebeschränkungen verstärkt die Isargemeinde für ihre Freizeitaktivitäten besuchen, ob mit dem Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad. Dazu kommen aber gleichzeitig Grünwalder Bürger, die sich abends auf einer Parkbank treffen und anschließend die kulinarischen Überreste ihrer Zusammenkunft einfach dort liegen lassen. Sogar der übliche Hausmüll werde zum Teil einfach irgendwo abgestellt. „Wir werden dem Ganzen einfach nicht mehr Herr“, resümiert resigniert der Bürgermeister.

Der Bauhof musste personell verstärkt werden

Wie die Verwaltung erläuterte, wurde die Mannschaft des Bauhofs, die sich um diesen Müll kümmert, bereits kräftig von einem Mitarbeiter auf drei aufgestockt, da sich das Müllaufkommen mehr als verdoppelt hat. Reichte früher pro Woche ein Container für neun Kubikmeter aus, benötigt man jetzt zwei Container dieser Größe. Neu wurde außerdem ein Wochenend-Dienst eingerichtet, der am Samstag und Sonntag auf zwei Routen quer durch die Gemeinde unterwegs ist.

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Müll wird nun täglich abgeholt

Besonders betroffen sind der Derbolfinger Platz, wo die Straßenbahn ihre Endhaltestelle hat, und der Rathausplatz, wo noch vor einigen Monaten alle zwei bis drei Tage der Müll geholt wurde, nun aber täglich.

Ähnlich sieht es an den Wegen entlang der Isar aus: Drei bis vier Mal pro Woche sind die Mitarbeiter des Bauhofs dort auf Tour. Vor dem Coronavirus wurde rund ein Drittel der Ladefläche des Transporters beansprucht, nun reichen manchmal zwei Fuhren nicht aus.

Die Mülltonnen quellen über und oft genug landet der Unrat von Ausflüglern und Feiernden auch einfach direkt auf dem Boden.

Auch der Verein „Regenbogenarbeit“, der sich die berufliche Integration psychisch kranker Menschen auf die Fahne geschrieben hat, unterstützt an der Isar den Bauhof und kommt an sein Limit.

Probleme auch beim Altglas

Für Probleme sorgte in den vergangenen Wochen zudem die Entsorgung von Altglas, das in Grünwald nach Farben geordnet direkt an der Haustür abgeholt wird. Wie die Verwaltung berichtete, hat die zuständige Firma einen neuen Fahrer, der sich zum einen noch nicht so gut in der Gemeinde auskannte und daher manche Kartons nicht abgeholt wurden, zum anderen habe der Fahrer angenommen, dass nur Flaschen, die in den offiziellen Grünwalder Sammelkartons auf der Straße stehen, mitgenommen werden müssen, und ließ daher andere stehen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Nachdem nun der Fahrer informiert ist, sollte immerhin dieses Problem gelöst sein. Der herumliegende Müll im Grünen ist dagegen so leicht nicht zu lösen – gefragt ist hier Bürgerdisziplin.

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