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Eine Tram in Grünwald.

Vorstoß für Ticket-Übernahme

SPD beantragt Gratis-MVV für 2851 Senioren

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Eine SPD-Fraktion wagt in der heißen Wahlkampfphase einen Vorstoß, der die Gemeinde mehr als eine Million Euro im Jahr kosten könnte: Freie Fahrt mit dem MVV für alle über 65.

Grünwald Die SPD-Fraktion im Gemeinderat will die Grünwalder Senioren bei Fahrten im öffentlichen Nahverkehr entlasten. Sie hat kurz vor der Wahl beantragt, dass die Gemeinde die Kosten für die seit Dezember gültige IsarCard 65 im Bereich der neuen M-Zone zu 100 Prozent übernehmen soll.

Die Folgen des Klimawandels und das dringende Gebot, den Ausstoß von CO2 zu reduzieren, dienen als Begründung für den Vorstoß. Die Kostenübernahme für Menschen über 65 sei ein erster Schritt, den ÖPNV zu stärken, den Individualverkehr mit dem KFZ zu reduzieren und das Bewusstsein für den Umwelt- und Klimaschutz zu fördern, schreibt Gemeinderat Achim Zeppenfeld.

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Zuschuss soll Geldbeutel und Umwelt entlasten

Die Kostenübernahme soll nach dem Dafürhalten der SPD einerseits dazu dienen, finanziell schwächer gestellte Personen zu entlasten, andererseits auch Personen, die auf eine Kostenübernahme nicht zwingend angewiesen sind, zu bewegen, mehr die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Zeppenfeld: „Jedes Auto weniger auf Grünwalds Straßen hat einen positiven Effekt.“ Ähnlich wie auf dem Gebiet der Energieversorgung durch Geothermie könne Grünwald hier eine Vorreiterrolle übernehmen und ein weiteres Leuchtturmprojekt initiieren, dem andere Gemeinden folgen.

Diese Kostenübernahme solle als Versuch zunächst auf zwei Jahre begrenzt sein und könne anschließend, je nach Finanzlage der Gemeinde und einer dann vorliegenden realistischen Übersicht über die entstandenen Kosten vom Gemeinderat beendet und verlängert werden.

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Zweijährige Testphase geplant

Zum 1. September, das hat Zeppenfeld herausgefunden, waren laut Verwaltung 2851 Grünwalder Bürger anspruchsberechtigt. Die Kosten für die Isarcard 65 der Zone M betrügen monatlich 46,40 Euro oder jährlich mit gewahrtem Rabatt 438 Euro. Somit würden auf die Gemeinde bei einer 100-prozentigen Inanspruchnahmen jährliche Kosten von 1,25 Million Euro zukommen. Angesichts der Finanzlage der Gemeinde und der Annahme, dass nicht alle Berechtigten ihre Ansprüche geltend machen, stehe „einer zweijährigen Testphase kein größeres Risiko im Wege“.

Für die zu erwartenden Kosten, so hat die SPD in Erfahrung gebracht, müsse laut Kämmerei eine neue Haushaltsstelle zur Förderung ÖPNV eingerichtet und mit Mitteln ausgestattet werden. Sollte eine Umsetzung und Förderung noch im laufenden Haushaltsjahr erfolgen, müsste diese Haushaltsstelle demnach anteilig ausgestattet werden. Wie die Kostenerstattung funktionieren könne, das soll nach dem Wunsch der SPD-Fraktion die Verwaltung eruieren und dem Gemeinderat vorstellen. Hierbei sei auch eine Onlineabwicklung oder Unterstützung durch die Nachbarschaftshilfe, unter Umständen auch der MVG zu berücksichtigen, im Besonderen beim Jahresticket.

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