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Kurz vor dem Hang an der Tölzer Straße müssen die Autofahrer, die stadteinwärts fahren wollen, ins Wohngebiet an den Römerhügeln ausweichen. Die Radfahrer können weiterfahren.

Rücksichtslose Autofahrer

Sperrung Tölzer Straße: Chaos im Wohngebiet

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Die einseitige Sperrung der Tölzer Straße in Grünwald hat offenbar nach Meinung einiger Grünwalder chaotische Folgen für das nebenan gelegen Wohngebiet.

Grünwald – Keiner kommt mehr aus seinem Grundstück raus, in Privatgärten wird gewendet, nachts durchgerast. Sechs Autos mit platt gefahrenen Reifen hat Achim Zeppenfeld (SPD) gezählt, weil deren Fahrer zu schnell unterwegs waren und die Fahrbahnverschränkung in der Nibelungenstraße übersehen haben: Die einseitige Sperrung der Tölzer Straße in Grünwald hat offenbar nach Meinung einiger Grünwalder chaotische Folgen für das nebenan gelegen Wohngebiet An den Römerhügeln. Das jedenfalls bestätigte auch Ingrid Reinhart-Maier (Grüne) im Gemeinderat. Sie spricht von einem „Totalchaos“, vor allem abends. Als Anwohnerin in der Nibelungenstraße ist die Gemeinderätin direkt betroffen: „Mein Nachbar ist beinahe überfahren worden. Das ist schon fast lebensgefährlich.“

Strecke für einige Verkehrsteilnehmer zu umständlich

Die offizielle Umleitung für Autofahrer, die aus Straßlach in Richtung München fahren wollen, führt von der Tölzer Straße in die Straße An dem Römerhügel und von da aus in die Laufzorner und Sudetenstraße. Von hier aus geht es in die Oberhachinger Straße, wo extra eine provisorische Ampel für diesen Umleitungsweg eingerichtet wurde. Aber die Strecke ist einigen Verkehrsteilnehmern anscheinend zu umständlich, weshalb sie die Abkürzung über den Hirtenweg und über die Nibelungenstraße suchen. Auch die öffentlichen Busse haben ein Problem und stehen im Stau. 

Die Verwaltung wird daher prüfen, ob auf dem Weg ein Halteverbot sinnvoll ist. Für die Raser in den Nebenstraßen hat sich Reinhart-Maier folgende Lösung ausgedacht: Das kann unmöglich bis November so bleiben.“ Sie schlug Verbotsschilder fürs Linksabbiegen in die Oberhachinger Straße vor. Da ja die meisten Autofahrer wieder zurück zum Marktplatz wollten, um nach der Umleitung in Richtung München weiterfahren zu können. Ob eine solche Idee eine Erleichterung schafft, wird die Gemeinde mit der Polizei klären. Diese hält die bestehenden Regelungen für absolut ausreichend. Sie hat jetzt nach den Pfingstferien bereits Erfahrungen gemacht, wie der Verkehr im Alltag abgewickelt werden kann und Dienststellenleiter Andreas Aigner zieht eine positive Bilanz. „Aus polizeilicher Sicht läuft die Umleitung wesentlich besser, als wir es erwartet hätten.“ 

Motorrad, Moped, Lieferdienst, Ausflügler, Lastwagen und Linienverkehr, alles kann demnach ordentlich über die Umleitung geführt werden. Das Wohngebiet hat einen gut ausgebauten Straßenbereich, der bislang nur von Anwohnern genutzt wurde. Die kommen von Null auf 100, weil verstärkt Verkehr durchläuft. „Da sind Straßenbereiche dabei, wo der Anwohner seit Jahrzehnten im Schlafanzug in der Früh raus auf die Straße geht zu seinem Briefkasten und sich die Zeitung holt.“ Bei der Tölzer Straße handelt sich um eine der leistungsfähigsten Straßen entlang des Isarhochufers Richtung Süden. „Da läuft ganz schön Verkehr durch“, weiß Aigner.

Die Beamten sind jeden Tag unterwegs und sehen nach dem Rechten. Sie nehmen auch die Sorgen und Nöte der Bürger nicht auf die leichte Schulter und wissen, dass viele Anwohner sich in ihrer Freiheit und Wohnqualität beschnitten sehen. Aber dazu gibt es nach dem Dafürhalten Aigners keine Alternative. 

Hauptsächlich Ortskundige nehmen die Schleichwege

Vor allem ortskundige Fahrer probieren demnach gerne den kürzeren Weg über die Nibelungenstraße. Und es komme immer wieder mal vor, dass sich die Fahrer die Felgen kaputt machen, weil sie zu schnell unterwegs sind. Ein Linksabbiege-Verbot im Hirtenweg und an der Nibelungenstraße Richtung Oberhachinger Straße hält der Erste Polizeihauptkommissar für komplett überflüssig. 

Im Berufsverkehr könne man aufgrund des Rückstaus auf den Hauptstraßen nämlich überhaupt nicht links abbiegen. Und: „Die meisten Autofahrer hier haben es schon drauf. Die muss man nicht entmündigen.“ Für etwas mehr Gelassenheit warb im Gemeinderat auch Robert Zettel (CSU), ebenfalls Anwohner im betroffenen Gebiet. Er kommt mit der Baustelle und ihren Auswirkungen gut zurecht.

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