Vor Gericht

Grünwalder Zahnarzt kauft Kokain im Darknet

Insgesamt acht Mal hat sich ein Zahnarzt aus Grünwald online über das sogenannte Darknet Kokain besorgt. Über eine Bestellliste der Drogenhändler sind Ermittler dem 43-Jährigen schließlich auf die Schliche gekommen. Jetzt musste er sich vor dem Amtsgericht München wegen unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln verantworten.

Grünwald Die Strafrichterin verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung.

Der Angeklagte hatte zugegeben, in insgesamt acht Fällen zwischen September 2014 und Januar 2015 über das Darknet bei zwei ihm nur unter ihren Pseudonymen bekannten Händlern zwischen ein Gramm und zehn Gramm Kokain bestellt zu haben. Damals habe es bei ihm große berufliche Unsicherheiten gegeben, heißt es seitens des Amtsgerichts. Mit zunehmender beruflicher Stabilisierung will er den Konsum wieder beendet haben. Um weniger oft zu bestellen, habe er die Bestellmenge auf zuletzt jeweils zehn Gramm gesteigert.

Nun fürchte er berufliche Konsequenzen seitens der Regierung von Oberbayern und seitens der Ärztekammer, sagte er im Prozess.

Die als Zeugin geladene Ermittlerin vom Zollfahndungsamt gab in der Verhandlung an, dass aufgrund der bei den Darknet-Händlern gefundenen Bestelllisten die Ermittlungen sich auch gegen den Angeklagten gerichtet hatten. Die Lieferungen seien– wie üblich – nicht direkt an die Adresse des Angeklagten gegangen. Die zuständige Richterin begründete ihr Urteil wie folgt: „Zugunsten des Angeklagten war hier sein umfassendes, von Reue und Schuldeinsicht getragenes Geständnis zu berücksichtigen. Der Angeklagte war von dem Verfahren und der Hauptverhandlung sichtlich beeindruckt. Die Taten sind bereits längere Zeit her, er befand sich zum damaligen Zeitpunkt in einer schwierigen persönlichen Situation.“

Zu Lasten des Angeklagten würden seine Vorstrafen sprechen. Der 43-Jährige war in der Vergangenheit wegen zum Teil gewalttätigen Übergriffen im Straßenverkehr mehrfach zu Geldstrafen und einmal zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. „Weiter war zu berücksichtigen, dass hier die Taten kurz hintereinander begangen wurden und es sich um eine Vielzahl von Taten handelt. Die letzten beiden Lieferungen von zehn Gramm sind jeweils erheblich und nur knapp unter der nicht geringen Menge“, so die Richterin. Als Bewährungsauflage setzte das Gericht die Zahlung von 6000 Euro in Raten an eine gemeinnützige Einrichtung fest.

mm

Rubriklistenbild: © dpa / Silas Stein

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