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Hofft auf mehr Gäste: Kellner Emanuel Dosch. Im Januar seien schon mehr Besucher im Café Grün gewesen.

Grünwalder Café kommt auf keinen grünen Zweig

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Ein Café kann noch so gute Kuchen anbieten. Wenn keiner etwas davon weiß, steht die Kaffeemaschine poliert und ungenutzt in der Ecke. So wie beim neuen Café „Das Grün“ im Haus der Begegnung in Grünwald. 

Grünwald–  Für das neue Café „Das Grün“ hat sich jetzt zum wiederholten Mal Ingrid Reinhart (Grüne) im Gemeinderat stark gemacht. Aus gutem Grund: Ende des vergangenen Jahres hatte der Pächter, die Kolping-Ausbildungszentren München gemeinnützige GmbH, drei der ursprünglich acht Mitarbeiter den befristeten Vertrag gekündigt. Das Café hatte zu wenig Gäste.

Ingrid Reinhart rührt die Werbetrommel. Sie wollte wissen, wie es sich mit der Beschilderung vor Ort verhält. Die Grünwalderin war davon ausgegangen, dass ein großes Fassadenschild in Arbeit ist. Ein Schild, das am Gebäude angebracht ist und auf die Bewirtung hinweist. Das habe ihr die Verwaltung bereits vor Weihnachten zugesagt. Offenbar ein Missverständnis. Eine Nachfrage beim Architekten habe ergeben, dass nichts dergleichen in Arbeit sei, „weil das von der Gemeinde und im Rathaus von ganz oben nicht gewünscht sei“, wie Reinhart in der Sitzung sagte. Für die Betreiberin Heike Mattauch und ihre Mitarbeiter sei ein solches Schild jedoch lebensnotwendig. „Ich finde es sehr ärgerlich, dass da nichts passiert“, sagte Reinhart.

Die Unterstellungen wollte Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU) nicht auf sich sitzen lassen. Selbstverständlich habe man sich noch vor Weihnachten abgestimmt mit dem Architekten und dem Betreiber, der sich ein Schild aussuchen durfte. Vielleicht habe der Architekt ja einen Blackout gehabt. „Man kann aus allem einen Skandal machen“, erwiderte Neusiedl. Dabei habe sich die Gemeinde sogar bereit erklärt, das Schild zu bezahlen, was normalerweise Sache des Betreibers sei.

Im Anschluss an die Sitzung wollte Ingrid Reinhart wissen, wie es zu dem Widerspruch kommen kann und machte sich schlau. Wie sich herausgestellt hat, ist tatsächlich ein Schild in Auftrag gegeben worden. Allerdings ein Gesamtschild im Eingangsbereich für alle im Haus untergebrachten Institutionen. Daneben sind auf den Fensterscheiben vor dem Café mehrere Klebe-Logos angebracht. Hinweisschilder an der Oberhachinger Straße und am Ludwig-Rieger-Weg, wie von der Betreiberin gewünscht, sind hingegen nicht vorgesehen. Sie sind laut gemeindlicher Satzung gar nicht zulässig.

Ingrid Reinhart will künftig alle Missverständnisse ausräumen. Sie beantragt, einer Werbeanlage für das Café zuzustimmen. So nämlich lautet die formal richtige Bezeichnung. Es habe sich herausgestellt, dass die Beteiligten, Bauverwaltung, Bürgermeister, Gemeinderäte und Architekt unterschiedliche Auffassungen von dem Begriff Schild hatten. „Wir haben aber von Anfang an an ein gut sichtbares Schild an der Außenfassade des Cafés gedacht, damit man auch schon von Weitem den Betrieb erkennt.“

Übrigens, ganz so düster sieht es mit der Besucheranzahl nicht mehr aus. Kellner Emanuel Dosch jedenfalls sieht einen Aufwärtstrend, der sich gerade im Januar abgezeichnet habe. Dosch: „Wenn schon in einem normalerweise schwachen Monat wie dem Januar eine deutliche Zunahme da ist, können wir optimistisch in die Zukunft blicken.“

Auch Grünwalder Bürger wollen nicht tatenlos zusehen, sondern Schwung in den Betrieb bringen. Kunstberaterin Eva Müller, die unweit des Cafés arbeitet, brachte jetzt einen Klappaufsteller vorbei, der vor dem Eingang auf das Café hinweisen soll. Die Erlaubnis dafür hat sie sich von der Gemeinde extra eingeholt.

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