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Setzen das Publikum in Erstaunen: Schneewittchen (FInja Heyenga) am Tisch mit den sieben Zwergen.

Grünwalder Laienspieler

Schneewittchen verzaubert sein Publikum

Zweimal volles Haus im Bürgerhaus Römerschanz in Grünwald: „Wir sind ja nur ein kleiner Haufen“, sagt Regisseurin Liesel Stauch, die seit 30 Jahren in Grünwald Kinder an die Bühnenkunst heranführt. Umso mehr freut es sie, dass das fantasiereiche und spannende Märchenspiel „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ so große Resonanz gefunden hat.

Die Kindergruppe der Grünwalder Laienspieler e.V. spielte die Fassung von Ilse Wagner aus dem Jahr 1957/58 mit Versen für Kinder. Sie verwendete dabei auch die vielfarbigen Bühnenbilder sowie Musikstücke im Geschmack jener Zeit.

Verse von Ilse Wagner

Die Schauspielerin und Literatin Ilse Wagner, die in Grünwald lebte, sich dem Theater mit Kindern widmete und mit Erich Kästner und Michael Ende befreundet war, wusste, wie man ein Stück dramaturgisch formt. „Sie hat hervorragende Bearbeitungen geschaffen, in einer Qualität, die man suchen muss“, sagt Liesel Stauch. Ihren großen Fundus hat sie in den 90er Jahren an Liesel Stauch weitergegeben.

Die Illusion im Bürgerhaus Römerschanz war vollkommen. Die vielen Kinder, die, meist zum ersten Mal, ein Stück aufführten und dazu umfängliche Partien auswendig lernten, setzten die Besucher des Festsaals im Bürgerhaus Römerschanz in Erstaunen. Als sich einmal Berittene näherten, hörte man Pferdegetrappel. Vor dem Auftritt der Königin als „Irrlichter“ angekündigt, beeindruckte ein „Brausen und Stürmen“. 

Inszenierung kommt bei Kindern an

Unterschiedlicher Klang markierte einzelne Situationen. Die Zuschauer wurden in einen Winter versetzt, wo Schneeflocken wie Federn vom Himmel herab fielen und eine Königin am Fenster mit schwarzem Ebenholz-Rahmen nähte. Stolz spielt Mia Langenbach die neue Gemahlin des Königs. Es soll für sie nicht leicht gewesen sein, in der Rolle von Schneewittchens Todfeindin aufzutreten. Der Jäger, dargestellt von Fynn Wawra, brachte es nicht über sich, Schneewittchen zu töten.Als Titelfigur fand Finja Heyenga zur leeren Behausung der sieben Zwerge, aß von jeder Portion und legte sich schlafen. Von der Arbeit zurück bestaunten die Wichtelmänner, lieb anzuschauen mit ihren Kapuzen, das schöne Mädchen. Besonders den Kindern im Saal gefiel ihr Toben und Tanzen. Zur Gaudi wurde der Auftritt von Freiern bei der Königin, deren goldener Thronsessel vor rotem Wandbehang Bühnenillusion bietet.

Als vorwitziger Koch Tiegelschleck kommentierte Lena Wittig das Geschehen von der Seite und erregte Heiterkeit. Sorgsam einstudiert von Liesel Stauch und ihren Helferinnen erweckte Therese Korman in der Rolle des Prinzen Rosenherz das vom Kamm der Königin, tödlich verletzte Schneewittchen zum Leben. 

Weisheit aus dem Schnabel einer Elster

Eine Elster mit langem schwarzem Schnabel sinnierte: „Die Menschen sind ein Pack.“ Ein Chor zog den Schluss, den das Publikum beherzigen könnte: „Wir sind die sieben Zwerge, kennen die Tiefe der Berge, suchen nach Gold und Edelgestein, lagern es hier auf der Bühne ein. Hüten und teilen unseren Hort mit Euch an diesem Ort. Drum merket fein: Theater muss sein, zu öffnen Augen und Ohren. Uns Zwergen geht nichts verloren. Wir bringen alles ans Licht, fürchten das Böse nicht. Die Bretter, die die Welt bedeuten, sprechen zu euch und allen Leuten!“ Von Arno Preiser

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