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TSV Grünwald: Jugendleiter Prosevc über Lothar Matthäus: „Er will um die Meisterschaft spielen“

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Von: Umberto Savignano

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Da kann nichts mehr schiefgehen: Lothar Matthäus und sein Co-Trainer Selami Gündogar im Einsatz für die Grünwalder E2.
Da kann nichts mehr schiefgehen: Lothar Matthäus und sein Co-Trainer Selami Gündogar im Einsatz für die Grünwalder E2. © TSV

Wie sich der Lothar Matthäus beim Training der E2-Jugend in Grünwald schlägt und welche Ziele er verfolgt, das weiß der TSV-Jugendleiter. Er gewährt einen Eindruck.

Grünwald – Lothar Matthäus als Trainer des TSV Grünwald: Der Medienrummel um den 61-jährigen deutschen Rekordnationalspieler und Kapitän der Weltmeister-Elf von 1990 war riesig, als bekannt wurde, dass er die E2-Junioren der Grün-Weißen unter seine Fittiche genommen hat. TSV-Jugendleiter Kristijan Prosevc erlebt den prominenten Neuzugang im Trainings- und Punktspielalltag und sprach darüber mit unserer Zeitung.

Wie kam es eigentlich dazu, dass Lothar Matthäus die Grünwalder E2, in der sein Sohn spielt, übernommen hat?

Lothar ist mit seinem Sohn schon im Winter von Unterföhring nach Grünwald gewechselt, über eine Urlaubsbekanntschaft der Kinder. Sein Sohn wollte unbedingt mit seinem Freund zusammenspielen. Deshalb ist er jetzt als Achtjähriger auch in dem zwei Jahre älteren Jahrgang. In dieser Mannschaft hatten wir einen jungen Trainer, der aus schulischen Gründen aufgehört hat. Ich habe zwar eine Lösung aus den eigenen Reihen gefunden, dieser Trainer ist aber fest angestellt und hat dann eine Leistungsmannschaft übernommen. Also haben wir Alternativen gesucht. Ich hatte schon im Umfeld mitbekommen, dass Lothar Interesse hätte. Deshalb habe ich ihn bei einem Treffen der Elternschaft in einem Gespräch im kleinen Kreis gefragt, ob er das machen würde, und er hat zugesagt.

Kristijan Prosevc
 hat Lothar Matthäus
 im Trainingsalltag
 erlebt.
Kristijan Prosevc hat Lothar Matthäus im Trainingsalltag erlebt. © TSV

Wissen die Buben eigentlich, wen Sie vor sich haben? Schließlich wurde Lothar Matthäus mehr als 20 Jahre, bevor diese auf die Welt kamen, Weltmeister.

Wenn sie es sich auf You Tube anschauen würden, wüssten sie es. Ich glaube, die Wertstellung erfahren sie eher durch das Training. Sie entwickeln einen richtigen Ehrgeiz, hocken nicht auf der Wiese und pflücken Gänseblümchen. Da ist schon ein guter Leistungsanspruch, den Lothar auch vorlebt. Ich habe das letzte Spiel angeschaut. So sind sie auch aufgetreten. Und ich glaube, da werden später mal ein, zwei, drei Spieler rauskommen, die jetzt von dem profitieren, was Lothar ihnen mitgibt und was ein junger Trainer nicht vermitteln kann.

Wie würden sie Lothar Matthäus als Trainer charakterisieren?

Er ist ehrgeizig. Es gibt viele Presseanfragen, aber er sagt: Wir konzentrieren uns auf die Saison. Ein Fernsehteam vom BR hat er auf später vertröstet. Er möchte eine gute Mannschaft haben, gut trainieren, denn er will um die Meisterschaft mitspielen.

Wie gefällt dieser Anspruch und diese Herangehensweise den Eltern?

Manche Eltern wollen das, manche weniger, normalerweise. Aber hier sind eigentlich alle einverstanden, denn die Kinder nehmen eine sehr gute Entwicklung.

Der TSV Grünwald hatte schon mehrmals prominente Trainer, wie etwa die früheren Nationalspieler Christian Nerlinger und Benjamin Lauth oder den niederländischen Weltstar Arjen Robben. Wie finden das eigentlich Trainer, Eltern und Fans der Gegner?

Die Begeisterung ist zu spüren. Wir hatten jetzt Wörnsmühl als Gegner, die Leute haben Fotos mit Lothar gemacht, alle waren happy, obwohl sie 17 Tore bekommen haben. Man merkt es auch daran: Wir wollten alle Spiele auf Sonntag, 11 Uhr, verlegen lassen, damit Lothar Zeit hat. Die Spielleitung des Verbands hat die Vereine angeschrieben und hinzugefügt, dass dafür ein prominenter Trainer kommt. Alle haben zugestimmt. Und sie freuen sich darauf.

Ist Lothar Matthäus bei den Spielen auch zugänglich für die Zuschauer?

Er schaut immer so ein bisserl grantig, aber er ist da einfach sehr getaktet. Er hat einen Co-Trainer gekriegt, der alles vorbereitet, eine Mutter wird jetzt die Pressearbeit übernehmen. Er konzentriert sich auf seine Arbeit. Aber nach dem Spiel ist er auf jeden Fall nahbar.

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