Landkreis Spitzenreiter in Oberbayern 

Kommunen kassieren 885 Millionen Euro Gewerbesteuern

Die boomende Wirtschaft in der Region lässt die Kassen der Kommunen klingeln. Kein Landkreis in Oberbayern hat im vergangenen Jahr so viel Gewerbesteuern kassiert wie der Kreis München.

Landkreis – Insgesamt sind 885 Millionen Euro von den Unternehmen an die Städte und Gemeinden geflossen, meldet die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. Das sind über zehn Prozent mehr Einnahmen als im Jahr 2015. Im Vergleich zum Jahr 2006 haben sich die Gewerbesteuer-Einnahmen sogar verdoppelt.

Niedrigster Hebesatz in Grünwald

Mit 86,2 Prozent macht die Gewerbesteuer den Löwenanteil aller kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis aus. Zusätzlich sichern sich die Kommunen immer wieder einen noch größeren Anteil an den Firmengewinnen durch die Erhöhung der Hebesätze. Laut Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik war das im vergangenen Jahr in drei von 29 Landkreis-Gemeinden der Fall. Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz blieb 2016 die Gemeinde Kirchheim mit 360 Prozent, es folgen Haar und Oberschleißheim mit 350 Prozent sowie Ottobrunn mit 340 Prozent. Die Gemeinde Grünwald markierte mit einem Hebesatz von 240 Prozent sowohl im Land-kreis als auch im ganzen Regierungsbezirk den niedrigsten Hebesatz, gefolgt von Gräfelfing mit 250 Prozent und Pullach mit 260 Prozent.

Betrieben Luft zum Atmen lassen

Christoph Leicher, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses München-Land, warnt aber vor weiteren Anhebungen. In den letzten zehn Jahren sei der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis konstant geblieben. Der aktuelle Durchschnittswert von 312 Prozent liege weiterhin unter dem Niveau in Oberbayern (333 Prozent) und Bayern (338 Prozent) sowie deutlich unter dem bundesweiten Wert (2015: 397 Prozent). „Diesen Standortvorteil dürfen unsere Kommunen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen“, sagt Leicher. Bei den Gewerbesteuern sei Augenmaß gefragt. „Ein niedrigerer Hebesatz lässt den Betrieben mehr Luft zum Atmen und Investieren“, erklärt der Kirchheimer Unternehmer. 

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