Streit am Maschendrahtzaun: Unter Nachbarn ist Rücksichtnahme gefragt
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Streit am Maschendrahtzaun: Unter Nachbarn ist Rücksichtnahme gefragt

Kuriose Fälle

Streit mit dem Nachbarn? - Anwältin gibt Tipps und berichtet

  • Marc Schreib
    vonMarc Schreib
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Ein Nachbarschaftsstreit entzündet sich manchmal an Kleinigkeiten - und schwelt dann über Jahrzehnte. Eine Neubiberger Anwältin kann davon ein Lied singen.

Landkreis – Der vielleicht prominenteste Nachbarschaftsstreit im südlichen Landkreis München spielte sich vor 20 Jahren auf der Rodungsinsel Wörnbrunn ab. Zwischen dem damaligen Pächter des Forsthauses, Hans-Werner Glöckle, und seinem Nachbarn Paul Krächan wurde er unerbittlich geführt. Der Wirt musste das Handtuch werfen, er beendete die Pacht. Auch sein Nachbar ist längst weggezogen.

Wie das Landratsamt München mitteilt, haben Nachbarstreitigkeiten gerade im stadtnahen Ballungsraum zugenommen. Nachverdichtung und steigende Grundstückspreise führen demnach zu einer wachsenden Empfindlichkeit im täglichen Mit- und Nebeneinander. Konflikte entzünden sich an Heckenhöhen, Terrassen, die auf Garagen gebaut werden oder an nicht eingehaltenen Abstandsflächen – die Ursachen sind vielfältig.

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Das kann auch der Vorsitzende des Gartenbauvereins Unterhaching Rainer Schäfers, bestätigen. Wenn beispielsweise auf ein ehemals dünn bebautes Grundstück ein dicker Brocken kommt, der die Sicht versperrt, wie derzeit in der Von-Vollmar-Straße in Unterhaching. Dann ist die Lage gern schon angespannt, bevor die Nachbarn einziehen.

Der Gartenbauverein Unterhaching hat die Neubiberger Rechtsanwältin Christina Oelke-Koch, um über Nachbarstreitigkeiten, rechtliche Wege und deren Vermeidung zu berichten. Sie ist selbst im Gartenbauverein Unterhaching aktiv und sagt: „Ich wollte keine Juristen aus den Gästen machen, sondern sie dafür sensibilisieren, wo man nachhaken kann.“ Die Fälle sammelt sie aus Fachzeitschriften. Sie reichen vom Rasenmäher-Roboter über die Holzkirchner Kuhglocken und die Videoüberwachung des Grundstücks bis hin zu Laub des Nachbarsbaums.

Drohnenabschuss: Freispruch

Über Fälle aus dem Landkreis München schweigt sie lieber. Sie seien nicht spektakulär, und die persönliche Verwicklung als Anwältin gebiete Stillschweigen. Der Neubibergerin fällt ein Fall aus Sachsen ein: Ein Nachbarn schoss eine Drohne mit seinem Luftgewehr ab, weil sich seine Kinder vor dem Flugobjekt gefürchtet hatten. Der Eigentümer der Drohne habe das nicht so lustig gefunden und Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet – die Drohne hatte einen Wert von 1500 Euro. Der Richter aber sprach den Schützen frei. Oelke-Koch: „Hier greift eine spezielle strafrechtliche Komponente, was nicht heißen soll, dass man Drohnen abschießen darf. Um Himmels willen, nein!“

Die Anwältin arbeitet schwerpunktmäßig im Verkehrsrecht, hat aber auf dem Sektor Nachbarschaftsrecht zu tun – mit Hecken und Grenzabständen. Die alleroberste Regel, so Oelke-Koch, ist die Einigung. Zumeist lägen die Probleme in der Vergangenheit begraben. Ärger werde zu oft und zu lange hinuntergeschluckt – so könne ein Vorfall, der vor 20 Jahren stattgefunden habe, in einen Dauerzwist münden.

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„Die hohe Hecke wird nur allzu oft als Aufhänger benutzt“, sagt Oelke-Koch. Und am Ende landeten die Nachbarn verbittert vor Gericht, wenn eine Schlichtung nichts gebracht habe. Die Anwältin denkt sich dann nicht selten: „Seien Sie doch froh, wenn die Hecke hoch ist und jeder seine Ruhe hat. Ich muss das nicht durchlässig haben wie hier in der Gartenstadt Neubiberg.“

Bei Nachbarschaftsstreits sieht die Anwältin ihre Aufgabe darin, die schwierige Angelegenheit abzufedern und dazwischenzustehen. Denn: „Eine Anzeige kostet nur Geld und viele Nerven.“

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